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Wie versteuere ich am besten die Abfindung?

08.04.2011 14:57 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Das Arbeitsverhältnis soll bis spätestens 30.09.11 aufgelöst werden. Es wird dann zum 15.10. 11 und zum 15.1.12 eine Summe x als Abfindung bezahlt. Die Termine können verlegt werden, wenn es anders steuerlich günstiger wäre. Der Begünstigte will den 1. Wohnsitz zum Vertragsende auflösen und mindestens bis zum 31. 7. 2012 auf Reisen gehen (ohne festen Wohnsitz). Evtl. kommen auch zwei Auslandstätigkeit ab dem 1.9.2011 in den USA oder alternativ ab dem 15. 1.12 in Lateinamerika in Betracht.

(1) Wie würde die Abfindung im Fall der Reise besteuert?
(2) Wie im Falle der Aufnahme einer Tätigkeit im aussereuropäischen Ausland?
(3) Spart der Arbeitnehmer überhaupt Steuern, wenn er den Wohnsitz zeitlich begrenzt oder für länger ins Ausland verlegt?
(4) Wie hoch wird die Abfindung versteuert, wenn der Begünstigt im Land verbleibt und macht eine Vollzeitstelle für den Rest des Jahres 2011 dann wegen der Progression noch Sinn?
(5) Würde die Investition in eine Immobilie (der Begünstigte hat bisher kein Wohnungseigentum) zeitnah zum Zufluss der Abfindung die Steuerlast mindern?
(6) Wirkt es sich steuermindernd aus, wenn er einen Teil der Abfindung zur Tilgung einer Kreditverpflichtung nutzt?


-- Einsatz geändert am 08.04.2011 15:04:18

Sehr geehrte Fragestellerin,
1. Eine Reise spielt keine Rolle, da Sie zumindest noch im Jahr 2011 Wohnsitz in Deutschland haben. Etwas anderes gilt für das Jahr 2012, in dem Sie einen Teil der Abfindung erhalten, und wenn Sie definitiv in das Ausland wegziehen. Beachten Sie auch die Antwort zur Frage 3.
2. Auch dies ändert im Jahr 2011 nichts an der im Jahr 2011 gezahlten Abfindung.

3. Da die Wohnsitzverlagerung, wenn überhaupt erst im Laufe des Jahr 2011 erfolgt, sind die in der Zeit der beschränkten Steuerpflicht erzielten Einkünfte in die Veranlagung zur unbeschränkten Steuerpflicht einzubeziehen (§ 2 Abs. 7 Satz 3 EStG), d.h. die in 2011 gezahlte Abfindung wird in Deutschland versteuert und natürlich das vom deutschen Arbeitgeber bezogene Gehalt.

Nach § 49 Abs 1 Ziff. 4 EStG erfolgt die Besteuerung Abfindung in D im Rahmen der unbeschränkten Einkommensteuerpflicht. Nicht unter diese Vorschrift fallen die von Ihnen eventuell erzielten ausländischen Einkünfte, nach Wegzug ins Ausland.
Wenn Sie die Abfindung bzw. einen Teil davon erst in 2012 erhalten, richtet sich die Besteuerung danach,
ob Sie in ein Land umziehen mit dem Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) abgeschlossen hat oder nicht. Die DBA (OECD Musterabkommen) bestimmen in der Regel, dass derartige Abfindungen im Ansässigkeitsstaat versteuert werden, so dass dann dort die Steuer abzuführen ist. § 49 EStG gilt in dem Fall nicht. Findet kein DBA Anwendung, so wird die Abfindung gemäß § 49 EStG in Deutschland besteuert.
4. Wie hoch die Abfindung besteuert wird hängt von verschiedenen Faktoren ab zb welche Steuerklasse besteht und natürlich wie die Abfindung ist etc.
Da es keine Freibeträge für Abfindungen mehr gibt, muss diese voll versteuert werden, wenn die Fünftelregelung nicht angewandt wird. Um die Fünftelregelung bei der Anfindung anwenden zu können, muss die Abfindung in einer Summe und im laufenden Kalenderjahr bezahlt werden.
Die Rechnung sieht vereinfacht wie folgt aus:
Zuerst werden die Steuern für das Einkommen ohne die Summe der Abfindung ausgerechnet. Danach wird die Abfindung durch fünf geteilt und ein fünftel, zum zu versteuernden Einkommen, hinzugerechnet. Aus dieser Summe wird die Einkommenssteuer berechnet und die zuvor, vom Einkommen berechnete Einkommenssteuer, abgezogen. Die Differenz der beiden Einkommenssteuersummen, ist maßgeblich für die Steuern der Abfindung, wird mit 5 multipliziert. Das Ergebnis ist die Steuerbelastung nach der Fünftelregelung für die Abfindung. Zu diesem Ergebnis, wird die zuvor ermittelte Einkommenssteuer für das Gehalt hinzugerechnet. Das Ergebnis ist die gesamte Steuerbelastung für das Einkommen und die Abfindung. Sofern Ihr Einkommen im Folgejahr, also 2012, sinkt, ist es unter Umständen günstiger, die Abfindung erst nach dem 31.12.2011 auszahlen zu lassen. Aufgrund der sinkenden steuerlichen Progression sinkt damit auch die Steuer auf die Abfindung. Für diesen Fall kann dann aber nicht die Fünftelregelung zur Anwendung kommen.
Sollte Ihr Gesamteinkommen im nächsten Jahr steigen, z.B. weil Sie eine Erwerbstätigkeit aufnehmen , ist es im Umkehrschluss natürlich günstiger, dass der Arbeitgeber das Geld vor dem 31.12.2011 überweist.


5. Ja. Verluste aus anderen Einkünften können grundsätzlich mit Gewinnen/bzw. positiven Einkünften verrechnet werden. Sie müssen aber beachten, dass Sie die Immobilie, die Sie auch vermieten müssen und nicht selbst nutzen dürfen, über 50 Jahre abschreiben und somit natürlich nicht den Kaufpreis und sonstige Kaufnebenkosten als Einmalbetrag im Jahr der Anschaffung absetzen können
6. Nein. Kreditzinsen, die im Zusammenhang mit der Erzielung von Einkünften stehen wie aus Vermietung und Verpachtung können Sie aber absetzen.

Mit besten Grüßen

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