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Wieviel Gesamteinkommen stände meiner Familie zur Verfügung?


| 26.03.2006 23:23 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren,

folgende aktuelle Situation:

Ich bin Alleinverdiener, verheiratet, 1 Kind. Ich beziehe mein Einkommen aus selbständiger Arbeit (Ich AG im 3. Jahr) und komme derzeit „einigermaßen über die Runden“

Nun lese ich heute in der „Bild am Sonntag“ einen Artikel. Ich zitiere: ...Millionen Menschen mit geringen Einkommen verdienen weniger, als sie bei der Arbeitslosenbehörde bekommen würden. Wer clever ist, läßt sich diese Differenz auf Antrag auszahlen. Mehr als 900.000 sogenannte Aufstocker machen inzwischen davon Gebrauch. Das sind 22 Prozent aller Hartz-IV—Bezieher – vom Taxifahrer bis zum Bäckergesellen.
Ein alleinverdienender Verheirateter mit zwei Kindern hat inklusive aller Nebenleistungen (Miete Heizkosten) Anspruch auf rund 1700 Euro (!!!) an Arbeitslosengeld II. Das ist mehr als viele Gering- und Normalverdiener mit ihrem job netto nach Hause bringen....

Gesetz dem Fall ich muß meine Selbständigkeit wegen Erfolglosigkeit aufgeben, würde ich mir umgehend eine Vollzeitstelle als „Ungelernter“ bei einer „Zeitarbeitsfirma“ suchen, da ich wirklich arbeiten will. Der derzeitige Lohn für „Ungelernte“ läge dort bei vielleicht max. 700-800 Euro netto. Wir leben in einer 3 Zimmer Wohnung (60 m2) für ca. 450 Euro warm . Es gibt keinerlei „verwertbares Vermögen“
Da ich von 700 Euro unmöglich eine Familie ernähren UND die Miete bezahlen kann, möchte ich gern wissen, ob auch ich dann diese Regelung in Anspruch nehmen könnte. Handelt es sich um den oben wiedergegebenen Artikel um „reißerische Presse“ oder entspricht es den Tatsachen?

Bisher habe ich geglaubt, wenn man „Hartz IV Empfänger sei, dann würden wir Anspruch auf nur ca. 300 Euro im Monat zum Leben haben und sah uns in meinen schlimmsten Befürchtungen bereits verhungern! Ich wusste vor diesen Artikel nicht, daß die Möglichkeit der „Aufstockung“ besteht.

Ich bitte um kompetente Aufklärung. Das ich sofort wieder Vollzeit arbeiten würde – leider in einer Zeitarbeitsfirma für 6 € die Stunde (ich gehe davon aus, daß ich auf dem freien Arbeitsmarkt geringe bis gar keine Chancen habe)- versteht sich für mich von selbst.
Wieviel „Grundeinkommen“, bzw. „Aufstockung" stände uns konkret zu, wenn ich 700-800 Euro netto als Vollzeitarbeiter (40 Std-Woche) verdienen würde? Entspricht der Artikel den aktuellen Tatsachen?


Sehr geehrter Ratsuchender,


den genauen Betrag auf "Heller und Pfennig" auszurechnen ist so nicht möglich, da noch einige Informationen fehlen.

Als Grundlage gilt aber zunächst Folgendes:


Der Alleinstehende hat einen Anspruch auf 345,00 EUR. Sofern Ihre Frau nach Ihren Angaben nichts hinzu verdient, ist es so, dass für Sie und Ihre Frau an JE 311,00 EUR angerechnet werden, für die beiden Erwachsenen also 622,00 EUR gezahlt werden.

Hinzu kommt der Betrag für das Kind, der vom Alter anhängig ist, so dass ich mangels derzeitiger Kenntnis von einem "mittleren Betrag" von 207,00 EUR ausgehe, der aber noch nach oben und unten variieren könnte.

Hinzu kommen auch die Kosten der angemessenen Wohnung, die dann komplett übernommen werden. Nach Ihren Angaben werden die vollen 450,00 EUR übernommen werden, da die Größe der Wohnung für drei Personen mindestens angemessen ist.

Sofern Sie eigenen Einkünfte haben, werden diese unter Berücksichtigung eines Freibetrages angerechnet; hier gibt es Unterschiede von Bundesland zu Bundesland, was so auch nicht pauschal beantwortet werden kann.


Dieses alles vorausgesetzt, wird ein ergänzenden Anspruch in Höhe von rund 580,00 EUR anfallen.




Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle



Nachfrage vom Fragesteller 27.03.2006 | 00:10

Sehr geehrte Frau True-Bohle,

ich möchte die Nachfragefunktion nutzen um ergänzende Angaben zu machen. Da ich nicht genau weiss, welche ergänzenden Informationen Sie benötigen, beschreibe ich die Situation einmal genauer:
Bundesland NRW, Kind ist 1 Jahr alt. Frau verdient nichts hinzu; wäre erst einmal aus verständlichen Gründen mit der Betreuung unseres Kindes beschäftigt. Ich bin Aleinverdiener, der dann, wenn das "worst case Szenario" eintritt, ca. max. 800 Euro netto für 40 Stunden in der Zeitarbeit verdient (habe mich zuvor mal erkundigt). Meine Frage ist schon konkret, da ich befürchten muss, die Selbständigkeit bald aufgeben zu müssen.

a) Würden die ca. 450 Euro Mietkosten dann wirklich von der Arbeitsagentur übernommen oder werden wir auf Anweisung des Amts in eine kleinere Wohnung umziehen müssen?

Wieviel Geld habe wir dann konkret zur Verfügung:

b)Verstehe ich Sie richtig:wenn wir 800 Euro Lohn aus meiner (Voll)Zeitarbeit hätten+ erhielten wir dann ca. 500 Euro "Aufstockung" vom Amt + die Mietkosten

Vielen Dank, verehrte Frau True-Bohle! Sollte die Nachfrage zu umfangreich sein, stelle ich sie auch noch einmal erneut mit neuem Einsatz ein.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.03.2006 | 09:18

Sehr geehrter Ratsuchender,

die Regelleistung für das Kind bleibt bei 207,00 EUR.

Bei einem Einkommen von 800,00 EUR netto, würde Ihnen ein ergänzender Anspruch von ca. 500,00 EUR zustehen. Bei meiner Berechnung in der Antwort bin ich von 700,00 EUR ausgegangen.

In diesen 500,00 EUR sind aber die Kosten für die Wohnung schon berücksichtigt. Sie bekommen also nicht die 500,00 EUR und die 450,00 EUR für die Wohnung.

Die Kosten für die Wohnung sind in Ordnung. Für drei Personen werden zwischen 60 und 70 qm zugestanden. Die Miete in Höhe von 450,00 EUR warm ist auch in Ordnung. Es ist zwar immer von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Die Kosten in Höhe von 450,00 EUR bewegen sich aber im Mittel, so dass ich meine, dass diese übernommen werden müssen.

Ich habe bei meiner Berechnung das Erziehungsgeld unberücksichtigt gelassen, da dieses nicht angerechnet wird.

Ich möchte Sie aber darauf hinweisen, dass diese Berechnung nur überschlägig sein kann. Sie kann zunächst nur dazu dienen, Ihnen einen Anhaltspunkt zu geben, mit welchen Beträgen Sie annährend zu rechnen haben.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

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