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Winziger Unfallschaden und trotzdem neue Stoßstange?


05.11.2006 23:40 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger



Ich habe beim Rückwärts ausparken mit der Anhängerkupplung das Nummernschild eines hinter mir parkenden Fahrzeuges getroffen. Meine Schuld keine Frage.

Nun verlangt aber der Geschädigte eine komplett neue Stoßstange weil UNTER dem Nummernschild die Plastikstoßstange eine Beule hat. Er behauptet seine Vertragswerkstatt sagt das der Schaden nicht reparabel sei und somit eine neue Stoßstange her muss zzgl. Lackierung und Einbau. Für die Stoßstange verlangt er nun 850€ zzgl. 450€ Lackierung und Einbau.

Darf der Geschädigte eine solche überzogene Forderung stellen? Es existieren schließlich andere auch fachmännische Reparaturmöglichkeiten für einen solchen Minimalschaden (Beule ausspachteln und lackieren, wurde bei mir kürzlich in der Werkstatt gemacht)! Nur bietet seine Vertragswerkstatt diese Dienstleistung entweder nicht an oder hofft auf einen höheren Auftragswert.
Außerdem ist der Schaden auch UNTER dem Nummernschild!

Also Frage:
Darf der Geschädigte eine solche überzogene Forderung stellen?
Und wenn nicht wie kann ich dagegen vorgehen bzw. auf was muss ich mich berufen? Bis jetzt wurde die Reparatur noch nicht durchgeführt.

Vielen Dank

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre online-Anfrage, zu der ich unter Zugrundelegung Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt Stellung nehmen möchte:

Der Geschädigte hat nach § 249 BGB zunächst die Wahl, ob er vom Schädiger die Wiederherstellung des Fahrzeugs oder den dafür erforderlichen Geldbetrag ersetzt verlangt. Der erforderliche Geldbetrag bemisst sich danach, was vom Standpunkt eines verständigen, wirtschaftlich denkenden Eigentümers in der Lage des Geschädigten für die Instandssetzung des Fahrzeugs angemessen erscheint. Es sind also nur diejenigen Kosten zu ersetzen, die zweckmäßig und angemessen sind (BGHZ 54 S. 85; BGHZ 111, S. 168, 178). Der Geschädigte braucht jedoch weder im Interesse des Schädigers zu sparen, noch sich daran zu orientieren, was er aufwenden würde, wenn er den Schaden selbst tragen müßte (BGHZ 63, S. 295, 300). Andererseits muss sich der Geschädigte aufgrund des Wirtschaftlichkeitsgebots unter Umständen mit einer Ausbesserung statt einer Erneuerung begnügen, auch wenn eine optische Abweichung verbleibt (vgl. Hamm NJW-RR 1995, S. 17).

Im Hinblick auf die vorstehenden Grundsätze erscheint es aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung sinnvoll, zunächst die Erforderlichkeit der begehrten Schadensbeseitigungskosten zu bestreiten. Sollte der Geschädigte seine Forderung klageweise durchsetzen wollen, müsste aufgrund eines Sachverständigengutachtens geklärt werden, ob ein Ausbeulen und eine anschließende Neulackierung ausreichend sind. Würde in einem solchen Gutachten festgestellt werden, dass das Auswechseln der Stoßstange erforderlich ist, käme hinsichtlich der Kosten ein Abzug „neu für alt“ in Betracht.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Petry-Berger
Rechtsanwältin
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