Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Wie lange steht mir der nacheheliche Unterhalt trotz neuer Partnerschaft zu?


| 07.03.2005 12:01 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Hallo,
ich bin seit August 2004 geschieden und bekomme von meinem Exmann Unterhalt, seit Januar 2004 Trennungsunterhalt und dann ab August 2004 nacheheliche Unterhalt. Seit November 2004 wohne ich mit meinem neuen lebenspartner zusammen. Nun möchte ich im Sommer diesen jahres eine Ausbildung beginnen, die ich selbst zahlen muß. Mein Exmann ist darüber gar nicht erfreut, und hat mich gewarnt, ich bekäme ja eh nur noch bis Ende diesen jahres Unterhalt von ihm, und die Ausbildung würde mich finanziell ruinieren.
Nun meine Frage. Wielange steht mir dieser Ehegattenunterhalt trotz neuer Partnerschaft zu? Fällt dieser wirklich bis Ende des Jahres weg, und mein neuer Partner ist dann verpflichtet, für mich und meine Tochter aufzukommen?
Geht das alles os einfach, wie mein Exmann sich das vorstellt, oder habe ich da auch noch eine Möglichkeit, dagegen vorzugehen?
Ich bekomme zwar Schülerbafög für diese Ausbildung, aber zum leben wird das nicht ausreichen.
Vielen dank.
Maren

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Ratsuchende,

die gestellten Fragen lassen sich bei der Sachverhaltsschilderung nur eingeschränkt beantworten.

Ob der Nacheheliche Unterhalt am Ende des Jahres wegfällt kann so nicht beurteilt. Sicher kann man nicht sagen, dass allein die neue Partnerschaft dazu führt, den Unterhaltsanspruch auf das eine Jahr zu begrenzen. Möglicherweise gibt es aber auch Vereinbarungen zwischen Ihnen und Ihrem Exmann, die eine Regelung enthalten. Oder in einem Urteil ist eine zeitliche Begrenzung ausgesprochen. Das müßten geklärt werden.

Ist das alles nicht der Fall, kommt es weiter auf Ihre sogenannten ehelichen Lebensverhältnisse an. Wie lange waren Sie verheiratet, wie waren die wirtschaftlichen Verhältnisse, gibt es zu betreuende minderjährige Kinder etc.

Natürlich spielt die neue Partnerschaft bei der Höhe des Unterhaltes ein Rolle.

Ob Sie die Ausbildung beginnen können können, hängt wieder von einigen Voraussetzungen ab. Grundsätzlich sind Sie verpflichtet ab Scheidung der Ehe für Ihren eigenen angemessenen Unterhalt allein Sorge zu tragen. Sie müssen dafür eine Erwerbstätigkeit nachgehen, die Ihrer Ausbildung, Ihrem Alter, Ihrer Gesundheit Rechnung trägt. Betreuen Sie gemeinsame minderjährige Kinder ist Ihre Erwerbsobligenheit nicht gegeben, bzw. eingeschränkt.

Ob Sie die Ausbildung ausführen können, hängt also unter anderem davon ab, ob Sie bereits eine Ausbildung haben, ob Sie eine Ausbildung möglicherweise in der Ehe abgebrochen haben und ob Sie auch ohne die geplante Ausbildung eine angemessene Arbeit finden können.

Grundsätzlich kann man daher nicht sagen, Sie können keine Ausbildung machen und wegen der neuen Partnerschaft braucht Ihr Exmann nur noch bis Ende des Jahres zahlen.

Die Einzelheiten müßten geklärt werden, um Ihre Frage genauer zu beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 07.03.2005 | 15:51

Hallo Frau True-Bohle,
geregelt wurde nichts, wie lange der Unterhalt gezahlt wird. Nicht während des Trennungsjahres und nicht bei der Scheidung.
Ich habe ein Kind zu betreuen, ja, sie ist 4 Jahre alt. Aufgrund meines Umzuges zu meinem Freund bin ich arbeitslos, habe bis jetzt auch nichts gefunden, was mit der Betreuungszeit meiner Tochter zu vereinbaren wäre. Ich bin exam. Kinderkrankenschwester und müßte im Schichtdienst arbeiten, was aber sehr schwierig ist, da der Kindergarten von halb 8 morgns bis halb 5 abends geöffnet hat, meine Schichtzeiten jedoch viel früher bzw. viel länger wären. deswegen spiele ich ja mit dem Gedanken, eine andere Ausbildung zu beginnen, damit ich danach aus dem schichtdienst draußen bin. hatte jetzt schon sehr viele Vorstellungsgespräche, die jedoch immer negativ ausgingen, wenn sie hören, das ein Kind habe und wie die Kindergartenzeiten sind.
Verheiratet waren wir 7 Jahre, wobei ich auch gearbeitet habe. Auch während der Erziehungszeit.
Also, meiner Erfahrung nach wird es schwierig für mich wiedr in meinem erlernten beruf zu arbeiten, ohne meine Tochter von einer Betreuung in die nächste zu geben. Und wie schon gesagt, deswegen beabsichtige ich ja diese Umschulung. Aber ich fände es meinem neuen Partner gegenüber auch nicht fair, wenn er für mich und meine Tochter finanziell aufkommen müßte in dieser zeit.
Vielleicht ist es jetzt etws klarer.
Haben Sie vielen dank.
maren

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.03.2005 | 16:43

Danke für die Nachfrage.

Jetzt ist in der Tat einiges klarer.

Grundsätzlich führt die neue Partnerschaft und die beabsichtigte Umschulung weder zu einem vollständigen Ausschluss des Unterhaltes noch zu einer Befristung auf Ende des Jahres. Dafür ist die Ehe zu lang und Sie betreuen noch ein minderjähriges gemeinsames Kind.

Beide Faktoren spielen aber bei der Frage der Höhe des Unterhaltes eine Rolle.

Die Bewertung der Umschulung ist davon abhängig, ob Sie überhaupt zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit verpflichtet sind. Davon ist grundsätzlich nicht auszugehen, wenn Sie ein gemeinsames minderjähriges Kind betreuen, das, wie in Ihrem Fall erst 4 Jahre alt ist.

Wenn Sie aber keiner Erwerbstätigkeit nachgehen müssen, kann man umgekehrt Ihnen die Aufnahme einer Umschulung auch nicht verwehren. Sie soll ja in Ihrem Fall gerade dazu dienen, zu einem späteren Zeitpunkt Ihnen die Möglichkeit zu geben, einer Arbeit nachgehen zu können, die sich mit der Betreuung der Tochter vereinbaren läßt.

Ihr Exmann wird natürlich damit argumentieren, Sie hätten Ihre Arbeitslosigkeit durch den Umzug selbst verschuldet. Das kann meines Erachtens aber nicht durchdringen, da Sie, wie eben geschildert, gar nicht zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit verpflichtet sind.

Einige Gerichte sehen dieses aber differenzierter, da Sie während der Ehe immer gearbeitet haben.

Um aber allen Eventualitäten vorzubeugen rate ich Ihnen, Ihre Bewerbungen sehr gut zu dokumentieren, um im Falle eines Gerichtsverfahren trotzden nachweisen zu können, dass Sie sich nachhaltig um eine Arbeitsstelle bemüht haben.

Jedenfalls kann Ihr Exmann den Unterhalt nicht ohne weiteres zum Ende des Jahres einstellen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"haben Sie vielen Dank, Ihre Antwort beruhigt mich doch sehr. Ich werde mich aber auch nochmal mit meiner damalgien Änwältin in verbindung setzen."
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER