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Wildschaden

16.07.2016 22:26 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Guten Abend,

ich hatte heute Abend um 19:25 Uhr einen Wildunfall mit einen Reh. Gleich danach habe ich mit der Polizei telefoniert, der ich den Unfallhergang beschrieben habe. Da das Fahrzeug nur einen kleinen Schaden hat und das Reh weitergelaufen ist, sollte ich in die ca. 6-7km entfernte Dienststelle fahren und den Schaden dort melden.
Nach 40 Minuten warten kam auch ein Kollege der das Fahrzeug begutachten sollte. Er sah sich den Schaden grob an und sagte zu mir, das das kein Wildschaden ist.
Kurz danach machte er eindeutig mit seinen privaten Telefon Bilder von meinen Auto. Ich muss zugeben das der ca. 3-4 cm Hohe und ca. 10 cm Lange Kratzer untypisch für einen Wildschaden ist. Es sieht tatsächlich eher wie ein Bordsteinschaden aus. Aber es war wirklich so. Als wir wieder in der Dienststelle waren machte der Polizist mir sehr laut und unfreundlich klar, dass er mir keine Wildschadenbescheinigung ausstellen wird. Trotzdem aber würde er einen Unfall aufnehmen (weil er dazu verpflichtet ist). Er und sein Kollege, der Dienststellenleiter, drohten mir beide an, wenn ich möchte das die Polizei einen Unfall aufnimmt, dann werde ich auch sofort eine Strafanzeige bekommen.
Da ich mir nichts vorzuwerfen habe und die Wahrheit gesagt habe, habe ich es drauf ankommen lassen.
Meine Frage lautet nun, wie ich mich weiter verhalten sollte? Kann ich Montag ein Gutachten erstellen lassen? Soll ich die Versicherung anrufen und ihr das mitteilen, dass ich keine Wildschadenbescheinigung erhalten habe? Hat der Polizist nur die Anzeige geschrieben und den Unfall gar nicht aufgenommen? Ich habe danach keine Papiere erhalten.
Das Fahrzeug ist ein BMW 520D Baujahr 2012. Er hat noch ca. einen Wert von 24000€. Ich weiß nicht ob das der Sacche dient, aber vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich 25 Jahre alt bin und aussehe wie 16 Jahre alt. Da die beiden Polizisten mich immer wieder darauf aufmerksam machten.
Ich hoffe Sie können mir helfen. Danke im Vorraus

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie sind hier in der Tat in eine ärgerliche Situation geraten.
Grundsätzlich ist die Beauftragung eines Gutachters sinnvoll. Es besteht eine gute Chance, dass ein Gutachter das Vorliegen eines Wildschadens feststellen kann. Es finden sich bei Wildschäden sehr häufig Harre oder auch Talg der Tiere an dem Auto. Der Gutachter kann aufgrund solcher Spuren zweifelsfrei sagen, dass ein Wildschaden vorliegt.
Allerdings kostet ein Gutachter auch Geld. Ehe die Versicherung ihre Haftung nicht abgelehnt hat, ist sie nicht verpflichtet die Kosten eines Gutachters zu erstatten.
Sie sollten sich daher schnell mit Ihrer Versicherung in Verbindung setzen und dieser den Sachverhalt schildern. Lehnt die Versicherung ihre Haftung ab, so sollten Sie sofort einen Gutachter beauftragen. Bei einem positiven Ergebnis muss die Versicherung neben dem Schaden auch den Gutachter bezahlen.
Zahlt die Versicherung dagegen von sich aus ,so hat sich die Sache damit erledigt.

