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Wiedereinstieg in den Beruf nach Erziehungsurlaub


| 29.06.2007 23:45 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Elmar Dolscius



Guten Tag,

ich arbeite seit 16 Jahren in einer Zahnarztpraxis als zahnmedizinische Fachangestellte im Bereich der Verwaltung und Abrechnung.
Ich wurde 2005 schwanger und ging Ende Mai 2006 in den Mutterschutz, ich gab ein Jahr Erziehungsurlaub an.
Im März diesen Jahres trat ich mit den Zahnärzten in Kontakt um zu klären, wann und in welchem Umfang ich wiedereinsteigen könne.Ich schlug vor, für 2 Tage in der Woche zu arbeiten.
Ich wurde vertröstet bis zum Juni, dann wurde mir mitgeteilt, daß sie mir nur fünf Stunden in der Woche anbieten könnten, aus wirtschaftlichen Gründen.Ebenso aus wirtschaftlichen Gründen wollten sie meinen Stundenlohn um 2€ kürzen.
Vor dem Mutterschutz erhielt ich einen Stundenlohn von 14,50€.
Ich sollte nun 21,76 Stunden im Monat für 12,50€ Stundenlohn arbeiten, daß ergibt einen Monatslohn von 270,88€.
Die Angestellten der Praxis erhielten nachdem ich in den Mutterschutz ging, neue Arbeitsverträge.
Die Kollegin die ich anlernte, meine Tätigkeit für die Zeit meiner Abwesenheit zu übernehmen, arbeitet jetzt 43 Stunden und hat einen höheren Stundenlohn als ich, obwohl sie 12 Jahre jünger ist.
Meine Frage ist nun, kann man mir meine Stunden sowie den Stundenlohn einfach so kürzen? Ist die Angabe von wirtschaftlichen Gründen eine rechtliche Grundlage?
Mir wäre es wichtig zu erfahren, ob ich überhaupt eine rechtliche Chance habe, gegen das Vorgehen der Ärzte anzugehen.
Was würden Sie mir empfehlen, wie soll ich mich weiterhin verhalten?
Ich fühle mich doch sehr verschaukelt und habe das Gefühl, daß einer Mutter die wieder ins Berufsleben einsteigen möchte alle Steine in den Weg gelegt werden.
Vielen Dank, mit freundlichen Grüßen.

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Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne beantworte ich Ihre Frage summarisch auf der Basis der mitgeteilten Informationen.

Sofern Sie einen unbefristeten Arbeitsvertrag haben, wovon ich im Moment ausgehe, muss dieser nach Ihrer Rückkehr von Ihrem Arbeitgeber erfüllt werden. Sie haben Anspruch auf eine Stelle, deren Anforderungsprofil und Gehalt Ihrer bisherigen Tätigkeit entspricht - nicht jedoch das Recht auf Ihre frühere Position.

Mit anderen Worten, Ihr Gehalt darf nicht gekürzt werden, auch nicht unter Hinweis auf die wirtschaftliche Situation. Das Gehalt darf der AG nicht einseitig ändern, da er damit sein Direktionsrecht überschreitet. Er müsste in einem solchen Fall eine Änderungskündigung aussprechen, mit allen rechtlichen Folgen.

Auch die Arbeistzeit darf nicht verkürzt werden. Allein bei der Position wäre eine Änderung möglich, sofern die neue Position in ihren Anforderungen der alten Position entspricht.

Die Gehaltsänderung dürfte zugleich ein Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) darstellen. Dies könnte für den AG negative Folgen haben.

Sie sollten in jedem Fall Ihre alten Arbeitsbedingungen einfordern. Sofern Ihr AG dem nicht nachkommt, sollten Sie sich anwaltlicher Hilfe versichern. Sofern Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, sollten die Kosten hierfür von der RSV getragen werden. Gegebenenfalls bleibt Ihnen am Ende bei einer Weigerung des AG nur noch die Inanspruchnahme gerichtlicher Hilfe. Gerne können Sie sich für eine VErtretung auch an unsere Kanzlei wenden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort eine erste rechtliche Orientierung geben und wünsche Ihnen viel Erfolg in der Angelegenheit.

Mit freundlichen Grüßen

Elmar Dolscius
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 01.07.2007 | 16:03

Sehr geehrter Herr Dolscius,

ich habe vor dem Mutterschutz 40 Std.gearbeitet und würde jetzt gerne auf 400€ Basis 6 Std.am Dienstagnachmittag arbeiten.
Man will mir aber nur 5 Std.gewähren.
Habe ich das Recht auf die 6 Std.,bzw. habe ich überhaupt ein Wahlrecht auf die Stundenanzahl, oder habe ich nur ein Recht auf die vollen 40 Std.?
Ab August wollte ich wieder anfangen zu arbeiten, wie soll ich mich verhalten wenn die Ärzte nicht einlenken und die Angelegenheit rechtlich geklärt werden muß, erstmal nicht anfangen bis die Sache geklärt ist?
Ich danke Ihnen für Ihre Bemühungen.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.07.2007 | 16:18

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich wie folgt beantworten darf:

Sie haben zunächst nur das Recht auf die Erfüllung des alten Vertrages, sprich der 40 Stunden.

Eine Reduzierung Ihrer Arbeitszeit könnten Sie mit einer Ankündigungsfrist von 3 Monaten gem. § 8 TzBfG (Gesetz über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge) beantragen, wenn Ihr AG in der Regel mehr als 15 AN beschäftigt. Andernfalls wäre eine Reduzierung nur durch eine Einigung mit dem AG zu erzielen.

Von einem Nichtantritt zur Arbeit kann ich Ihnen nur dringend abraten, da dies einen außerordentlichen Kündigungsgrund darstellen kann.

Sofern Sie zu einer Auseinandersetzung bereit sind, würde ich Ihnen raten, Ihre alte Arbeitsstelle als Druckmittel zu verwenden. Soweit ich Sie verstanden habe, kann bzw. will Ihr AG Ihnen Ihre alte Stelle nicht anbieten. Dazu ist erjedoch verpflichtet. Insofern könnte man eine Einigung erzielen. Andernfalls fordern Sie Ihre alte Stelle bzw. eine gleichwertige.

Sofern Sie diesbezüglich anwaltliche Hilfe benötigen, können Sie sich gerne jederzeit auch an unsere Kanzlei wenden.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage damit abschließend beantworten und wünsche Ihnen viel Erfolg in der Angelegenheit.

Mit freundlichen Grüßen

Elmar Dolscius
Rechtsanwalt

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