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Wiedereinreise in die BRD nach 2,5 Jahren Aufenthalt im Ausland (Türkei)


15.09.2017 19:11 |
Preis: 30,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Die Niederlassungserlaubnis eines Ausländers, der sich mindestens 15 Jahre rechtmäßig im Bundesgebiet aufgehalten hat, erlischt nicht nach § 51 Abs. 1 Nrn. 6 und 7 AufenthG, wenn der Lebensunterhalt gesichert ist und kein Ausweisungsinteresse besteht. Der Fortbestand kann bescheinigt werden.


Guten Abend,

Zu meiner Person

Ich Sercan K. wurde 1992 in Deutschland geboren habe dort erfolgreich die Realschule abgeschlossen und habe danach gearbeitet.
Bis zu meinem 23. Lebensjahr habe ich in deustchland gelebt seid dem Januar 2015 bin ich in der Türkei wurde nicht abgeschoben bin eigentlich für ein Urlaub hierher dieser Urlaub dauert nun schon mehr als 2,5 Jahre. (Ich bin türkischer Staatsbürger mit einer niederlassungs Erlaubnis )

Ich habe mich selber informiert, so gut es ging, jedoch habe ich noch fragen.

1. nach dem gesetzt ist es ja so geregelt das Ausländer die 15 Jahre rechtmäßig in der BRD gelebt haben ihre NE nicht verlieren unter der vorraussetzung das der Lebensunterhalt gesichert ist. Hierzu würde meine Frage wie folgt lauten: würde ein Arbeitsvertrag ausreichen?
Oder was verlangen die da genau wenn ich z.b Erspartes als Sicherung zeigen möchte wie viel müsste das sein?

2. soweit ich das richtig verstanden habe müsste ich auch den Fortbestand meines Aufenthaltstitels bestätigen lassen, da ich im Ausland bin würde das dan die Ausländerbehörde in Nürnberg machen. Wie soll ich da vorgehen soll ich den beantragen und danach einen Arbeitsvertrag vorzeigen oder muss ich vorher schon einen Vertrag haben Sofas die mir meinen Fortbestand überhaupt erst bestätigen. Und falls es mit Erspartem geht wie soll man da vorgehen( habe bei der ausländerbehörde angerufen die hatten aber keine Antworten auf meine Fragen)

3. in der ganzen Zeit in der ich mich versucht habe in Foren und auch im gesetztes Buch mich darüber zu informieren ist mir immer was durch den Kopf gegangen unzwar: im Prinzip habe ich mich nie in Deutschland abgemeldet wenn ich statt mit dem Flieger mit dem Auto nach Deutschland fahre mich dann bei der Behörde melde kann mir doch niemand nachweisen das ich nicht in Deutschland war oder? Ich könnte behaupten das ich Streit mit meiner Familie hatte und auf der Straße gelebt habe somit wäre ich nicht über solange Zeit im Ausland gewesen, da sollte es dann doch höchstens eine Bußgeld Strafe geben für das das ich mich nicht gemeldet habe?

Vielen Dank im Voraus
15.09.2017 | 21:27

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Nach § 51 Abs. 1 Halbsatz 1 Nrn. 6 und 7 AufenthG erlischt die Niederlassungserlaubnis grundsätzlich, wenn der Ausländer aus einem seiner Natur nach nicht vorübergehenden Grunde ausreist oder wenn der Ausländer ausgereist und nicht innerhalb von sechs Monaten oder einer von der Ausländerbehörde bestimmten längeren Frist wieder eingereist ist. Das wäre bei Ihnen der Fall. Allerdings gilt dies nicht nach Absatz 2 Satz 1, wenn sich der Ausländer vorher mindestens 15 Jahre rechtmäßig im Bundesgebiet aufgehalten hat, wenn der Lebensunterhalt gesichert ist und kein bestimmtes Ausweisungsinteresse besteht.

Wann der Lebensunterhalt eines Ausländers als gesichert gilt, beantwortet § 2 Abs. 3 AufenthG. Das ist der Fall, wenn er ihn einschließlich ausreichenden Krankenversicherungsschutzes (= Mitgliedschaft in der GKV reicht) ohne Inanspruchnahme öffentlicher Mittel bestreiten kann. Nicht als Inanspruchnahme öffentlicher Mittel gilt der Bezug von Kindergeld, Kinderzuschlag,
Erziehungsgeld, Elterngeld, Leistungen der Ausbildungsförderung nach dem SGB III, dem BAföG und dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz, öffentlichen Mitteln, die auf Beitragsleistungen beruhen oder die gewährt werden, um den Aufenthalt im Bundesgebiet zu ermöglichen und Leistungen nach dem UVG.

Liegt ein unbefristeter Arbeitsvertrag vor, der den Lebensunterhalt mit seinem Gehalt sicherstellen kann, so ist dies ausreichend (vgl. Nr.2.3.3 der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum AufenthG vom 26.10.2009). Ansonsten kommt es auf eine wertende Gesamtbetrachtung an.

2. Zum Nachweis des Fortbestandes der Niederlassungserlaubnis stellt die Ausländerbehörde am Ort des letzten gewöhnlichen Aufenthalts auf Antrag eine Bescheinigung aus (§ 51 Abs. 2 Satz 3 AufenthG). Das ist nicht zwingend, erleichert aber die Wiedereinreise nach Deutschland. Den Arbeitsvertrag legen Sie mit dieser Antragstellung vor.

Die Fähigkeit zur Bestreitung des Lebensunterhalts darf nicht nur vorübergehend sein. Demnach ist eine Prognoseentscheidung erforderlich, ob der Lebensunterhalt des Ausländers für die Dauer des beabsichtigten Aufenthalts gesichert ist (Nr. 2.3.3 der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum AufenthG). Aufgrund des Hinweises auf das Erziehungsgeld dürfte bei der Bestreitung des Lebensunterhaltes aus nachgewiesenem Vermögen mindestens ein Prognosezeitraum von 2 Jahren gelten.

3. Sie haben recht. Wenn ihre Ausreise nirgendwo vermerkt sein sollte, wird auch niemand die Frage des Fortbestandes der Niederlassungserlaubnis stellen. Rein praktisch ist diese Vorgehensweise aber sehr riskant.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben, und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Gero Geißlreiter

Nachfrage vom Fragesteller 15.09.2017 | 21:49

Danke für Ihre Antwort. Heist das das ich mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag nach Deutschland fliegen darf? Also müsste ich nichts anderes machen einfach mit dem Arbeitsvertrag in den Flieger? Oder gibt es was das ich vor der wiedereinreise tun muss auser dem Arbeitsvertrag und die Bestätigung für den Fortbestand des Aufenthaltstitels?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.09.2017 | 22:39

Sie haben einen gültigen Aufenthaltstitel (Niederlassungserlaubnis im Ausweis) und dürfen deshalb nach § 4 Abs. 1 AufenthG einreisen. Sie müssen mit einem anerkannten und gültigen Pass Ihrer Passpflicht genügen.

Problemen bei der Einreise können Sie mit der Bescheinigung nach § 51 Abs. 2 Satz 3 AufenthG begegnen. Stellen Sie dazu einen schriftlichen Antrag an die zuletzt zuständig gewesene Ausländerbehörde und fügen Sie eine Kopie des Arbeitsvertrages bei. Stimmen Sie sich am besten mit der Behörde vorher telefonisch ab.

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