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Wiederholter Ladendiebstahl - Eintrag ins Führungszeugnis ?


07.12.2007 11:36 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Maurice Moranc



Ich war sehr, sehr dumm und habe wahrscheinlich aufgrund meiner desolaten derzeitigen Familiensituation eine Riesendummheit begangen. Ich bin von Beruf Apothekerin, 36 Jahre alt. Heute wurde ich durch einen Detektiv beim Ladendiebstahl erwischt. Der Wert war ca. 180 Euro. Ich habe die Fangprämie von 50 Euro bezahlt. Leider wurde ich bereits vor etwa 2 Monaten in einem anderen Bundesland (Hamburg) ebenfalls erwischt, der Wert war ebenfalls ca. 180 Euro. Zu der ersten Tat bekam ich einen Anhörungsbogen, den ich bereits ausgefüllt zurückgeschickt habe, ein Strafbefehl o.ä. habe ich noch nicht erhalten. Heute wurde dann wieder eine Anzeige aufgenommen. Welches Strafmaß erwartet mich? Geldstrafe, Freiheitsstrafe ?? Gibt es einen Eintrag ins Führungszeugnis. Und ganz wichtig: erfährt mein Arbeitgeber von der Tat?? Bitte, bitte helft mir, mir gehts total mies, zuvor habe ich mir noch nie was zuschulden kommen lassen !!!!

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Sehr geehrter Fragensteller,

die Beantwortung Ihrer Frage erfolgt auf Grundlage der von Ihnen bereitgestellten Informationen. Meine Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Orientierung, da das Weglassen oder Hinzufügen von Details zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen kann. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich. Die Beantwortung Ihrer Frage im Rahmen dieser Plattform kann daher nicht die Beratung durch einen Rechtsanwalt vor Ort ersetzen.

Zur Sache:

Das zu erwartende Strafmaß ist im Vorfeld grundsätzlich nicht seriös einzuschätzen. Dies liegt insbesondere daran, dass dem Richter bezüglich der Strafe ein erheblicher Spielraum zur Verfügung steht. Hinzu kommt, dass, sollte es zu einer Verhandlung kommen, auch Ihr Auftreten vor Gericht eine nicht zu unterschätzende Auswirkung auf das Strafmaß hat.

In Ihrem Fall gehe ich dennoch von einer Geldstrafe aus. Diese wird in Tagessätzen festgelegt. Grob geschätzt müssen Sie als Wiederholungstäterin mit einer Geldstrafe von 40 bis 60 Tagessätzen rechnen. Zur Berechnung der Geldstrafe wird Ihr Einkommen durch 30 geteilt. Dieser Wert ist mit der Anzahl der Tagessätze zu multiplizieren.

Beispiel:
1500,- Euro (Einkommen) : 30 = 50,- Euro (Tagessatz)
x 60 (Strafe in Tagessätzen) = 3000,- Euro (Geldstrafe)

Eine Haftstrafe, die sicherlich noch auf Bewährung ausgesetzt würde, halte ich für unwahrscheinlich.

Ein Eintrag in das Führungszeugnis erfolgt ab einer Strafe von 91 Tagessätzen. Sie würden dann als vorbestraft gelten.

Da Sie Apothekerin sind, kann eine Mitteilung nach 26 MiStra an die zuständige Behörde oder Berufskammer erfolgen. Dies wäre dann der Fall, wenn der Tatvorwurf Zweifel an Ihrer Eignung, Zuverlässigkeit oder Befähigung zur Ausübung des Apotherkerberufs hervorrufen würde.

Für eine abschließende Beurteilung des Sachverhalts empfehle ich, die Rechtslage mit einem Rechtsanwalt Ihres Vertrauens konkreter zu erörtern. Bitte beachten Sie, dass hierbei weitere Kosten entstehen.

Sollten Sie eine anwaltliche Vertretung durch mich wünschen, können Sie die unter "Kontaktangaben" abrufbaren Möglichkeiten nutzen, um mit mir in Kontakt zu treten.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort eine erste Orientierung gegeben zu haben.

Für eine Nachfrage stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen

Maurice Moranc
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 07.12.2007 | 12:50

Zusatzfrage: Der Ladendetektiv hat mir beim herausgehen von sich aus angeboten, nochmals mit dem Geschäftsführer wegen der Anzeige zu reden und mich dann anzurufen. Sollte ich selbst auch diesbezüglich nochmals an den Geschäftsführer herantreten mit einer Entschuldigung und bitten, den Strafantrag zurückzuziehen bzw. nicht weiterzuleiten? Erfährt mein Arbeitgeber von einer Mitteilung an die Berufskammer oder zuständigen Behörde automatisch?
Bitte, bitte nochmals beantworten.
MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.12.2007 | 13:44

Eine weitere Entschuldigung bei dem Geschäftsführer kann nicht schaden. Ob sie aber auch dazu führt, den Strafantrag zurückzuziehen bleibt abzuwarten. Aus der Erfahrung ist dies leider zu bezweifeln. In jedem Fall zeigt eine weitere Entschuldigung Ihre Reue, was sich strafmildernd auswirken kann.

Zu beachten ist noch, dass es sich in Ihrem Fall nicht um ein Antragsdelikt handelt. Mit anderen Worten: In Anbetracht des Wertes der Diebesgut kann die Staatsanwaltschaft das Verfahren trotz eventueller Rücknahme des Strafantrags weiterverfolgen. Anders wäre es nur, wenn es sich bei dem Diebesgut um eine geringwertige Sache handelt (sog. Antragsdelikt). Der Wert dürfte hierfür ca. 25,- Euro nicht überschreiten.

Die Berufskammer oder zuständige Behörde könnte, wenn sie es für nötig hält, den Arbeitgeber informieren.


Mit freundlichen Grüßen

Maurice Moranc
Rechtsanwalt

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