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Wie wird nun der Unterhalt berechnet da der 12-Monatsschnitt von 3000 € ja nun völlig unrealistisch


23.08.2005 01:12 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Hallo,
meine Frau ist zum 01.03.2005 mit einem anderen zusammen gezogen und hat mich nun auf Unterhalt verklagt.
Mein 12-Monatsschnitt bis zum März 2005 beträgt ca. 3000€ netto.
Seit März ist mein Betrieb in Kurzarbeit. Hat mich zwar bisher noch nicht betroffen da genügend Gleitzeit zum abfeiern vorhanden war. Aber mein Nettoeinkommen hat sich dadurch auf das normale Niveau con 2300€ netto reduziert da keine Überstunden mehr bezahlt werden. Seit 01.07.2005 haben wir zudem beide in Steuerklasse 4 gewechselt. Mein Einkommen sank erneut auf jetzt ca. 1950€. Das Einkommen meiner Frau hat sich entsprechend von 650€ auf ca. 850€ erhöht.

Wie wird nun der Unterhalt berechnet da der 12-Monatsschnitt ja nun völlig unrealistisch ist ?

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Das Maß des von Ihnen zu zahlenden Unterhalts richtet sich nach den ehelichen Lebensverhältnissen, welche durch das prägende bereinigte Nettoeinkommen beider Eheleute, gekürzt um den sogenannten Erwerbstätigenbonus, bestimmt wird. Dabei wird bei dem Trennungsunterhalt auf den Zeitpunkt des Getrenntlebens abgestellt. Die unterhaltsrechtlichen Leitlinien der Oberlandesgerichte stellen hier in der Regel bei Arbeitseinkünften aus nichtselbstständiger Tätigkeit auf das Einkommen der letzten zwölf Monate ab. Jedoch werden durchaus später eintretende Veränderungen berücksichtigt, wenn diese prägend sind. Zu diesen prägenden Veränderungen können sowohl unverschuldete Einkommensminderungen wie auch Änderungen der Steuerklasse gehören.

Dementsprechend können Sie sich bei der Berechnung des Ihrer Ehefrau zu zahlenden Unterhalts zum einen darauf berufen, dass sich Ihr Einkommen infolge des Wegfalls der Überstunden dauerhaft verringert hat. Den dauerhaften Wegfall der Überstunden sollten Sie sich durch Ihren Arbeitgeber bestätigen lassen.

Zum anderen können Sie mit Erfolg vorbringen, dass sich infolge der Steuerklassenänderung sowohl Ihr Nettoeinkommen verringert, wie das Ihrer Ehefrau erhöht hat.

Bei Ihren Angaben würde sich dementsprechend der zu zahlende Unterhalt auf 3/7 der Differenz der aktuellen Einkommenshöhen reduzieren, also auf 3/7 (1.950 - 850) € = 442 €.

Für die Vertretung im Rahmen des Unterhaltsprozesses empfehle ich Ihnen dringend, einen Kollegen vor Ort zu beauftragen. Neben der konkreten Unterhaltsberechnung sollten Sie ihn auch überprüfen lassen, inwieweit aufgrund der Aufnahme einer eheähnlichen Beziehung Ihrer Ehefrau mit einem neuen Partner ein sonst gegebener Unterhaltsanspruch verwirkt oder zumindest reduziert sein könnte.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Ausführungen geholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


Ingo Kruppa
Rechtsanwalt
www.kruppa-ruprecht.de

Nachfrage vom Fragesteller 23.08.2005 | 18:09

Sehr geehrter H.Kruppa,
vielen Dank für Ihre Antwort.
Das heißt im Prinzip, dass nicht der 12-Monatsschnitt angesetzt wird, der sich ja nur langsam Monat für Monat nun reduziert, sondern direkt das neue erzielte Nettoeinkommen.
Habe ich das so richtig verstanden ?

Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.08.2005 | 18:37

Sehr geehrter Ratsuchender,

ja, das haben Sie richtig verstanden. Sie können sich darauf berufen, dass sich Ihr Nettoeinkommen dauerhaft verringert. Ebenso ist zu Ihren Gunsten zu berücksichtigen, dass sich das Nettoeinkommen Ihrer Frau infolge der Steuerklassenänderung erhöht.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Kruppa
Rechtsanwalt
www.kruppa-ruprecht.de

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