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Wie wirkt sich eine Schenkung auf das Erbe und die Freibeträge aus?

| 07.08.2014 09:32 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Mein Bruder hat in seinem Testament angegeben, dass ich und mein jüngerer Bruder sein Haus erben. Ich soll wegen besonderer Hilfeleistung sein Auto bekommen.
Nun muß mein Bruder sein Auto schon zu Lebzeiten aus Gesundheitsgründen sein Auto verkaufen, und möchte es mir den Betrag von ca. 10.000 Euro vorzeitig schenken.
Könnte ich da Probleme mit meinem jüngeren Bruder bekommen, wenn mein Bruder irgendwann verstirbt?
Wie ist das mit den Freibeträgen? Ich hätte bei der Schenkung ja schon einen Schenkungs Freibetrag in Anspruch genommen.
Wird dieser Freibetrag später, wenn das Haus verkauft wird, auf den Erbschaftsfreibetrag angerechnet?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Da das Fahrzeug bereits jetzt veräußert wird, kann es nicht mehr in den Nachlass fallen, so dass die entsprechende testamentarische RegelungIihres Bruders ins Leere läuft. Sie spielt dann also keine Rolle.

Wegen des Schenkungsbetrages in Höhe von 10.000 € sollte Ihr Bruder eine testamentarische Regelung treffen, ob Sie sich diesen Betrag auf Ihr Erbe anrechnen lassen müssen oder nicht. Durch eine solche Regelung kann jedenfalls der Streit mit Ihrem jüngeren Bruder vermieden werden.

Die Höhe des Steuerfreibetrages richtet sich nach dem Erbschaftsteuer-und Schenkungsteuergesetz. Hierbei werden drei Steuerklassen unterschieden. Die Erbfolge unter Geschwistern fällt unter Steuerklasse II,§ 15 Erbschaftsteuergesetz. Der Freibetrag beträgt derzeit 20.000 €, § 16 Abs. 1 Ziffer 5 Erbschaftsteuergesetz.

Nach § 14 Abs. 1 Erbschaftsteuergesetz wird der Freibetrag alle zehn Jahre neu gewährt. Dies bedeutet, dass die Schenkungen, die von denselben Schenker stammen, innerhalb eines Zehnjahreszeitraumes addiert werden. Bleibt man in der Summe unterhalb der Freibetragsgrenze, bleiben sämtliche Schenkungen steuerfrei. Rutscht man über die Grenze, so fällt Steuer an.

Liegen zwischen den Schenkungen mehr als zehn Jahre, steht Ihnen ein neuer Steuerfreibetrag in voller Höhe von 20.000 € zur Verfügung.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 08.08.2014 | 06:44

Sehr geehrter Herr Schnurr,
ich hatte Ihnen ja mitgeteilt, dass mein Bruder sein Haus mir und meinem jüngeren Bruder testamentarisch, von einem Notar verfasst, vererbt hat.
Nun wird das Haus ja zu seinen Lebzeiten verkauft.
Mal angenommen das Haus hat einen Erlös von 250.000€ gebracht, mein Bruder stirbt in 2 Jahren und es sind noch 230.000€ auf seinem Konto.
Wie sieht es da mit dem Tetament aus? Erben mein jüngerer Bruder trotzdem aufgund des Testaments, weil das Haus ja schon verkauft wurde?
Mein Bruder hat eine demente Frau, die in einem Heim lebt, und 2 Kinder, zu denen er keinen Kontakt hat.
Ich bedanke mich im vorraus für Ihre Antwort

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 08.08.2014 | 09:21

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Ausgangsfrage hatte ich sie so verstanden, dass sie und ihr jüngerer Bruder als Erben ihres testierenden Bruders eingesetzt worden seien. Ihrer Nachfrage entnehme ich, dass dies nicht der Fall zu sein scheint. Ich verstehe Sie nun so, dass ihr testierenden Bruder Ihnen und Ihrem jüngeren Bruder lediglich den Gegenstand „Haus" zugewandt hat. Hierbei würde es sich grundsätzlich nicht um eine Erbeinsetzung, sondern um ein Vermächtnis handeln. Wie bereits zu dem Fahrzeug ausgeführt, ist es grundsätzlich so, dass wenn der Gegenstand zum Todeszeitpunkt nicht mehr vorhanden ist, dieser auch nicht in den Nachlass fällt. Die entsprechende Regelung Ihres Bruders im Testament ginge daher ebenfalls ins Leere. Ihr Bruder könnte allerdings testamentarische Regeln, dass Ihnen und Ihrem jüngeren Bruder der zum Todeszeitpunkt verbliebene Verkaufserlös aus dem Haus zukommen soll.

Etwas anderes könnte dann gelten, wenn das Haus das wesentliche Vermögen ihres Bruders darstellt. In diesem Falle wäre die Zuwendung des Hauses als Erbeinsetzung anzusehen. In diesem Falle käme Ihnen und Ihrem jüngeren Bruder auch der Verkaufserlös des Hauses zu.

Da nach Ihrer jetzigen Schilderung noch eine Ehefrau und zwei Kinder des testierenden Bruders, also gesetzliche Erben, vorhanden sind, ist ein Streit zwischen diesen Personen sowie Ihnen und Ihrem jüngeren Bruder vorprogrammiert. Denn es könnte sein, dass die Ehefrau bzw. die Kinder einer entsprechenden Auslegung des Testamentes rechtlich entgegentreten würden.

Ihrem testierenden Bruder ist daher zur Vermeidung eines Streites dringend anzuraten, ein neues Testament zu verfassen. Letztlich kann nur eine klare Regelung in einem Testament für klare Verhältnisse sorgen.

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Schnurr
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 08.08.2014 | 06:46

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