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Wiederherstellung einer Limited

09.08.2014 15:33 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung:

Zur "Restoration" einer englischen Ltd.

Guten Tag,

folgendes Darstellung ergibt sich derzeitig.

Bei eine Limited & Co. KG (Limited nicht im HR eingetragen) Kommanditist ist meine Privatperson und deren Anteile wurden Treuhänderisch gehalten ein Insolvenzanftrag gestellt.

Die Limited wird von einer weiteren Person als Director und Shareholder vertreten.

Nun hat sich ergeben , dass 6 -8 Monate vor dem Insolvenzantrag der Director durch massive Handlunsfehler die Löschung der Ltd. verursacht hat. (Fehlende Returns und Bilanzen).
Das gleiche Fehlverhalten hat er bei der Ltd. & Co. KG in Deutschland dargelegt, so dass wohl bereits Pfändungen und dergleichen durchgeführt wurden. Auch Privatentnahmen vom Geschäftskonto sind mir mittlerweile bekannt, so dass meiner Meinung nach schon ein Insolvenztatbestand vor Löschung der Ltd. bestand.

Nun ist es ja so, dass beim Ausscheiden der Ltd. als Komplementär alle Aktiva und Passiva an den letzten Gesellschafter übergehen, hier meine Person, die immer noch die Anteile Treuhänderisch hält.

Mein Lösungsansatz wäre, als ehemaliger Director und Shareholder (Diese Funktion hatte ich bei der Gründung inne ) die Ltd. wieder reaktivieren zulassen.

Ist dies möglich und welche weiteren Lösungsansätze habe ich hier um meine Privatperson von Forderungen zu schätzen.

Treuhandvertrag liegt vor.

Dank im Voraus für Ihre Bemühungen.

MfG

09.08.2014 | 17:38

Antwort

von


(409)
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96114 Hirschaid
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Zunächst kommt es für die Lösung Ihres Sachverhaltes auf das Treuhandverhältnis nicht an, da gesellschaftsrechtlich Sie Kommantitist und damit Gesellschafter der Ltd & Co. KG sind.

Über die Beteiligung an der & Co. KG war die Ltd aber (auch) im deutschen Inland tätig. Daher kann die - wirksam gegründete (nur hierauf kommt es nach der hier maßgeblichen "Gründungstheorie" an) - Ltd noch immer im Handelsregister eingetragen werden. Denn in Ermangelung besonderer völkerrechtlicher Verträge gilt eine Ltd mit in Deutschland befindlichen Vermögen als fortbestehend, selbst wenn die Ltd im Register des Companies House gelöscht wurde. Allerdings gilt die Ltd, da mit der Löschung die Haftungsbeschränkung weggefallen ist, hierzulande als oHG, d.h. die Ltd-Gesellschafter haften persönlich und unbeschränkt. Da Sie Kommanditist der ebenfalls fortbestehenden & Co. KG sind, bleibt Ihre Haftungsbeschränkung dagegen bestehen.

Allerdings kann beim Companies House die Wiederherstellung (="Restoration") erwirkt werden. Einen entsprechenden Antrag kann durch jeden EHEMALIGEN Director gestellt werden, vgl. sec. 1024 p. 3 Companies Act (2006). Daher ist die von Ihnen bislang favorisierte Alternative ein gangbarer Weg.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Thomas Henning

Rückfrage vom Fragesteller 09.08.2014 | 18:53

Guten Tag ,

Danke für die fachlich sehr interessant dargestellte Antwort .

Wäre nur zu beweisen das die limited nach deren zwangslöschung Vermögen hier in Deutschland führt .

Allein die Tatsache das der Director mehrfach Höhe Bargeldauszahlungr. Getätigt , könnte ggf. Hier schon ausreichen . Auch dürfte eine haftungsentschädigung in irgendeiner Form zur Ausschüttung gekommen sein .
Da die Ltd. Über keine eigenes Konto in England verfügt hat , kann dies nur bar geschehen sein . Somit sollte nachweislich noch irgendwo ein Euro sein .

Die Tatsache , dass der Director seinen Pflichten zur Buchführung für die Ltd. Und auch für die kg nich nachgekommen ist kommt hier nicht zu tragen ?

Ich sehe es so, dass bereits ein insolvenzgrund vor der Löschung der Ltd. Vorlag und aufgrund seiner Versäumnisse hier voll haftbar ist .

Danke für die Beantwortung meiner Nachfrage .

Mfg

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 09.08.2014 | 19:16

Hallo

und danke für die Nachfrage bzw. die ergänzenden Angaben.

Alleine der Umstand, dass die Ltd an einer & Co. KG beteiligt ist, belegt schon das Vorhandensein inländischen Vermögens - die gesellschaftsrechtliche Beteiligung stellt ja bereits eine solche dar. Ferner teilen Sie mit, dass die Ltd nur über ein deutsches Bankkonto verfügt(e) - damit ist m.E. belegt, dass sich das COMI (=centre of main interest) der Ltd in Deutschland befand/befindet.

Sollte, wie Sie darstellen, tatsächlich bereits ein Insolvenzgrund vorgelegen haben, wäre der director nach § 15a InsO: Antragspflicht bei juristischen Personen und Gesellschaften ohne Rechtspersönlichkeit zur Stellung eines entsprechenden Insolvenzantrages verpflichtet gewesen. Das Unterlassen dieses Insolvenzantrages ist als Insolvenzverschleppung strafbar, vgl. § 15a InsO: Antragspflicht bei juristischen Personen und Gesellschaften ohne Rechtspersönlichkeit . Die "Inaussichtstellung" einer entsprechenden Strafanzeige könnte ein gutes Mittel sein, den aktuellen Director ggf. dazu zu "motivieren", bei evtl. anstehenden Handlungen wie z.B. der Eintragung ins Handelsregister mitzuwirken. Neben der strafrechtlichen Sanktion haftet der Director im Übrigen auch nach § 823 BGB: Schadensersatzpflicht für dadurch verursachte Vermögensschäden. Ferner kann er sich auch nach englischem Gesellschaftsrecht gegenüber der Ltd schadensersatzpflichtig gemacht haben (Stichwort: Fraudulent/Wrongful Trading).

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Henning
Rechtsanwalt

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