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Wildschaden - Versicherung - Regulierung zweifelhaft

11.10.2010 12:27 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch


Sehr geehrte Damen und Herren,

folgender Sachverhalt:

- Wildschaden am eigenen PKW
- Schaden wurde polizeilich aufgenommen, die Regulierung durch meine Versicherung steht ausser Frage.
- Ich möchte das Auto selbst reparieren und langfristig weiterbenutzen

Ein durch die Versicherung bestellter Gutachter hat Folgendes ermittelt:

Reparaturkosten: 3700€ brutto
Wiederbeschaffungswert: 4500€ brutto
Restwert (laut Angebot Fahrzeugverwertugnsbetrieb): 2100€ brutto

Meines Wissens steht mir nun die Auszahlung der Reparaturkosten abzüglich MwSt und Selbstbeteiligung (150€) zu.
Laut telefonischer Auskunft des Gutachters handelt es sich nicht um einen wirtschaftlichen Totalschaden.

Im Rahmen einer telefonische Anfrage hatte mir die Versicherung dies auch so in Aussicht gestellt.
Die Regulierung durch die Versicherung stellt sich nun aber anders dar als erwartet:

Es wurde lediglich die Differenz zwischen Wiederbeschaffungswert und Restwert überwiesen, da die Versicherung einen wirtschaftlichen Totalschaden annimmt.

Folgende Fragen bitte ich zu beantworten:

Frage 1: Liegt aufgrund der im Gutachten ermittelten Werte ein wirtschaftlicher Totalschaden vor oder nicht?
Frage 2: Was steht mir zu? Reparaturkosten laut Gutachten oder die Differenz zwischen Wiederbeschaffungswert und Restwert?
Frage 3: Die Versicherung hat vor, nach meiner Reparatur das Fahrzeug nochmals begutachten zu lassen. Was hat es damit auf sich, ist dies überhaupt zulässig?

Für den Fall, dass das Vorgehen der Versicherung nicht korrekt ist:
Frage 4: Wie lautet eine geeignete Formulierung, um die korrekte Abrechnung der Versicherung zu fordern (mit Nennung der zugrundeliegenden gesetzlichen Regelungen).

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

ein wirtschaftlicher Totalschaden liegt vor, wenn die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert abzüglich des Restwertes übersteigen.

In Ihrem Fall also: 3700 > 4500 - 2100. Daher liegt ein wirtschaftlicher Totalschaden vor. Die Versicherung hat Ihnen die Differenz zwischen Wiederbeschaffungswert und Restwert zu erstatten. Die dahintersteckende Überlegung ist die, dass Sie das alte Fahrzeug zum Restwert verkaufen können und nun den Wiederbeschaffungswert zum Kauf eines vergleichbaren Fahrzeuges haben.

Sie sind nicht verpflichtet der Versicherung das Fahrzeug nach der Reparatur nochmals zur Begutachtung zu überlassen; etwas anderes könnte gelten, wenn sich eine solche Verpflichtung aus Ihrem Versicherungsvertrag ergibt. Dies kann jedoch von hier nicht beurteilt werden. Was die Versicherung damit bezweckt, ist mir ehrlich gesagt auch nicht klar.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

PS.: Wenn Sie diese Antwort bewerten, helfen Sie mit, diesen Service transparenter und verständlicher zu gestalten.

Nachfrage vom Fragesteller 11.10.2010 | 13:01

Sehr geehrter Herr Bordasch,

vielen Dank für Ihre Antwort. Meine Nachfrage:

Ich habe folgendes Urteil recherchiert:

Der Geschädigte kann zum Ausgleich des durch einen Unfall verursachten Fahrzeugschadens, der den Wiederbeschaffungswert nicht übersteigt, die vom Sachverständigen geschätzten Reparaturkosten bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswerts ohne Abzug des Restwerts verlangen, wenn er das Fahrzeug – gegebenenfalls unrepariert – mindestens sechs Monate nach dem Unfall weiter nutzt (BGH, Urteil vom 23.05.2006 – VI ZR 192/05 - (LG Berlin), in: NJW 2006, 2179, NZV 2006, 459).

Sehen Sie eine Möglichkeit, mich auf dieses Urteil zu beziehen und somit die Auszahlung der vollen Reparaturkosten auf dem Klageweg durchzusetzen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.10.2010 | 14:10

Sehr geehrter Fragesteller,

bei dem von Ihnen zitierten Urteil handelt es sich, anders als bei Ihnen, um einen Schaden der von der gegnerischen Haftpflichtversicherung erstattet werden sollte. Sie fordern Schadensersatz von Ihrer eigenen Kaskoversicherung.

D.h. es wurde Ihr Fahrzeug nicht von einem Dritten schuldhaft beschädigt, wodurch gesetzliche Schadensersatzansprüche entstehen, sondern die Versicherung erstattet nur entsprechend den vereinbarten Bedingungen Ihren Schaden.

Die Ansprüche, die Sie gegen Ihre Versicherung geltend machen können, richten sich demnach nach den vereinbarten Versicherungsbedingungen. Häufig findet sich dort folgender Satz: "Bei Totalschaden, Zerstörung oder Verlust des Fahrzeugs zahlen wir den Wiederbeschaffungswert unter Abzug eines vorhandenen Restwerts des Fahrzeugs."

Teilweise wird diese Bedingung weiter verfeinert indem weitere Zahlungen in Aussicht gestellt werden bei vollständiger und fachgerechter Reparatur bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswerts, wenn dies durch eine Rechnung nachwiesen wird. Da Sie selbst reparieren wollen, können Sie jedoch keine Rechnung vorlegen.

Eine fiktive Abrechnung der Reparaturkosten, d.h. ohne Nachweis durch Rechnung, ist idR bei Kaskoversicherungen ausgeschlossen.

Letztendlich müssten Sie Ihre Versicherungsbedingungen nach den Vereinbarungen über Schadensersatz nach Wildunfall überprüfen.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
- Rechtsanwalt -

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