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Wieviel Unterhalt müßte ich meiner Frau (Kinder werden dann bei ihr wohnen) und den Kindern zahlen?


28.11.2005 18:25 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Tag,
ich werde mich Anfang nächsten Jahres von meiner Frau trennen.
Wir haben 3 Kinder (4,6,8 Jahre alt), ich bin selbständig und
meine Frau ist Hausfrau.

Wieviel Unterhalt müßte ich meiner Frau (Kinder werden dann bei
ihr wohnen) und den Kindern zahlen? Mein zu versteuerndes
Einkommen beträgt ca. 49000 Euro. Meine Frau bleibt im Haus,
sie wird hier keine Belastungen (Hypotheken, Grundschuld) mehr
haben, sie wohnt somit "mietfrei", zudem behält sie die
komplette Wohnungseinrichtung. Das Kindergeld wird komplett an
meine Frau ausbezahlt und dies bleibt auch so.

Wie würde sich der Unterhalt verändern, wenn meine Frau bei
mir angestellt ist/bleibt und sie mtl. 600 Euro brutto verdient?

Ich werde zu meiner Lebensgefährtin ziehen, sie lebt derzeit
auch in Scheidung, hat 2 Kinder. Reduziert sich ihr Unterhalt,
welchen sie von ihrem Mann erhält, wenn ich zu ihr ziehe und
auch meinen finanziellen Beitrag zum täglichen Leben (Miete,
Essen usw.) leiste?

Wird die Steuererklärung bei getrennt lebenden noch gemeinsam
gemacht, oder macht diese jeder für sich allein?

Kann ich meine Kinder bei mir auf der Steuerkarte mit
aufführen, auch wenn diese bei meiner Frau wohnen?

Für die Beantwortung vorab besten Dank.
28.11.2005 | 19:32

Antwort

von


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Nürnberger Strasse 24
63450 Hanau
Tel: 06181-6683 799
Web: www.glatzel-partner.com
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Sehr geehrter Ratsuchender,

da eine Vielzahl von Faktoren in die Unterhaltsberechnung einfließen, kann an dieser Stelle der Unterhalt nur überschlägig errechnet werden:

Zunächst müsste Ihr Einkommen unterhaltsrechtlich wahrscheinlich noch bereinigt werden.

Ihr durchschnittliches Monatseinkommen beträgt 4.083 €
Unterhalt für das 4jährige Kind: 388 €
Unterhalt für das 6jährige Kind: 470 €
Unterhalt für das 8jährige Kind: 470 €

Auf den Kindesunterhalt muss allerdings auch hälftig das Kindergeld angerechnet werden, das Ihre Frau bezieht. Also jeweils 77 EUR. Somit kämen Sie auf Kindesunterhalsansprüche von
311 EUR für das erste Kind. 393 EUR für das zweite und dritte Kind. Dadurch dass Sie aber drei Kinder haben und die Unterhaltstabelle auf Unterhaltsverpflichtete mit zwei Kindern abstellt, ist zu Ihren Gunsten wohl davon auszugehen, dass Sie in trotz höheren Einkommens in eine niedrigere Gehaltsstufe einzuordnen wären. Dies wird aber im Rahmen dieser Modellrechung nicht berücksichtigt.

Bemessungsgrundlage für den Ehegattenunterhalt: 2.986 €
Ehegattenunterhalt: 3/7 hiervon: 1.279 €
Ihnen würden bleiben: 1.707 €

Da Ihre Ehefrau im gemeinsamen Haus wohnen bleibt, muss sie sich aber den Wohnvorteil wei ein Einkommen anrechnen lassen. Dieser bestimmt sich nach dem aktuellen Mietspiegel. D.h. der Ehegattenunterhalt würde sich zu Ihrem Gunsten nochmals reduzieren.

Würde Ihre Frau 600 € dazu verdienen, wird grundsätzlich das nach der Scheidung erzieltes Einkommen nicht mehr voll auf den Unterhalt angerechnet, sondern es bleibt bei der üblichen 3/7 Quote. D.h.:

Bemessungsgrundlage: 2.986 €
Dazuverdienst: 600 €
Gesamt: 3.586 €
3/7 Unterhalt 1.536,86 €
Ihnen verbleiben: 1.450 €


Hierbei handelt es sich aber wie gesagt nur um eine ganz grobe Modellrechnung. Wahrscheinlich ist Ihr Einkommen zu hoch angesetzt und muss noch weiter bereinigt werden.

Der Unterhalt Ihrer Lebensgefährtin könnte sich durchaus verringern, wenn sie eine neue Lebensbedarfsgemeinschaft bilden.

Die gemeinsame Steuererklärung ist im Jahr der Trennung noch möglich, allerdings nur, wenn sie nicht das ganze Jahr getrennt gelebt haben. Sollten Sie gemeinsam veranlagt werden, bekommen sie beide den vollen Kinderfreibetrag. Dieser beträgt für ein Kind 3.648 € pro Jahr. Bei getrennter Veranlagung würde Ihnen nur der halbe Freibetrag zustehen.

Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Marcus Alexander Glatzel
Rechtsanwalt

www.kanzlei-galtzel.de


Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

Nachfrage vom Fragesteller 08.12.2005 | 17:39

Sehr geehrter Herr Glatzel,

danke für Ihre Ausführungen. Bezüglich Hinzuverdienst meiner
Frau möchte ich noch wissen, ob ich die Antwort richtig
verstanden habe. Ich muß an meine Frau einen Betrag zahlen und
der reduziert sich nicht durch ihren eigenen Verdienst?
Bei Ihrer zweiten Berechnung zwecks Ehegattenunterhalt wurden
die 600 Euro Verdienst meiner Frau zu meinem Einkommen dazu
addiert, dadurch muß ich bei dieser Berechnung ca.1536 Euro
an meine Frau zahlen. Kann das sein, denn dann würde ich ja
auch aus dem Verdienst meiner Frau einen Teil noch an Ehegatten-
unterhalt zahlen müssen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.12.2005 | 15:07

Sehr geehrter Ratsuchender,

für die Berechnung des Unterhalts fließen in die Bemessungsgrundlage beide Einkünfte ein. Hiervon wird der Unterhaltsbedarf(3/7) ermittelt. Wenn die Einkünfte Ihrer Ehefrau anrechenbar sein sollten, dann sind vom Unterhaltsbedarf nochmals die 600 € abzuziehen. Allerdings erzieht Ihre Frau meherere minderjährige Kinder, spricht dies nach der Rechtsprechung gegen eine Anrechnung, weil die Tätigkeit wegen Erziehung überobligatorisch wäre. Ferner müsste aber geprüft werden, inwieweit der von Ihnen zu zahhlende Zusatzverdienst als Betriebsausgaben Ihre Gewinneinkünfte und damit Ihre Bemessungsgrundlage reduzieren könnte. Dies müsste allerdings von einem Anwalt vor Ort geprüft werden.

Mit freundlichen Grüßen

Marcus Alexander Glatzel
Rechtsanwalt

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