Ein Gutachter kann nach meinen Erfahrungen meistens auch noch einige Wochen nach dem Vorfall Tierspuren am Auto finden. Zulange sollte man aber nicht warten und das Auto natürlich in dieser Zeit auch nicht waschen.
Sollte die Versicherung Sie hinhalten, so setzten Sie ihr eine Frist und verweisen darauf, dass kurz nach Ablauf dieser Frist Wildschäden am PKW wahrscheinlich nicht mehr feststellbar sind.
Wegen der Länge der Frist nehmen Sie am besten bereits jetzt Kontakt mit einem Gutachter auf. Dieser kann Ihnen sehr viel besser als ich sagen, wie lange derWildschaden sich in Ihrem Fall feststellen laßt.
Verstreicht die Frist, beauftragen Sie sofort den Gutachter und stellen dessen Honorar bei positivem Ergebnis ebenfalls der Versicherung in Rechnung.
Sollte der Schade sehr hoch sein, bietet sich auch noch die Variante an, die Kosten des Gutachters selbst zu tragen und später möglicherweise nicht erstattet zu bekommen.
Eine dritte Variante wäre es, dass Sie mit der Versicherung sofort vereinbaren, dass diese einen Gutachter stellt. Die Versicherung ist dazu nicht verpflichtet. Dennoch sind Versicherer häufig selbst daran interessiert, die Sache aufzuklären und übernehmen daher die Kosten des Gutachters (welchen sie dann auch selbst beauftragen).

Strafrechtlich wird Ihnen wahrscheinlich nichts drohen. Selbst, wenn der Schaden sich nicht nachweisen lässt, ist eine strafrechtliche Verfolgung sehr unwahrscheinlich. Sollten Sie aber wieder Erwarten Post von der Polizei bekommen, so schildern Sie ruhig den Wildunfall. Ihre Schilderung wird sich von der Staatsanwaltschaft kaum wiederlegen lassen.

Ich möchte abschießend zudem darauf hinweisen, dass ich im Rahmen dieses Forums lediglich einen ersten Überblick über die Rechtslage geben kann. Eine vollständige und persönliche Rechtsberatung kann hierdurch nicht ersetzen werden. Auch führt das Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen unter Umständen zu einer völlig anderen rechtliche Beurteilung.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Tampier
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 17.07.2016 | 00:11

Hallo,

erstmal vielen Dank für die schnelle Antwort. Also bei uns hat es "leider" zum Unfallhergang und auch danach relativ stark geregnet. Das Äußerlich keine Haare vom Wild Feststellbar sind, habe ich den Polizisten auch klargemacht. Da das Reh stark angeschlagen war, gehe ich davon aus, das sich das Reh auch noch in der Nähe vom "Tatort" ist. Aber ich möchte gerne wissen, ob der Polizist mir Unterlagen,Papiere und/oder eine Bestätigung geben muss das er einen Unfall NEU aufgenommen hat? Und darf ein Polizist mit seinem privaten Handy aufnahmen von meinen Fahrzeug machen?

Danke.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.07.2016 | 00:29

Sehr geehrter Fragesteller,
üblicherweise teilt die Polizei zumindest ein Aktenzeichen mit, unter dem die Sache geführt wird. Damit haben Sie auch gleich einen Nachweis der Anzeige. Sollten Sie ein solches Aktenzeichen noch nicht erhalten haben, so sollte dies spätestens auf Nachfrage Ihrerseits mitgeteilt werden. Mit diesem Aktenzeichen kann im Notfall später jeder Anwalt für Sie Akteneinsicht bei der Polizei nehmen.
Auch müssen Sie als Anzeigenerstatter später über das Ergebnis der Ermittlungen informiert werden.
Nun zu der Frage, ob der Polizist Aufnahmen von Ihrem PKW mit einem privatem Handy machen dürfte. Grundsätzlich darf der Polizist nur dienstliche Aufnahmen machen. Bedient er sich dabei seines privaten Handys ist das unschädlich. Er darf die Fotos aber nicht anders als dienstlich nutzen, d.h. er darf sie nicht etwa im Freundes und Bekanntenkreis herumzeigen.
Mit freundlichen Grüßen
Michael Tampier
Rechtsanwalt

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