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Wie lange muss ich noch Unterhalt zahlen?


08.03.2006 11:29 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sabine Reeder



Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich habe geheiratet in Juni 1986 und wuerde in Dezember 2000 geschieden.
Tochter (14) lebt bei der Mutter, Sohn(16) lebt bei mir.
Tochter und Sohn haben keine eigene Einkuenfte
Exfrau erhaelt Kindergeld fuer die Tochter, Ich fuer den Sohn.
Exfrau arbeitet 30 Std/Woche (Festanstellung seit Mai 1999) 1500 Euro/Monat und macht sehr viele Ueberstunden die Sie abfeiert.
Eine Erhoehung auf ein Vollzeitstelle ist meinerseits kein Problem.
Sie wohnt in ein eigenes Haus ( uebliche Kaltmiete fuer eine gleichwertige Wohnung 800 Euro).
Wert des Hauses 175.000 Euro, Hypothek 90.000 Euro
Hypothekzahlung ca. 500 Euro/Monat
Exfrau lebt alleine.
Kindesunterhalt wird gegenseitig nicht gezahlt.
Ich zahle 500 Euro Unterhalt/Monat .
Nettoeinkuenfte zurzeit 2500 Euro/ Monat Steuerklasse 4 ( im Jahre 2005 gleiche Betrag), im Jahre 2000 war es umgerechnet von DM in Euro 2200 Euro/Monat(Steuerklasse 1)

Frage:

1) wie lange muss ich noch Unterhalt zahlen? oder ist ein Ende abzusehen.
2) wird der Unterhalt von den Einkuenfte aus dem Jahre 2000 berechnet oder nach dem jetzigen Gehalt?
3) Ist die Hoehe des Unterhaltes in Ordnung? Zu hoch oder zu niedrig?
4) was passiert wenn ich die Unterhaltszahlung erniedrige oder einstelle?



Vielen Dank

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich folgendermaßen beantworten möchte:

Nach § 1570 BGB kann ein geschiedener Ehegatte von dem anderen Unterhalt verlangen, solange und soweit von ihm wegen der Pflege und Betreuung eines gemeinschaftlichen Kindes eine Erwerbstätigkeit nicht erwartet werden kann. Bei Kindern zwischen dem 11.und dem 15. Lebensjahr ist dem betreuenden Elternteil eine Teilzeittätigkeit zuzumuten. Mit vollendetem 15 . Lebensjahr wird eine volle Erwerbsobliegenheit des bedürftigen Ehegatten anzunehmen sein. Sobald Ihre Tochter das 15. Lebensjahr vollendet hat, müsste Ihrer Frau das Einkommen aus fiktiver Vollerwerbstätigkeit angerechnet werden. Nur wenn dann noch eine Differenz zu Ihrem Gehalt besteht, könnte ein Aufstockungsunterhalt verlangt werden. Der errechnete Betrag muss jedoch einem Erheblichkeitsschwelle erreichen, die ca. 80 € beträgt.

Zu dem Einkommen Ihrer Frau kann noch der Wohnvorteil aus dem Eigenheim addiert werden. Der Nutzen liegt hier darin, dass der Eigentümer für das Wohnen weniger Mietzinszahlungen leisten muss. Soweit diese ersparten Mietaufwendungen höher sind als die mit dem Eigentum verbundenen Unkosten, ist die Differenz, d.h. der Betrag, um den der Eigentümer billiger als der Mieter lebt, als Einkommen anzusetzen. Das könnten in Ihrem Fall 300 € sein (vergleichbare Miete 800 € - Hypothekenzinsen 500 €). Allerdings kann Ihre Frau auch Kosten für Renovierung etc. in Abzug bringen.


Für die Einkommensberechnung ist bei Einkünften aus abhängiger Arbeit grundsätzlich das Jahresnettoeinkommen des vorangegangenen Jahres zu berücksichtigen. Überstunden können bis zu 10 % noch hinzugerechnet werden.

Eine Beispielsrechnung für den Unterhalt, den Sie gegenwärtig zahlen müssten:

2500 €- 357,14 € (1/7 berufsbedingte Aufwendungen) = 2142,86 €


1500 €+ 214,28 € = 1714,28 €


Den Ehegattenunterhalt errechnet man nach DDT wie folgt:

3/7 der Differenz zwischen den anrechenbaren Erwerbseinkommen der Ehegatten, insgesamt begrenzt durch den vollen ehelichen Bedarf; für sonstige anrechenbare Einkünfte gilt der Halbteilungsgrundsatz.

Danach würde der zu zahlende Unterhalt 183,67 € betragen.

Falls kein Unterhaltstitel vorliegt, kann Ihre Frau die Unterhaltszahlung gegen Sie auch nicht direkt vollstrecken, sondern müsste diese zuvor gerichtlich durchsetzen. Anderenfalls müssten Sie den Titel mit der Abänderungsklage berichtigen lassen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit Ihrer Rechtsfrage weiterhelfen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Sabine Reeder
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 08.03.2006 | 13:15

Vielen Dank fuer die schnelle Antwort,

klein Nachfrage:
Ich werde immer mehr als meine Exfrau verdienen,
heisst das, das ich nicht absehen kann wann der Unterhalt
endet und das man bis zum 65 Lebensjaht zahlen muss.

vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.03.2006 | 14:01

Ihre Verpflichtung zu Unterhaltszahlung endet, wenn Ihre Frau sich neu verheiratet. Ansonsten können Sie auch noch als Rentner zu Unterhaltszahlung verpflichtet sein. Da aber mit voller Erwerbstätigkeit Ihrer Frau die Differenz zu Ihrem Einkommen nicht mehr sehr hoch sein dürfte (so dass die Erheblichkeitsschwelle für den Auftsockungsunterhalt wahrscheinlich nicht erreicht wird) entfällt Ihre Unterhaltsverpflichtung eventuell ab dem 15. Geburtstag Ihrer Tochter. Dann ist das Einkommen aus fiktiver Vollerwerbtätigkeit anzusetzen unabhängig davon, ob Ihre Exfrau halbtags arbeitet oder nicht.

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