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Wiederbeschäftigung nach der Elternzeit


23.07.2006 11:18 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim



Sehr geehrte(r) Rechtsanwalt(-wälte),

Meine Elternzeit endet am 2.8.2006 und ich hätte gerne eine Teilzeitstelle in meinem alten Unternehmen, mit 20 Stunden pro Woche und einer festen täglichen Arbeitszeit. Dies habe ich dem Arbeitgeber im März 2006 mitgeteilt (mündlich). Anfang Juli bekam ich einen Anstellungsvertrag zugesandt, welcher 20 Std. wöchentlich regelt.Weitere Abmachungen sind nicht enthalten.
Mein letzter Arbeitsvertrag datiert vom 1.2.2002, der während der Elternzeit meines 1.Kindes geschlossen wurde, 16,5 Std. pro Woche beinhaltete, sowie die genaue Aufteilung der Stunden auf die Wochentage. Bei dem Arbeitgeber bin ich seit 1.9.1992 beschäftigt.
Nun erfuhr ich vom Arbeitgeber, daß es derzeit keine freien Stellen gäbe. Ich solle quasi "auf Abruf" bereit stehen und nur in Fällen wie Krankheit oder Urlaub von anderen Arbeitnehmern zur Stelle sein. In ca. 1/4 Jahr würde es mit Teilzeitstellen wieder besser aussehen.
Desweiteren wird verlangt, daß ich auch als Vertretung eine volle Woche ganztags arbeite, was aber bei der familiären Situation nicht möglich ist.(2 Kinder im Alter von 3 und 5 Jahren)
Daten meines Arbeitgebers: ca. 250 Beschäftigte, davon ca. 40 in Teilzeit
Meine Fragen hierzu:
- Kann ich verlangen, zu den Bedingungen, die der Anstellungsvertrag vom 1.2.2002 regelt, wieder eingestellt zu werden?
- Mir wurde in den letzten Wochen ein Anstellungsvertrag zugesandt (für 2.8.2006) in dem die wöchentliche Arbeitszeit auf 20 Std. festgesetzt wurde.Weitere Vereinbarungen wurden nicht geschlossen.
Kann der Arbeitgeber jetzt einfach "Arbeit auf Abruf" verlangen?
Davon ist in dem Vertrag nicht die Rede!
- Eine Verlängerung der Elternzeit kommt gesetzlich nicht in Betracht. Wäre eine Verlängerung möglich, wenn beide Parteien zustimmen? Oder müßte ich unbezahlten Urlaub nehmen?
- Hat der AG überhaupt das Recht in meiner Situation "Arbeit auf Abruf" zu verlangen (und das zudem nur mündlich)? Bei Familien mit kleinen Kindern ist Planung sehr wichtig. Das funktioniert nur bei geregelten Arbeitszeiten.
So nebenbei: Bisher bekam in diesem Unternehmen noch jede "Mutter", die nach der Elternzeit zurückkehrte, ihre Teilzeitstelle.

Für die Beantwortung der Fragen bedanke ich mich im Voraus.
MfG

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Sehr geehrte Fragestellerin,

herzlichen Dank für Ihre Fragen, die ich unter Berücksichtigung Ihrer Angaben und Ihres Einsatzes wie folgt beatworten darf.

Nach Beendigung der Elternzeit besteht ein Anspruch auf Beschäftigung nach den Bedingungen, die Sie mit Ihrem Arbeitgeber vor der Elternzeit vereinbart haben.

Sofern Sie nunmehr eine Teilzeitstelle antreten wollen, so stellt dies u.U. eine Veränderung Ihres bisherigen Arbeitsvertrages dar. Dies kommt auf die Formulierungen im Vertrag an, bzw. ob die Teilzeitstelle nur befristet gewährt werden soll. Hier sollten Sie eine Aufhebung Ihres alten Vertrages vermeiden.

Sie können daher, wie bereits o.g., auch die Weiterbschäftigung zu den Bedingungen vor der Elternzeit verlangen.


Für den neuen Vertrag gelten grds. die dort vereinbarten Punkte. Sofern eine Schriftformklausel im Vertrag vereinbart wurde, gelten auch keine mündlichen Änderungen. Allerdings kann der Arbeitgeber im Rahmen des Direktionsrechts den Arbeitnehmer kurzzeitig auch anderweitig einsetzen. Sofern im Vertrag aber feste Zeiten vorgegeben sind, ist eine Arbeit auf Abruf nicht zulässig, da gerade die Arbeitszeiten Hauptbestandteil des Vertrages sind und für die Vertragsparteien eben auch sehr wichtig beim Abschluss des Vertrages gewesen sind. Dagegen könnten ab und zu Änderungen des Beginns oder des Endes der Arbeitszeit nach dem Arbeitsvertrag um 1-2 Stunden zulässig sein. Diese Änderungen dürfn aber nicht regelmäßig erfolgen, sondern müssen aufgrund eines konkreten Arbeitsbedarfes, zB. durch kurzfristigen hohen Arbeitsanfall, gerechtfertigt sein.

Sofern eine gesetzliche Verlängerung der Elternzeit nicht mehr möglich ist (bis zu 3 Jahre), kann diese auch von der Arbeitgeber- oder Arbeitnehmerseite nicht gemeinsam vereinbart werden, da dies eben eine gestzliche und keine privatautonome Entscheidung darstellt. Sie müßten sich hier tatsächlich mit dem Arbeitgeber über die weiteren Modalitäten und hier evtl. eine Zustimmung Ihres Arbeitgebers zu einer Freistellung erreichen.

Ich hoffe, Ihnen eine erste Orientierung gegeben zu haben und wünsche Ihnen noch einen angenehmen Sonntag.

Mit freundlichen Grüßen


Christian Joachim
-Rechtsanwalt-


www.stracke-und-collgen.com
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