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Wie kann ich die Vollständigkeit und Bewertung des Nachlass überprüfen?


| 19.05.2006 18:35 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stephan Bartels



Werter Rechtsanwalt

Erbitte Auskunft zu folgendem Fall:

Mein Vater (Schriftsteller) in zweiter Ehe verheiratet mit einer Lehrerin, verstarb voriges Jahr.

Er hatte mit seiner Ehefrau ein Berliner Testament erstellt, ohne weitere Verfügungen.

Ich habe bei der Erbin meinen Pflichtteil erbeten und um Auskunft zum Nachlassbestand ersucht.

Die Ehefrau schaltet einen Anwalt ein ,der sinngem. schreibt:

Konto des Erblassers Wert nahe null, gemeins. Konto Wert nahe null.

1100 m² Grundstück mit 1994 umgebauten Einfamilienhaus 50000.- davon einhalb.

Das Grundstück befindet sich in Ostseenähe.Die A20 in 5 min. zu erreichen und scheint mir klar

unterbewertet.

Meine Frage :1. Wie kann ich die Vollständigkeit der Auskunft insbesondere der Konten prüfen?

2. wie ist bei einer fairen Bewertung des Grundstückes und des Hauses vorzugehen

3.kurz vor dem Tode meines Vaters hat er noch ein Buch fertiggestellt,nach Aussage

seines Verlages soll es Ende des Jahres

verlegt werden, muss das in der Auskunft mit erscheinen?.

4. Da mein Vater am Ende sehr krank war hat die Erbin sein Auto verkauft, sollte das mit in der

Auskunft stehen?


Vielen Dank

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Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich auf Basis Ihres Einsatzes und auf der Grundlage der von Ihnen mitgeteilten Informationen im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworte:

1. Das Auskunftsrecht des Pflichtteilsberechtigten:
Da der Pflichtteilsberechtigte oftmals nicht in der Lage ist, selbst die Höhe seines Anspruchs zu ermitteln, da er den Bestand und den Wert des Nachlasses nicht kennt, enthält das Gesetz eine entsprechende Anspruchsgrundlage für den erforderlichen Auskunftsanspruch gegen den Erben, § 2314 BGB. Nach dieser Vorschrift steht Ihnen gegen die Ehefrau Ihres Vaters umfassendes Auskunftsrecht zu und zwar hinsichtlich des Bestandes des Nachlasses und hinsichtlich dessen Wertes.

Die Vollständigkeit/Richtigkeit der Auskunft in Bezug auf die Bankkonten können Sie dadurch verifizieren lassen, dass Sie von der Erbin die Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung verlangen. Dies gilt auch für die Auskunft darüber, ob die Erbin von Ihrem Vater Schenkungen zu Lebzeiten erhalten hat, durch die sich Ihr Pflichtteil evtl. erhöhen würde. Reicht Ihnen die Privatauskunft der Erbin nicht aus, können Sie auch die Erstellung eines Nachlassverzeichnis durch einen Notar verlangen.

2. Bewertung des Grundstücks
In Bezug auf das Grundstück haben Sie einen Anspruch gegen die Erbin auf Vorlage eines entsprechenden Wertgutachtens. Liegt ein Gutachten nicht vor, können Sie selbst eines in Auftrag geben. Die Kosten hierfür sind aus dem Nachlass zu bezahlen, § 2314 Abs. II BGB.

3. Das Buch
Da es sich um einen Wertgegenstand handelt, insbesondere dann, wenn das Buch noch verlegt wird, muss es im Nachlassverzeichnis erscheinen. Die Urheberrechte an dem Buch, bzw. die Tantiemenansprüche gegen den Verlag, fallen in den Nachlass und sind daher auch bei der Bemessung Ihres Pflichtteils zu berücksichtigen

4. Das Auto
Die Erbin ist verpflichtet über evtl. Schenkungen (das Auto oder der Verkaufserlös) Auskunft zu erteilen (s.o. Ziff. 1).

Ich hoffe Ihnen für das weitere Vorgehen eine erste Orientierung gegeben zu haben. Aufgrund der extrem knappen und offensichtlich unzureichenden Auskunft des gegnerischen Rechtsanwalts rate ich Ihnen, vor allem auch angesichts des nicht unerheblichen Wertes, für die Durchsetzung Ihrer berechtigten Ansprüche gegen die Erbin die Unterstützung eines Fachmannes in Anspruch zu nehmen.

Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen ggf. gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Bartels
Rechtsanwalt, Hamburg

Nachfrage vom Fragesteller 19.05.2006 | 20:13

Vielen Dank für Ihre professionelle Antwort.
Zusatzfrage: Wenn ich mich für eine Wertermittlung des Hauses durch einen Sachverständigen entscheide. Muss die Erbin diesen dann auch ins Haus lassen oder gibt es dazu besondere Bestimmungen.
Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.05.2006 | 21:13

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

grds. ist davon auszugehen, dass für die Ermittlung des Wertes eines Hauses auch dessen Ausstattung und der bauliche Zustand im Inneren relevant ist. Von daher sollte für ein abschließendes Gutachten auch der Innenbereich vom Gutachter in Augenschein genommen werden. Meines Erachtenbs wäre die Erbin daher verpflichtet, den von Gutachter ins Haus zu lassen. Sollte die Erbin den von Ihnen beauftragten Gutachter dennoch den Zugang zum Haus verweigern, so wäre dies nur dann gerechtfertigt, wenn Sie ein eigenes umfassendes Gutachten vorlegt, oder ein Besichtigung des Innenraums durch den von Ihnen beauftragten Gutachter aus anderen Gründen nicht erforderlich erscheint, z.B. weil durch die Besichtigung des Innenraumes keine maßgeblichen werterhöhenden oder -verringernden Umstände festgestellt werden könnten.

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Bartels
Rechtsanwalt, Hamburg

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