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Wiederbeschaffungswert oder Gebrauchtfahrtzeugbewertung?


| 23.06.2007 11:15 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von



Ich stand mit meinem Fahrzeug auf einem Parkplatz. Ein anderes Fahrzeug parkte aus und verursachte dabei Beulen und Kratzer an meinem Fahrzeug. Ich ließ einem Gutachter einen Reparaturkostenvoranschlag machen, der sich auf 1360 € bezifferte. Ich ließ außerdem eine Gebrauchtfahrzeug-Bewertung meines Fahrzeuges nach DAT-System machen. Es wurde dabei ein Händlerverkaufswert von 1125 € ermittelt.
Dieses teilte ich der Versicherung des Unfallgegners mit. Diese beauftragte ebenfalls einen Gutachter. Dieser ermittelte einen Totalschaden und einen Wiederbeschaffungswert von 800 €. Das teilte mir die Versicherung mit und legte zusätzlich ein Restwertgebot von 98 € vor. Die Versicherung schickte mir einen Scheck über Wiederbeschaffungswert minus Restwert = 702 €.
Ich bin davon ausgegangen, das ich die Reparaturkosten also
1360 € bekomme, zumal die Reparaturkosten den Händlerverkaufswert (DAT-System) um bis zu 25 % überschreiten kann. Meine Fragen:
1. Wer hat Recht, ist hier von dem Händlerverkaufswert nach DAT-System von 1125 € oder von der Bewertung mit Wiederbeschaffungswert von 800 € des Gutachters der Versicherung auszugehen?
2. Welche Paragraphen sind hier anzuwenden, wenn ich der Versicherung widerspreche?
3. Kann ich zunächst den Scheck über 702 € einlösen und dann gegebenenfalls die Zahlung des Restbetrages abwarten?
Vielen Dank.
Bender
23.06.2007 | 13:08

Antwort

von


106 Bewertungen
Großfriedrichsburger Straße 13
81827 München
Tel: 089 4306522
Web: www.Gabriele-Koch.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich anhand des geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte:

Maßgeblich für die Regulierung ist nicht der Händlerverkaufswert, sondern der Widerbeschaffungswert.

Liegen die Reparaturkosten maximal 30 % über dem Wiederbeschaffungswert, besteht Anspruch auf Erstattung der Reparaturkosten. Allerdings nur dann, wenn das Fahrzeug auch tatsächlich fachgerecht und in dem Umfang, wie im Gutachten angegeben, repariert wird BGH, Urteil vom 15.02.2005, Az VI ZR 70/04. Liegen die Kosten höher oder wird keine, oder keine vollumfängliche Reparatur durchgeführt, besteht nur Anspruch auf Ersatz des Widerbeschaffungswertes abzüglich Restwert.

Die Berechnung der Versicherung ist also richtig, so dass es wenig Sinn macht, dagegen vorzugehen. Auch wenn Sie sich dennoch entschließen sollten, der Abrechnung zu widersprechen, können Sie den Scheck einlösen. Sicherheitshalber könnten Sie dann der Versicherung noch mitteilen, dass Sie weitere Ansprüche geltend machen und den Betrag lt. Scheck daher als a-Konto-Zahlung ansehen.

Ich hoffe, Ihnen damit eine Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Koch
Rechtsanwältin


Nachfrage vom Fragesteller 24.06.2007 | 10:40

Danke für Ihre Antwort. Ich habe noch eine Nachfrage. Der Händlerverkaufswert (1125 €) wurde laut Schwackeliste ermittelt. Der Widerbeschaffungswert (800 €) für mein Verständnis willkürlich mit Bezeichnungen wie u.a. "örtliche Marktlage u. sonstige wertbeeinflussende Faktoren". Frage: Lohnt sich ein neues Gutachten zum Wiederbeschaffungswert und wer muss das bezahlen?
Mit freundlichen Grüßen
Bender

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.06.2007 | 20:53

Sehr geehrter Fragesteller,

nachdem Sie bereits ein Gutachten erstellen ließen, dürfte die Beauftragung eines weiteren Gutachtens, das ja dann schon das dritte wäre, kaum Sinn machen und die Kosten werden sicher auch nicht übernommen. Sinnvoller wäre es, den bereits eingeschalteten Gutachter zu beauftragen, das Gutachten um den Wiederbeschaffungswert zu ergänzen. Damit fällt auch kein Kostenproblem an, die Kosten sind erstattungsfähig, weil ein verständiger, wirtschaftlich denkender Mensch in Ihrer Lage die Aufwendungen für zweckmäßig und notwendig halten durfte.

Nach meiner Erfahrung zahlen die Versicherungen allerdings auch auf ein „Gegengutachten“ hin nicht mehr, sondern berufen sich auf ihr eigenes Gutachten und lassen es auf einen Prozess ankommen. Für diesen kann Ihr eigenes Gutachten dann natürlich hilfreich sein, falls darin festgestellt wurde, dass das von der Versicherung beauftragte Gutachten falsch ist.


Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Koch
Rechtsanwältin

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