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Wieviel Unterhalt muss ich zahlen?

21.03.2007 17:14 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Ich bin seit 13 Jahren geschieden (und wieder verheiratet, nochmal zwei Kinder aus der zweiten Ehe). Meine Kinder aus der ersten Ehe sind 17 und 15, meine Frau ist voll berufstätig. Mein Monatsnetto beträgt rund 2100 EUR (incl. Weihnachts- und Urlaubsgeld), das Kindergeld bezieht meine geschiedene Frau. Ich begreife die Düsseldorfer Tabelle nicht: Wie hoch ist der Unterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle für die beiden Kinder ohne eventuellen Unterhalt für deren Mutter? Die Mutter verdient, soviel ich weiss, mehr als ich; würde das dann wieder gegengerechnet?

Freundliche Grüße!

Sehr geehrter Ratsuchender,

der Unterhaltsanspruch nach der Düsseldorfer Tabelle beträgt bei Ihrem Einkommen 316,00 EUR pro Kind.

ABER:

Es ist in Ihrem Fall durchaus möglich, dass Sie diesen Unterhalt nicht in voller Höhe zahlen müssen. Das liegt daran, dass Sie nach Ihrer Darstellung noch zwei weiteren Kindern zum Unterhalt verpflichtet sind. Diese haben neben Ihren Kindern aus der ersten Ehe ebenso einen sogenannten gleichrangigen Unterhaltsanspruch. Die Höhe kann ich nicht beurteilen, da mir das Alter nicht bekannt ist.

Darüberhinaus sind Sie auch noch Ihrer jetzigen Ehefrau zum Unterhalts verpflichtet, wenn diese kein oder nur ein geringes eigenes Einkommen hat.

In diesem Fall wären Sie fünf Personen zum Unterhalt verpflichtet. Dann würde Ihr Einkommen unter Berücksichtigung des Selbstbehaltes von 890,00 EUR nicht ausreichen. Es müsste dann eine sogenannte Mangelfallberechnung durchgeführt werden.

Sie sollten daher einen Rechtsanwalt aufsuchen, der eine genaue Unterhaltsberechnung durchführt; der auch Ihr Einkommen genau errechnet.

Zum Abschluss teile ich Ihnen weiter mit, dass das Einkommen Ihrer geschiedenen Frau nicht berücksichtigt wird; es sei denn es übersteigt Ihr Einkommen erheblich. Nur dann könnte man aus Billigkeitserwägungen dieses auch berücksichtigen. Das wäre dann der Fall, wenn man zu dem Ergebnis käme, dass es nicht hinnehmbar ist, wenn Ihre geschiedene Frau in sehr guten finanziellen Verhältnissen lebt, während Sie nur von dem Selbstbehalt leben müssten.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Rückfrage vom Fragesteller 21.03.2007 | 18:36

Hallo Frau True-Bohle,

vielen Dank für die prompte Antwort. Meine "kleinen" Kinder sind sieben und vier, meine jetzige Frau ist zu 50% berufstätig und verdient rund 1200 EUR netto monatlich.

Und: Man müsste von den Unterhaltsleistungen korrekterweise noch die Hälfte des Kindergelds wieder abziehen, das die Mutter ja komplett bekommt, oder?

Danke und Gruß

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 21.03.2007 | 18:53

Sehr geehrter Ratsuchender,

bei dem von mir genannten Betrag ist der Abzug des hälftigen Kindergeldes schon berücksichtigt.

Der Unterhaltsanspruch Ihrer "kleinen" Kinder beträgt nach der Düsseldorfer Tabelle 199,00 EUR bzw. 257,00 EUR.

Nach Abzug der Unterhaltsbeträge verbleiben Ihnen 1.012,00 EUR. Nach den Einkünften Ihrer Frau, kommt es nicht zu einer Mangelfallberechnung.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Ergänzung vom Anwalt 21.03.2007 | 18:33

Ich muss Sie noch darauf hinweisen, dass die Berechnung der genannten Unterhaltsbeträge auch noch geringer ist, wenn die Kinder , das kann bei dem 17-jährigen Kind der Fall sein, über eigene Einkünfte verfügen. Das wäre insbesondere bei einer Ausbildungsvergütung der Fall. Diese müsste zum Teil angerechnet werden.

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