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Wie kann ich vererbtes Vermögen meines Vaters in Spanien nachweisen?

09.10.2007 17:59 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas M. Boukai


Sehr geehrter Anwalt, sehr geehrte Anwältin,

ich bin laut Testament rechtmäßige Alleinerbin meines vermögenden Vaters mit Erbschein, habe jedoch bislang de facto nichts geerbt.

Wie sich herausgestellt hat, besaß mein Vater Immobilien in Spanien, allerdings gut versteckt in einer Scheingesellschaft resp. Treuhandkonstruktion, so dass er selbst namentlich im Grundbuch nicht auftaucht. Mir sind mittlerweile die Namen des Treuhänders sowie der Gesellschaft bekannt. Nur der Treuhänder taucht namentlich im Grundbuch auf. Ich selbst habe keinerlei Geschäftsunterlagen meines Vaters, die beweisen, dass er Immobilien in Spanien erworben hat, aber ich weiß es durch intensive Recherchen und über Zeugen (die allerdings aus Angst gegenüber dem Treuhänder nicht bereit sind, auszusagen). Die Unterlagen meines Vaters befinden sich in den Händen seiner letzten Geliebten, die mir gegenüber behauptet, mein Vater hätte sein Vermögen an der Börse verloren. Dies ist eindeutig und nachweislich gelogen laut der mir vorliegenden Kontoauszüge, die ich mit meinem Erbschein anfordern konnte.

Ich habe zwei Fragen:

1. Haben Sie irgendeine (auch unkonventionelle) Idee, wie man
diese anonymisierende Treuhandkonstruktion aufdecken kann ? Könnte irgendwo trotz aller Anonymisierung der Name meines Vaters auftauchen und wenn ja, wo ? Sind die Notare nicht verpflichtet, beim Kauf eines Deutschen von spanischen Immobilien einer öffentlichen Stelle für "ausländische Investionen" Meldung zu machen ? Wie kann ich ggf. den Treuhänder dazu bringen, mir die Unterlagen auszuhändigen, die belegen, dass mein Vater Immobilien gekauft hat ? Ich brauche diese Unterlagen, um mein Erbe gegen die Geliebte einklagen zu können.Es ist davon auszugehen, dass die Geliebte im Rahmen dieser Treuhandkonstruktion/Scheingesellschaft nach dem Tod das Vermögen meines Vaters im Innenverhältnis übernommen hat - und zwar am deutschen Erbrecht vorbei. Sie war nicht einmal mit meinem Vater verheiratet.

2. Mal angenommen, ich habe Erfolg und komme irgendwie an Beweise. Wenn die Geliebte, von der ich dann gerichtlich die Herausgabe von ca. 400 000,- Euro verlange, behauptet, sie sei pleite (und ihr gesamtes Vermögen vorher ihrem Sohn übertragen hat), kann ich dann den Sohn belangen und von diesem die Herausgabe meines Erbes verlangen ?

Über eine schnelle Antwort, auch nur der zweiten Frage (falls bei der ersten Ratlosigkeit besteht, kenne ich schon ...), wäre ich dankbar.
Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrte(r) Fragensteller(in),

aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes beantworte ich Ihre Frage wie folgt.

Grundsätzlich ist zu berücksichtigen, dass ein Erbe in Spanien anders als in Deutschland nicht durch den Todesfall automatisch erbt. Der Erbanfall ist in Spanien auf diese Weise nicht möglich. Es bedarf unter anderem der notariellen Erbschaftsannahme. Zur Beurkundung werden unter anderem die Sterbeurkunde (auf internationalem Vordruck) und eine Nachlassbescheinigung benötigt (sog. certificado de últimas voluntades). Letzteres kann in einem extra hierfür in Madrid eingerichteten Register beantragt werden.
Für eine Änderung des Grundbuches bedarf es der notariellen Erbschaftsannahme, des Erbscheins bzw. Testamentes und der Bestätigung, dass die in Spanien nicht geringen Erbschaftssteuern bezahlt wurden.

Zu 1. Soweit Ihr Vater weder im Grundbuch noch in sonst einer Unterlage nachweisbar als Eigentümer auftaucht, so sehe ich in diesem Stadium keinerlei Handhabe um die Erbschaft bezüglich der spanischen Immobilien anzutreten. Die von Ihnen angegebenen Möglichkeiten sind leider nicht vorhanden. Da es um eine nicht geringe Summe geht sollten Sie mit einem deutschsprachigen Kollegen vor Ort in Spanien Kontakt aufnehmen. Dieser wird unter Umständen „Möglichkeiten“ kennen um hier an Daten heranzukommen. Eventuell auch durch Einschaltung einer qualifizierten Detektei. In jedem Fall sollte hierbei aber darauf geachtet werden, nicht an unseriöse Geschäftspartner unnötig hohe Vorschüsse und Gebühren zu zahlen. Es sollte von Anfang an eine klare Vereinbarung getroffen werden. Es ist zu beachten, dass neben der der notariell beglaubigten Kaufurkunde im spanischen Recht – anders als bei uns – bereits ein einfacher privater Kaufvertrag Eigentum an einer Immobilie begründen kann. Eventuell findet sich auf irgendeine Weise ein entsprechender Vertrag zugunsten Ihres Vaters? Soweit die Freundin Ihres Vaters noch irgendwelche Gegenstände aus dessen Besitz (auch Dokumente) haben sollte, so ist Sie zur Herausgabe an Sie als Erbin verpflichtet. Diese könnten Sie notfalls gerichtlich durchsetzen.

Wichtig ist in jedem Fall zunächst soviel Beweis wie möglich heranzuschaffen um in einem eventuellen gerichtlichen Verfahren zu obsiegen. Die Kontoauszüge sind schon einmal ein Anfang.

Zu 2. Ein solcher Anspruch wäre möglicherweise durchsetzbar. Entscheidend sind aber die genauen Begebenheiten des Einzelfalles, ohne die hier ins Blaue hinein keine vernünftige Auskunft gegeben werden kann. Grundsätzlich kann bei einer eindeutigen Umgehung ein Durchgriff auf den Dritten ermöglicht werden.



Ich hoffe Ihre Fragen zufrieden stellend beantwortet zu haben.
Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bitte beachten Sie, dass die Antwort auf Ihren Angaben beruht und sich die rechtliche Beurteilung des Sachverhaltes nur bei Kenntnis aller Details der Sache vollumfänglich und sicher treffen lässt.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas M. Boukai
- Rechtsanwalt -

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