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Wildschaden - Unfallort nicht abgesichert


17.11.2005 15:47 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Guten Tag,

Ich hatte einen Wildunfall, den ich nicht mit Warndreieck abgesichert hatte.

Zum Hergang:

Ein grosses Wildschwein überquerte von links kommend die Fahrbahn.
Trotz Vollbremsung kam es zum Zusammenstoss. Das Tier blieb regungslos liegen.
Ob es eher in der Mitte der Fahrbahn oder eher links auf der Gegenfahrbahn lag, kann ich mich nicht mehr
genau erinnern. Nachdem Zusammenstoß blieb ich stehen und habe den Warnblinker angeschaltet.

Es kam ein Fahrzeug aus der Gegenrichtung fuhr über das Tier und fuhr weiter.

Da es an dieser Stelle keinen Empfang gibt für Handys musste ich ca.2km weiter fahren bis ich die Polizei
verständigen konnte - innerhalb dieser 2 km bin ich von einen Fahrzeug überholt worden, das ebenfalls die
Unfallstelle passiert haben mußte.
Aufgrund der außerordenlichen Situation habe ich es versäumt die Unfallstelle mit einem Warndreieck abzusichern.

Als ich die Polizei verständigt hatte fuhr ich wieder zum Unfallort zurück.
Dort standen inzwischen drei weitere Autos. Offensichtlich hatte der Fahrer des ersten Autos ein Warndreieck aufgestellt und somit
die Unfallstelle abgesichert. Trotzdem streiften die anderen zwei Autos ebenfalls das Tier.

In der Zeit zwischen meinem Verlassen des Unfallortes bis zu meiner Rückkehr sind schätzungsweise 10-15 min. vergangen, in dieser Zeit sind einige (evt. 5-7)Fahrzeuge an der Unfallstelle vorbeigefahren.


Von der Polizei habe ich eine ,Betroffenen-Anhörung´ bekommen.Ich soll zu dem Vorwurf Stellung nehmen, dass ich als Beteiligte eines Verkehrsunfalls
die Unfallstelle nicht absicherte und es somit zu weiteren Unfällen kam. § 34 Abs. 1, § 1 Abs.2, § 49 StVO


b) von meiner Versicherung habe ich ebenfalls einen Anhörungsbogen bekommen, da jemand Schadensersatzansprüche geltend macht. Nach meinen Ermittlungen, daß letzte Auto, welches an eine gesicherte Unfallstelle ankam, aber trotzdem anscheind das Tier streifte.


Meine Fragen:

1. Bin ich für die Folgeschäden haftbar, hätte im Prinzip nicht jeder Fahrer der an dem Tierkadaver vorbeifuhr die Stelle absichern müssen ?
Kann nicht allerhöchstens ein Fahrer Schadenersatz fordern, da er ja in dem Moment in dem er einen Unfall hat, selber die Stelle
absichern muß und wenn er es nicht tut für die Folgeschäden verantwortlich ist?

2. Ich vermute, daß man mir höchsten eine Teilschuld (oder?) geben kann, wie hoch könnte die Ihrer Ansicht nach sein ?

3. Kommt das Zugeben der Ordnungswidrigkeit einen Schuldeingeständnis gleich ?
Es ist auch möglich diese Anhörung mit Aussageverweigerungsrecht zurück zu senden. Wäre dies sinnvoll?

4. Wie kann ich meine Versicherung daran hindern, einfach irgendwelche Forderungen zu begleichen und meinen Schadensfreiheitsrabatt zu senken ?

5. Wenn ich von der Aussageverweigerungsrecht gebraucht mache, soll die Versicherung genaue Beschreibung vom Unfallhergang erhalten inkl. nicht Absichern des Unfallorts?


Wäre für eine klärende Antwort sehr dankbar..
Mit freundlichen Grüssen

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Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Fragen möchte ich wie folgt beantworten:

1.)
In der Tat ist es so, dass nach § 34 StVO Sie verpflichtet gewesen wären, die Unfallstelle abzusichern, so dass der Vorwurf dem Grund nach gerechtfertigt ist. Diese Pflicht trifft die Unfallbeteiligten, wobei es aber auch unbeteiligte Farhrer treffen kann (nur sind die offenbar nicht mehr zu ermitteln).

Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass Sie mit einem Warndreieck nur eine Fahrtrichtung absichern können und die weiteren Fahrer nach der StVO auch selbst nur so schnell fahren dürfen, dass sie vor einem plötzlich auftauchenden Hindernis rechtzeitig anhalten können. Eine Rolle wird dabei also auch die Uhrzeit, die leider nicht genannt worden ist, ebenso spielen, wie die Frage, ob die Strecke mit einem Warnschild Wildwechsel auf die Gefährlichkeit der Strecke schon an sich hingewiesen hat und die Sichtverhältnisse.

Schadensersatz kann aber Jeder fordern, der durch den ungesichert gebliebenen Kadaver einen Schaden erlitten hat.

2.)
Hier wird neben den obigen Erwägungen auch eine gewichtige Rolle spielen, dass Sie Ihrer Wartepflicht genüge getan und die Unfallstelle nur zeitweilig verlassen haben, um die Polizei zu benachrichtigen. Sollte man Ihnen (und nun müssen Sie zwischen den zivil- und strafrechtlichen Vorschriften unterscheiden) trotz des überwiegenden Verschulden des "letzten" Fahrers, der das Tier gestreift haben will, überhaupt noch einen Vorwurf machen, liegt dieses in einem geringen Prozentsatz von etwa 10% (vorbehaltlich einer Akteneinsicht, die zur vollständigen Einschätzung notwendig ist). Nach Ihrer Schilderung sehe ich das ganz überwiegende Verschulden bei den anderen Fahrer.

3.)
Ja, deswegen kann man ohne Kenntnis des gesamten Akteninhaltes auch nur ehrlicherweise dazu raten, einen Rechtsanwalt beizuziehen und keine Angaben zu machen.

4.)
Sie könnten ein sogenanntes Regulierungsverbot aussprechen, hätten dann aber das Risiko, den Schaden - sollte Ihre Schuld nach der Aktenlage doch zu bejahen sein - dann selbst zu zahlen. Es kame dabei auf die Höhe der gegnerischen Forderungen an, so dass Sie damit sehr vorsichtig umgehen sollten.

5.)
Ihre Versicherung müssen Sie wahrheitsgemäß und vollständig informieren. Mit "Schönschreiberei" verletzen Sie Ihre Pflichten aus dem Versicherungsvertrag und machen sich schdensersatzpflichtig; also VOLLSTÄNDIG und WAHRHEITSGEMÄß informieren!

Nochmals: Diese Einschätzungen können hier nur deshalb vage sein, da der Akteninhalt nicht bekannt, dieses aber zwingend notwendig ist. Hierzu sollten Sie weiteren anwaltlichen Rat einholen, da die Akte eben nur von einem RA eingesehen werden kann; selbstverständlich können Sie sich an unser Büro dazu wenden.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle
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