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Wie sicher ist das Erbe?


| 28.05.2006 11:53 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Mutter ist letztes Jahr verstorben. Mein leiblicher Vater lebt nicht mehr, und sie war mit meinem Stiefvater verheiratet.

Im Erbvertrag steht u.a.:

- Wir berufen uns zu alleinigen Vorerben, gleichviel ob und welche Pflichtteilsberechtigte beim Tod des Erstverstorbenen vorhanden sind.

- Nacherben auf den Tod des Letztversterbenden und Erben des Letztversterbenden sind die Söhne der Ehefrau aus erster Ehe, und zwar [mein Bruder und ich].

- Verlangt einer der beiden vorgenannten Erben nach dem Tod der Ehefrau seinen Pflichtteil, wird er [...] nicht Erbe des Letztversterbenden.


So weit, so gut.
Allerdings hatte mein Stiefvater bereits wenige Tage nach dem Tod meiner Mutter eine neue Freundin. Diese wiederum hat mich am Wochenende angerufen und freimütig erzählt, daß sie meinen Vater samt seiner Habe nun für sich beansprucht und dafür sorgen will, daß ich nicht mehr als "10.000 Euro von dem gesamten Familienerbe ausgezahlt" bekomme und dann "raus aus dem Geschehen" sei.

Außerdem hat sie mir erzählt, daß mein Vater das Haus bereits verkauft habe und "wir" uns "ein neues Auto" und auch schon "ein neues Haus" gekauft hätten. Mein Vater hat sich dazu nicht geäußert, als ich ihn anrief.


Meiner bescheidenen Meinung nach kann mein Stiefvater mit seinem Geld machen was er will und es an so viele Frauen verschenken, wie er es für richtig hält.
Allerdings besteht sein beträchtliches Barvermögen und sein Haus zu mindestens 30-40% aus der Leistung meiner verstorbenen Mutter.


-> Was soll ich nun tun?
-> Ist es möglich, daß er das neue Haus irgendwie auf seine neue Freundin anmeldet, damit wir später nichts bekommen?
-> Bezieht sich mein Pflichtteil auf das Gesamtvermögen oder auf den Teil, den meine Mutter eingebracht hat (für den Fall, daß ich ihn verlange)?


Vielen Dank im voraus.

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Guten Tag,

wie Sie selbst bereits richtig darlegen, haben Sie aufgrund der testamentarischen Regelung im Hinblick auf den Tod Ihrer Mutter allein Pflichtteilsansprüche. Diese beziehen sich auf den Bestand des Nachlasses Ihrer Mutter zum Todeszeitpunkt.

Wenn etwa die Immobilie im gemeinschaftlichen Eigentum Ihrer Eltern war, fällt der Wert zur Hälfte in den Nachlaß. Bei einem gemeinsamen Konto fällt der Wert in den Nachlaß, der nach den Geldzuflüssen auf das Konto anteilig durch Ihre Mutter verursacht wurde.

Diese Pflichtteilsansprüche werden auch nicht dadurch berührt, daß Ihr Stiefvater nach dem Tode Ihrer Mutter jetzt Werte beseite schafft, da es allein auf den Todeszeitpunkt ankommt.

Bei dieser Sachlage sind die jetzt bestehenden Pflichtteilsansprüche der berühmte Spatz in der Hand, die möglichen Ansprüche nach dem Tode Ihres Stiefvaters die Taube auf dem Dach. Sie laufen Gefahr, daß Ihr Stiefvater den gesamten Nachlaß durchbringt oder anderweitig darüber verfügt. So steht es ihm völlig frei, -theoretisch- sämtliches Vermögen zu verkaufen und den verbleibenden Erlös etwa durch Weltreisen auf Null zu bringen. Schenkt Ihr Stiefvater etwa seiner neuen Freundin jetzt das Haus, so ist zehn Jahre nach der Verfügung diese Schenkung auch erbrechtlich endgültig.

Hier haben Sie natürlich ein erhebliches Risiko. Einen abschließenden Rat kann ich Ihnen im Rahme dieser Beratung nicht geben, da es stark auf die Einzelfallumstände (Absichten Ihres Stiefvaters, Wert des Nachlasses) ankommt.

Ich hoffe, ich habe Ihnen zunächst weitergeholfen. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß
Rechtsanwalt und auch Fachanwalt für Arbeitsrecht
Esenser Straße 19
26603 Aurich
Tel. 04941 60 53 47
Fax 04941 60 53 48
e-mail: info@fachanwalt-aurich.de

Nachfrage vom Fragesteller 28.05.2006 | 13:30

Vielen Dank für die rasche Antwort!

Sie schreiben: "Schenkt Ihr Stiefvater etwa seiner neuen Freundin jetzt das Haus, so ist zehn Jahre nach der Verfügung diese Schenkung auch erbrechtlich endgültig."

Verstehe ich das richtig, daß ich die Sache jetzt noch getrost - sagen wir - ein Jahr beobachten und abwarten kann, ob er sich möglicherweise doch noch fängt und wieder zu uns steht?


Natürlich in der Annahme, daß er in diesem Zeitraum nicht das ganze Geld ausgeben kann.


Danke nochmals.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.05.2006 | 13:40

Guten Tag,

Sie haben zur Zeit zumindest juristisch noch die Möglichkeit, abzuwarten. Die Pflichtteilsansprüche nach Ihrer Mutter verjähren allerdings drei Jahre nach Kenntnis des Todes und der letztwilligen Verfügung Ihrer Mutter. Spätestens dann müßten Sie die Ansprüche gerichtlich geltend gemacht haben, da sie sonst anderweitig nicht durchsetzbar wären. Solange können Sie aber, sofern Ihr Stiefvater nicht Ihre Ansprüche wirtschaftlich durch extensives Geldausgeben gefährdet, getrost abwarten.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß

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