Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Wiedereinsetzung deutsche Staatsangehörigkeit

| 01.03.2016 23:07 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Zusammenfassung: Erlangung eines Aufenthaltstitels für einen US Staatsbürger bei einem nur vorübergehenden, aber nicht gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland und die Hinnahme einer Mehrstaatigkeit bei Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit

Guten Tag,

ich bin gebürtige Deutsche (geb. Maerz 1962) und im Jahr 1996 mit Mann und zwei kleinen Kindern nach USA ausgewandert. Habe im Jahr 2000 die amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen (um mit 2 kleinen Kindern und Grundbesitz besser abgesichert zu sein; Ehemann ständig im Flugzeug unterwegs). Ehemann hat deutsche und amerikanische Staatsbürgerschaft. 2001 wurde mir dann vom deutschen Konsulat in New York mitgeteilt, dass ich meinen deutschen Pass abgeben muss.

Nun möchten ich und mein Mann auch in Deutschland wieder zeitweise wohnen, um nach unseren betagten Eltern sehen zu können. Wir besitzen dort noch ein Haus (war vermietet). Wenn ich länger als drei Monate dort sein möchte, was für Papiere brauche ich? Mein Ziel ist auch, die Wiedereinsetzung der deutschen Staatsangehörigkeit zu beantragen? Können sie mir bitte die beste Vorgehensweise empfehlen?

Vielen Dank!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.
a) Zulässige Aufenthaltszwecke sind insbesondere

- Arbeit,
- Studium, Sprachkurse, Ausbildungen,
- und ein Familiennachzug, der aber eine besondere Härte erfordert, solange er nicht zu minderjährigen Kindern, Ehegatten oder gleichgeschlechtlichen Lebenspartnern erfolgt.

Für alles ist die Lebensunterhaltssicherung erforderlich. Für US-Bürger gibt es nur insoweit Vergünstigungen, als Sie kein Visum benötigen und Erleichterungen bei der Sprache haben, was nicht wie bei anderen Ausländern gefordert ist.

b) Die beste Möglichkeit wäre ein langfristiges Visum, denn für Sie jedenfalls wäre ein Aufenthaltstitel in Form einer Niederlassungs- oder Aufenthaltserlaubnis nur möglich, wenn sie ihren gewöhnlichen, also hauptsächlichen Aufenthalt in der BRD haben.

Einem Ausländer kann ein Visum für die Durchreise durch das Hoheitsgebiet der Schengen-Staaten oder für geplante Aufenthalte in diesem Gebiet von bis zu 90 Tagen je Zeitraum von 180 Tagen (Schengen-Visum) erteilt werden.

Für längerfristige Aufenthalte ist ein Visum für das Bundesgebiet (nationales Visum) erforderlich, das vor der Einreise erteilt wird. Die Erteilung richtet sich nach den für die Aufenthaltserlaubnis, die Blaue Karte EU, die Niederlassungserlaubnis und die Erlaubnis zum Daueraufenthalt – EU geltenden Vorschriften.

Da ist auf oben zu verweisen, zu a).

2.
Zur Wiedererlangung der Staatsangehörigkeit - das wird leider nicht so einfach:
Ehegatten oder Lebenspartner Deutscher sollen eingebürgert werden, wenn

- sie ihre bisherige Staatsangehörigkeit verlieren oder aufgeben oder ein Grund für die Hinnahme von Mehrstaatigkeit (s. u.) vorliegt UND

- gewährleistet ist, daß sie sich in die deutschen Lebensverhältnisse einordnen,

es sei denn, dass sie nicht über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen.

Aber:
Auch da ist der gewöhnlichen Aufenthalt im Inland erforderlich, vgl. o. zu 1.

Eine doppelte Staatsangehörigkeit wäre nur (wieder), wenn der Ausländer seine bisherige Staatsangehörigkeit nicht oder nur unter besonders schwierigen Bedingungen aufgeben kann. Das ist anzunehmen, wenn

- das Recht des ausländischen Staates das Ausscheiden aus dessen Staatsangehörigkeit nicht vorsieht,

- der ausländische Staat die Entlassung regelmäßig verweigert,

- der ausländische Staat die Entlassung aus der Staatsangehörigkeit aus Gründen versagt hat, die der Ausländer nicht zu vertreten hat, oder von unzumutbaren Bedingungen abhängig macht oder über den vollständigen und formgerechten Entlassungsantrag nicht in angemessener Zeit entschieden hat,

- der Einbürgerung älterer Personen ausschließlich das Hindernis eintretender Mehrstaatigkeit entgegensteht, die Entlassung auf unverhältnismäßige Schwierigkeiten stößt und die Versagung der Einbürgerung eine besondere Härte darstellen würde,

- dem Ausländer bei Aufgabe der ausländischen Staatsangehörigkeit erhebliche Nachteile insbesondere wirtschaftlicher oder vermögensrechtlicher Art entstehen würden, die über den Verlust der staatsbürgerlichen Rechte hinausgehen, oder

- der Ausländer einen Reiseausweis nach Artikel 28 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (BGBl. 1953 II S. 559) besitzt.

Ein Ausländer, der seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland hat, kann zudem unter den sonstigen Voraussetzungen eingebürgert werden, wenn Bindungen an Deutschland bestehen, die eine Einbürgerung rechtfertigen.

Das sind streng limitierte Ausnahmsfälle und in der Praxis selten gegeben.

Der gewöhnliche Aufenthalt in der BRD wäre auch meiner ersten Einschätzung nach notwendig.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 03.03.2016 | 01:08

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Hesterberg,

vielen Dank für ihre sehr schnelle, ausführliche Auskunft. Ich habe nur noch eine Nachfrage bezüglich der Blauen EU Karte:

Ist es möglich, nachdem ich die Beantragung in die Wege geleitet habe, in der Zwischenzeit schon als normaler Tourist (90 Tage max.) in Deutschland zu bleiben? Oder gibt es dann Beschränkungen, auf die ich achten sollte? Wie lange dauert ihrer Erfahrung nach die Blaue Karte/Visums Erteilung und ist die Tatsache, dass ich finanziell unabhängig bin, also vom Deutschen Staat in keinster Weise Unterstützung brauche, hilfreich bei der Antragstellung der Blauen Karte?

Vielen Dank für ihre Expertise!

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.03.2016 | 10:08

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage möchte ich Ihnen gerne wie folgt beantworten:

Ja, das ginge schon aller Voraussicht nach.

Ihre finanzielle Unabhängigkeit ist bei der Antragstellung durchaus möglich; die Entscheidung über den Antrag kann durchaus einige Wochen bis 2-3 Monate dauern, was man nicht genau sagen kann, da dieses von zu vielen Faktoren abhängt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Daniel Hesterberg

Ergänzung vom Anwalt 03.03.2016 | 21:19

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Bewertung. Gerne können Sie mich beauftragen, falls noch Bedarf bestehen sollte, wobei Ihnen das hier gezahlte Honorar angerechnet und gutgeschrieben werden kann.

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Hesterberg
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 03.03.2016 | 17:23

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Meine Fragen wurde sehr schnell und ausführlich beantwortet, so dass ich nun deutlich klarer sehe und weiss, wo ich mich nun erstmal weiter informieren muss. Die Informationen haben mir geholfen, einen Ansatz zur Lösung zu finden. Ich würde durchaus den Rechtsanwalt beauftragen mir bei meiner Sache zu helfen und zum Ziel zu kommen. Bin sehr positiv beeindruckt über diesen Online Service. Danke!"
Stellungnahme vom Anwalt:
Jetzt Frage stellen