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Wie oft muss Nachbar Hecke schneiden?

| 22.09.2012 12:34 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Wir haben vor 27 Jahren eine Baulücke mit einem Einfamilienhaus bebaut. Die Grenze zum bebauten Nachbargrundstück ist ca. 40 m lang. Mitten auf der Grenze (Wurzellinie = Grenze) steht über die ganze Länge eine ca. 2 m hohe und etwa 40 Jahre alte Weißdornhecke die trotz mehrfacher mündlicher Aufforderung nur einmal im Jahr von meinem Nachbarn geschnitten wird. Zwischenzeitlich wachsen die Äste bis zu einem Meter auf mein Grundstück. Zum Abfangen einer kleinen Geländeerhebung auf meiner Seite habe ich an der Grenze eine kleine von 0 cm auf ca. 45 cm Höhe verlaufende 6 mtr. lange Stützmauer errichtet.
Meine Fragen:
1. Wie oft muss der Nachbar die Hecke schneiden?
Darf ich die Hecke schneiden (und wie weit), wenn der Nachbar meinen Aufforderungen nicht nachkommt?
2.Ist die kleine Stützmauer rechtens?

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage!


Nachfolgend möchte ich gerne unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung sowie Ihres Einsatzes Ihre Frage wie folgt beantworten:

1. Rechtlich ist hier zunächst zu unterscheiden, ob die Hecke sich komplett auf dem Grundstück des Nachbarn befindet oder ob der Heckenbewuchs (nicht die Äste) Grundstücksgrenze überschreitet.
Maßgeblich ist insoweit, ob zumindest einige Stämme der Hecke, dort wo sie aus dem Boden austreten, auch auf Ihrem Grundstück liegen (BGH, Urteil vom 15.10.1999, Az.: V ZR 77/99).

Aus Ihrer Formulierung, die „Wurzellinie" sei die Grenze, geht dies nicht ganz hervor.

Im ersteren Falle hätten Sie gemäß § 910 BGB das Recht herüber ragende Zweige abzuschneiden, wenn der Nachbar eine von Ihnen hierzu gesetzte Frist untätig hat verstreichen lassen.

Wenn die Hecke jedoch die Grundstücksgrenze überschreitet, also sich teils auf beiden Grundstücken befindet, dann würde es sich um eine gemeinsame Grenzanlage nach § 921 BGB handeln, die der Grenzziehung der Grundstücke dient.

Für gemeinsame Grenzanlagen bestehen ein gemeinsames Nutzungsrecht und eine gemeinsame Unterhaltungspflicht. Davon ist auch umfasst, dass die Hecke auf der jeweils eigenen Grundstücksgrenze gestutzt wird. Lediglich für die vollständige Beseitigung ist das Einvernehmen beider Grundstücksnachbarn erforderlich.

Festzuhalten ist damit, dass Sie das Recht haben, die Hecke auf Ihrer Seite zu beschneiden. Wenn die Hecke aber ganz auf dem Nachbargrundstück steht, müssen Sie dem Nachbarn zuvor eine Frist setzen.

2. Der Bau einer Stützmauer entlang der Grundstücksgrenze ist nach § 31 Abs. 2 des nordrheinwestfälischen Nachbarrechtsgesetzes zulässig, solange sie eine vorhandene Einfriedung nicht überragt.

Da die Hecke hier jedoch deutlich höher als die Stützmauer ist, droht keine Beeinträchtigung des Nachbarn, so dass die Stützmauer zulässig ist.


Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!


Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Driftmeyer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 22.09.2012 | 15:15

Sehr geehrter Herr Driftmeyer,

vielen Dank für ihre freundliche Auskunft; ich bitte Sie nur noch um Beantwortung der noch offenen Frage, wie lange die dem Nachbarn gewährte Frist max. sein muss und wie weit ich die Hecke im Falle der verstrichenen Frist zurückschneiden darf (z.B. "20 cm vom Stamm entfernt" oder "nur soweit, dass sie weiterhin austreiben kann").

Vielen Dank und noch ein schönes Wochenende!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.09.2012 | 15:49

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Nachfrage beantworte ich gern wie folgt:

Eine Frist von 2 Wochen ist ausreichend.

Der Rückschnitt darf soweit erfolgen, wie die Äste die Grundstücksgrenze überschreiten.



Ich hoffe, ich konnte Ihre Nachfrage hiermit beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Driftmeyer
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 24.09.2012 | 20:55

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