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Wie weitreichende Empfehlungen darf ein Arzt im Rahmen einer pschosom. Behandl. geben


18.11.2005 09:41 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht



Ehepaar Frau und Herr Mustermann sind seit 20 Jahren verheiratet , leben seit 2 Jahren getrennt und haben 2 Kinden, die vollj. bzw fast volljährig sind.
Frau Mustermann ist wiederholt in psychosomatischer Behandlung wg. Allergien, Das Verhältnis von Herr und Frau Mustermann ist nach der Trennung so gut, dass sie fast täglich miteinander telefonieren, mindestens einmal wöchentlich miteinander etwas unternehmen und das in schweren Situationen ( wie z.B. 2 Wochen vor dem im nachfolgenden beschriebenen Ereignis ) Frau Mustermann Herrn Mustermann häufig bei sich haben möchte und auch die körperliche Nähe sucht. Es hat nie irgendeine Form von körperlichen Übergriffe zwischen Herrn und Frau Mustermann gegeben.

Nun kommt Frau Mustermann in eine psychosomatische Klinik für einen geplanten Aufenthalt von 4 Wochen. Vor 2 Jahren war die Empfehlung der betreuenden Oberärztin dieser Klinik mit Auslöser für Frau Mustermann getrennt von Herrn Mustermann zu leben.

Bei einem Spaziergang am ersten Wochenende nach Ihrem neuerlichen Kliniksaufenthaltbeginnes stellt Herr Mustermann fest, das Frau Mustermann bewußt Distanz hält. Darauf angesprochen sagt Frau Mustermann, dass „die Klinik“ (wohl besagte Ärztin) Ihr nahegelegt habe, nahen Kontakt mit Herrn Mustermann zu meiden. Kontaktaufnahmeversuche in den Folgetagen wurden nicht erwiedert. Ein Telefonat mit Frau Mustermann ergab, dass die Oberärztin Frau Mustermann empfohlen hat jegliche Kontakte mit Herrn Mustermann (wieweit zeitlich begrenzt ist unbekannt) zu unterbinden.

Fragen :

Wieweit ist es einem Arzt erlaubt dererlei weitreichende – für den Ratsuchenden unerträgliche – Massnahmen zu ergreifen ?

Hat der Ratsuchende eine Möglichkeit hier zu intervenieren, wenn ja wie ?

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Sehr geehrter Ratsuchender,


die von Ihnen geschilderte Situation ist für Sie sicherlich schwer zu verkraften. Dennoch muss ich Ihnen leider mitteilen, dass keine Aussicht besteht, hier zu intervenieren. Das Problem in Ihrem Fall ist dabei nämlich die Tatsache, dass die Ärztin Frau Mustermann nur eine Empfehlung ausgesprochen hat und auch nur Empfehlungen aussprechen kann. Es ist der Ärztin überhaupt nicht möglich, in die Lebensgestaltung von Frau Musterfrau bestimmend einzugreifen, sondern nur im Rahmen von verhaltensregelnden Ratschlägen. Für solche Ratschläge aber kann der Arzt jedenfalls von einem Dritten nicht verantwortlich gemacht werden.

Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass ein Behandlungsvertrag nur zwischen Frau Mustermann und der Klinik zustande gekommen ist. Aus diesem Vertrag können nur die Vertragspartner Rechte herleiten. Zwar existiert in Ausnahmefällen auch die Möglichkeit, dass Rechte aus einem Vertrag auch für Dritte bestehen (sog. "Vertrag mit Schutzwirkung zugunsten Dritter"), ein solcher Fall liegt jedoch leider nicht vor.

Insofern geht Ihre Fragestellung - Sie sagen, dass der Arzt Maßnahmen ergriffen habe - an der tatsächlichen Rechtslage vorbei, da der Arzt nicht im eigentlichen Sinne Maßnahmen ergriffen hat, sondern wie bereits ausgeführt, nur Ratschläge gegeben hat.

Die behandelnde Oberärztin ist offensichtlich der Meinung, dass Herr Mustermann zumindest mitverantwortlich für die Allergieerkrankung von Frau Mustermann ist. Selbst wenn dies nicht zutrifft und es sich um eine Fehldiagnose handeln würde, wäre es Herrn Mustermann nicht möglich, dies auch nur zu überprüfen. Denn es greift die ärztliche Schweigepflicht ein, die es der Ärztin verbieten würde, Herrn Mustermann Informationen über das Krankheitsbild zu geben. Dies wäre nur möglich, wenn Frau Mustermann die Ärztin von dieser Schweigepflicht entbinden würde. Dies ist ganz einfach durch eine entsprechende Erklärung seitens Frau Mustermann möglich.

Ich sehe als Lösungsvorschlag nur die Möglichkeit, dass Herr Mustermann im Rahmen eines ruhigen und vertraulichen Gespräches mit der behandelnden Ärztin diese auf seine Lage hinweist und ihr klarmacht, dass die psychosomatischen Probleme von Frau Mustermann nicht in seiner Person begründet sind. Nur in diesem Fall würde die Ärztin auch von ihrer Empfehlung, den Kontakt mit Herrn Mustermann abzubrechen, abrücken. Es empfiehlt sich gleichfalls, die Ärztin durch Frau Mustermann von ihrer Schweigepflicht zu entbinden, so dass ein offenes Gespräch über mögliche Gründe und Ursachen der Erkrankung möglich ist. Dies wäre auch im Interesse aller Beteiligten, gerade auch der Ärztin, da diese ja Behandlungserfolge verzeichnen möchte.

Die Entbindung von der Schweigepflicht sollte Herr Mustermann gegenüber Frau Mustermann vor allem mit dem letztgenannten Argument begründen, denn offensichtlich hat ja auch sie nach dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt das Bedürfnis, weiterhin Kontakt zu Herrn Mustermann zu halten.

Letztlich lässt sich die von Ihnen geschilderte Problematik nur im Rahmen eines Gespräches lösen, nicht aber mit rechtlichen Schritten.

Ich bedauere, Ihnen keine positivere Auskunft geben zu können, stehe Ihnen aber für Rückfragen selbstverständlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Jens O. Gräber
Rechtsanwalt
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