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Wie wirken sich Schenkungen jünger 10 Jahre auf den Freibetrag im Erbfall aus.

26.11.2019 10:20 |
Preis: 42,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Eichhorn


Guten Tag,

folgender Fall:
Mutter Lisa schenkt seinem Sohn Michael genau 5 Jahre vor ihrem Tod 100.000 Euro.
Reduziert sich der Freibetrag, bei der Erbschaft, von Sohn Michael nun von 400.000 auf 300.000 Euro?
Oder reduziert sich der Freibetrag nur um 50.000 Euro da 50% der 10 Jahres Frist abgelaufen waren?
Wenn ja, wie wird die Reduzierung berechnet? Tag genau?
Wäre die Schenkung 3 Jahre und 4 Monate vor dem Tod gewesen, würde sich der Freibetrag um 66.6666 Euro reduzieren?

Vielen Dank im Voraus.

Beste Grüße

Sehr geehrter Ratsuchender,

lassen Sie mich Ihre Frage wie folgt beantworten.

Eine 10-Jahresfrist gibt es sowohl im Erbschaftsrecht (BGB) als auch im Erbschaftssteuerrecht (ErbStG).

Beide Rechtsgebiete regeln Verschiedenes.

1.
Erbschaftssteuerrechtlich gibt es keine Abschmelzung des Freibetrages.
Bei einer Erbschaft sind nur noch 300.000 € steuerfrei.
§ 14 Abs. 1 S. 1 , 1. Halbsatz ErbStG: "Mehrere innerhalb von zehn Jahren von derselben Person anfallende Vermögensvorteile werden [..] zusammengerechnet [...]"

2.
Eine Abschmelzung über 10 Jahre ist lediglich bei der Berechnug des Pflichtteilsergänzungsanspruchs gemäß § 2325 Abs. 3 S. 1 BGB vorgesehen:

"Die Schenkung wird innerhalb des ersten Jahres vor dem Erbfall in vollem Umfang, innerhalb jedes weiteren Jahres vor dem Erbfall um jeweils ein Zehntel weniger berücksichtigt."


Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt

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