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Wiederversteigerung nach Versteigerung zur Auflösung der Gemeinschaft

18.07.2014 19:14 |
Preis: ***,00 € |

Zwangsvollstreckung, Zwangsversteigerung


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Henning


Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich habe vor 2 Jahren zusammen mit meiner Schwester eine Landwirtschaftliche Hofstelle und verschiedene Äcker und Wiesen geerbt. Der Betrieb wird schon seit Jahren nicht mehr bewirtschaftet. Das Anwesen mit allem was dazugehört war komplett Schuldenfrei. Im Grundbuch sind meine Schwester und ich als Erbengemeinschaft eingetragen.

Meine Schwester ging zu einem Anwalt und hat die Versteigerung beantragt. Das Verfahren ist in 2 Teile aufgeteilt worden. 1x alle Landwirtschaftlichen Grundstücke 1x die Hofstelle an sich. Ich bin beiden Verfahren beigetreten. Ich habe bis jetzt alles ohne Anwalt bestritten und bin soweit auch gut zurecht gekommen.

Das erste Verfahren mit den Landwirtschaftlichen Grundstücken hat bereits statt gefunden. Meine Schwester war am Ende die Höchstbietende. Alles ging fast zum Verkehrswert an Sie. Der Rechtspfleger hat mir mitgeteilt das meine Schwester das Meistgebot nicht gezahlt hat und nun Sicherungshypotheken eingetragen werden.

Mir ist bekannt das ich die Wiederversteigerung beantragen kann. Meine Schwester ist finanziell eigentlich sehr gut aufgestellt und besitzt ein abbezahltes Einfamilienhaus das nichts mit der Versteigerung oder der Erbmasse zu tun hat. Auch Barmittel dürften mehr als genug da sein.

Jetzt zu meinen Fragen?

1. Welche Möglichkeiten bleiben mir jetzt? Wenn ich die Wiederversteigerung beantrage und es kommt zu einem schlechteren Ergebnis, bleibe ich dann auf den Rest meiner Forderung sitzen? Oder kann ich einen Gerichtsvollzieher für den Rest beauftragen?
2. Da meine Schwester genug Geld hat, wäre es da nicht einfacher direkt in Ihr Privat Vermögen zu vollstrecken oder ist dies nicht möglich?
3. Es ist im Internet immer von sog. Vollstreckbaren Titeln die Rede. Habe ich jetzt auch einen Titel gegen Sie in der Hand und kann ich mir aussuchen wie Ich diesen vollstrecken lasse?
4. Wenn ich für dieses Vorgehen einen Anwalt vor Ort beauftragen würde, kämen sofern meine Schwester solvent genug ist überhaupt Kosten auf mich zu? Oder muss ich meinen Anwalt prinzipiell selbst zahlen obwohl meine Schwester über genügend Geld verfügt um die strittige Summe und den Anwalt zu bezahlen?

Ich denke es würde schon reichen wenn der Gerichtsvollzieher bei Ihr vorbei schaut. Der würde dann feststellen das genügend Geld da ist und alle wäre schnell vom Tisch. Die Wiederversteigerung dauert ja bestimmt auch wieder viele Monate.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


zu 1)
Grundsätzlich ist die Gefahr eines Mindererlöses im Fall einer erneuten Versteigerung überschaubar, da das "Ergebnis" der ursprünglichen Versteigerung in Form der Sicherungshypotheken mit in das neue Bargebot aufgenommen wird, § 128 Abs. 4 ZVG.
Unbekannt ist, ob die Ihnen nach dem Verteilungsplan zustehende Forderung gegen Ihre Schwester als Ersteherin bereits vom Gericht nach § 118 Abs. 1 ZVG übertragen wurde. Sollte dies der Fall sein, könnten Sie sich hierüber vom Gericht einen vollstreckbaren Titel ausstellen lassen und über diesen in das gesamte Vermögen Ihrer Schwester vollstrecken. Die (von mir nicht zu beurteilende) Frage ist nur, ob dies aufgrund der engen verwandtschaftlichen Beziehung ratsam ist.

zu 2)
s.o.

zu 3)
Den Titel haben Sie noch nicht in der Hand. Ein Titel ist - vereinfacht ausgedrückt - eine einen Anspruch verbriefende Urkunde, wie z.B. ein Urteil oder ein Grundstückskaufvertrag. Vollstreckbar wird dieser Titel z.B. beim Urteil durch Zeitablauf (Ablauf etwaiger Rechtsmittelfristen) oder in Notarurkunden durch entsprechende Zwangsvollstreckungsunterwerfung, z.B. gem. § 800 ZPO. In jedem Fall erkennt man einen vollstreckbaren Titel durch den am Anfang oder Ende der Urkunde angebrachten Vollstreckungsvermerk, in der Regel auch am Vermerk/Stempel "Vollstreckbare Ausfertigung" in der Kopfzeile.
In Ihrem Fall erhalten Sie den vollstreckbaren Titel in der Geschäftsstelle der die Versteigerung durchführenden Zwangsversteigerungsabteilung des Amtsgerichts.

zu 4)
Die letztere Annahme ist korrekt: Grundsätzlich müssen Sie den von Ihnen beauftragten Anwalt selbst bezahlen und sodann versuchen, sich bei Ihrer Schwester schadlos zu halten. In der Regel kann aber, sofern keine Komplikationen auftreten und/oder sich das Verfahren als langwierig herausstellt, mit dem Anwalt grds. eine Vereinbarung dahingehend getroffen werden, dass dieser mit der Fälligstellung seiner Kosten bis zur Realisierung der Hauptforderung wartet.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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