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Wir haben vom Bauträger ein weiß-graues Haus gekauft und erhalten ein weiß-oranges!

20.09.2018 22:11 |
Preis: 60,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von


Wir haben im festen Glauben ein Haus mit grauen Farbapplikationen zwischen den Fenstern gekauft, da es so im Kaufvertrag abgebildet war. Einen Zweifel daran gab es während der Verkaufsgespräche nie.
In der Anlage 4 zum Kaufvertrag wird das Reihenhaus viermal farbig abgebildet mit grauen Wandbereichen zwischen den Fenstern. Es handelt sich um die gleichen Bilder, mit denen im Exposée und in den Anzeigen für das Reihenhaus geworben wird. Der Verkäufer, der auch beim Notartermin (Mai 2018) den Bauträger vertreten hat, arbeitet schon seit Jahren für diesen.

Nach dem Kauf erhielten wir Bauzeichnungen vom Bauträger zum Abzeichnen, die zwischen den Fenstern weinrote Wandbereiche mit entsprechendem Farbcode zeigen.

Wir hatten die Bauleitung auf das Problem aufmerksam gemacht, danach wurden die Angebote im Internet und teilweise die Plakate an der Baustelle ausgetauscht, diese zeigen nun weinrote Wandbereiche zwischen den Fenstern.

Die Fassade des von uns gekauften Reihenhauses wurde fertiggestellt, die Wandbereiche zwischen den Fenstern sind in einem kräftigen Orangerot gestrichen worden - also erneut eine Abweichung von den Abbildungen, die wir bisher erhalten hatten.
Wir haben in Erfahrung bringen können, dass die Farbe "Orange" mit der zuständigen Projektentwicklungsgesellschaft der Stadt schon 2016 vereinbart wurde.

Wir schreiben den Bauträger an und werden mit folgenden Paragraphen aus dem Vertrag und der Baubeschreibung abgekanzelt:

Auszug aus der Baubeschreibung:


"1.3 Mauerwerk
Die Außenwände des EG und OG/DG bestehen aus einem min. 15 cm starken, tragenden Hintermauerwerk aus Kalksandstein o.glw. und bei Putzfassade mit min. 18 cm dicken, außenseitigen Wärmedämmplatten (WLG035) und einer ca. 1cm starken, armierten Putzschicht, nach Farbfestlegung der Verkäuferin. [...]
Projektabhängig werden ggf. partielle Wandbereiche der Fassade (ggf. auch abweichend zu den beurkundeten Ansichtszeichnungen) zur optischen Aufwertung nach Farbfestlegung der Verkäuferin farblich abgesetzt. Der Anteil von Verblend- und Putzfassade kann projektspezifisch von Visualisierungen, Prospekten und Ansichten abweichen."

Auszug aus dem Kaufvertrag:

"Hinsichtlich der Größe und Ausstattung des Hauses wird auf die [...] enthaltene Bau- und Leistungsbeschreibung sowie auf die diesem Vertrag beigefügte "Anlage zur Bau- und Leistungsbeschreibung" Anlage 3) mit abweichenden und /oder zusätzlichen Bauleistungen, vom Käufer ausgewählte Grundrissvariante, Ansichten, Schnitt und Berechnungen Anlage 4) verwiesen. Diese Anlagen sind Bestandteil dieses Vertrages und wurden den Beteiligten zur Durchsicht vorgelegt.
[...]
Der Bau- und und Leistungsbeschreibung [...] gehen bei Widersprüchlichkeiten respektive Unklarheiten im Range die "Anlage zur Bau und Leistungsbeschreibung", der Lageplan und die Vertriebszeichnungen (Grundrisse, Ansichten, Schnittzeichnungen) und diese wiederum in dieser Rangfolge (sofern in der Bau- und Leistungsbeschreibung nicht explizit eine Abweichung erwähnt ist) vor."

Darüber hinaus wurde im Kaufvertrag die Prospekthaftung ausgeschlossen.

Die Farbe gefällt uns nicht besonders und wir hätten das Haus wohl so nicht gekauft.
Das Orange ist unserer Ansicht nach nicht gemein gefällig, wir sehen diese Farbe als wertmindernd an.

Ist das auch vor dem Hintergrund des neuen Baurechts so rechtens, die mögliche Abweichung der Gestaltung des Hauses in der allgemein gefassten Baubeschreibung zu verstecken?
Hätte es nicht einen klaren Hinweis von seiten des Verkäufers und im Kaufvertrag geben müssen, dass das Haus anders aussehen wird?
Eine Abweichung wie im Falle der Farbe wäre für uns ein anderer Grauton, aber keine gänzlich andere Farbe. Wie schätzt ein Jurist das ein?
21.09.2018 | 05:36

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte Ihre Frage gerne wie folgt:

Ich halte leider die Vorgehensweise des Bauträgers für rechtmäßig. Die Leistungsbeschreibung ist wirksamer Bestandteil des Vertrages geworden und Sie hatten auch ausdrücklich Gelegenheit zur Durchsicht.
Im textlichen Teil des Bauvertrags werden die rechtlichen Rahmenbedingungen festgelegt, in der Baubeschreibung die technischen.
Unverbindlich sind die Angaben in Prospekte und auf der Homepage, da ja hier ausdrücklich ein individueller Vertrag geschlossen wird, in dem auch noch ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass es Abweichungen geben kann.
Neuerungen durch die Änderungen im BGB bezüglich des Bauvertragsrechts haben sich insoweit auch nicht ergeben. Es ist zwar nun ausdrücklich normiert, dass und wie ein Bauvertrag auszulegen ist, jedoch kommt man hierzu gar nicht, da es eine sehr eindeutige Regelung gibt.
Auch ist die Klausel nicht überraschend etwa im Sinne der Vorschriften über Allgemeine Geschäftsbedingungen, da sie ja ausdrücklich vorher Gelegenheit zur Durchsicht hatten.

Ich bedauere Ihnen keine günstigere Auskunft geben zu können, hoffe aber dennoch, Ihnen weiter geholfen zu haben und verbleibe mit freundlichen Grüßen .

Draudt Rechtsanwältin


Nachfrage vom Fragesteller 21.09.2018 | 08:16

Danke für die auch nicht so erfreuliche Antwort.
Hat uns der Verkäufer, der auch als Bevollmächtigter beim Notar den Bauträger vertreten hat, nicht getäuscht?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.09.2018 | 08:38

Sehr geehrter Fragesteller,

anhand Ihrer Schilderung kann ich dafür keine Anhaltspunkte erkennen.

Im Rahmen dieser online Ersteinschätzung stehen mir außer Ihrer Schilderung auch keine weiteren Informationen zur Verfügung.

Zu Ihrer Frage einer Wertminderung möchte ich noch mitteilen, dass eine solche wohl nicht vorliegt, da Farben Geschmackssache sind und kein Mangel am Bauwerk entstanden ist.

Mit freundlichen Grüßen

Draudt Rechtsanwältin

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