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Wie kann ich den Vater meines siebenmonatealten Kindes denn dazu bringen, den entsprechenden Unterha


09.05.2007 14:51 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Hallo, ich habe vor sieben Monaten ein Kind von einem verheiratetem Mann bekommen und der Vater meines Kindes zahlt mir monatlich 200€ Unterhalt. Er hat aber ein Nettoeinkommen von ca 3400€. Nach düsseldorfer Tabelle müßte er mir ja mehr Unterhalt zahlen. Wie kann ich ihn denn dazu bringen, den entsprechenden Unterhalt zu bezahlen und muß er für mich auch Unterhalt zahlen?
Ich bin derzeit Studentin und gehe am Samstag einer Nebentätigkeit nach bei der ich ca. 500€ verdiene. Witerhin bekomme ich noch 300€ Erziehungsgeld und das Kindergeld.
Aus seiner Ehe hat er eine weitere Tochter von 22 Jahren, welche aber seit diesem Monat ihr Studium beendet hat und einer festen Anstellung nach geht.

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Sehr geehrter Fragestellerin,

vielen Dank für die Einstellung Ihrer Frage.

Zunächst möchte ich Sie darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll, die in keinem Fall die Beratung durch einen Anwalt / Anwältin ersetzen kann.

Die rechtliche Beurteilung kann unter Umständen anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen, wenn bestimmte Angaben hinzugefügt oder weggelassen werden.

Ihre Frage beantworte ich aufgrund der von Ihnen gemachten Angaben, wie folgt:

Sie können den Vater Ihres Kindes zum einen auffordern, den gesetzlichen Unterhalt für das Kind zu zahlen. Sollte der Vater damit einverstanden sein, sollten Sie einen Unterhaltstitel erstellen lassen. Der Unterhalt kann z. B. in einer Jugendamtsurkunde festgehalten werden und Sie hätten einen vollstreckbaren Titel.

Sollte sich der Vater weigern, müssten sie Ihn in einem gerichtlichen Verfahren zur Zahlung des Unterhalts verpflichten. Üblicherweise geschieht dies in mehreren Stufen. Zunächst wird er aufgefordert sein Einkommen darzulegen. Danach wird aus dem Einkommen der zu zahlende Unterhalt errechnet.

Weiter steht Ihnen unter Umständen auch ein Anspruch auf Unterhalt aus § 1615 l BGB zu. Grundsätzlich besteht zwar nur in dem Zeitraum sechs Wochen vor bis acht Wochen nach der Entbindung ein Anspruch auf Unterhalt. Jedoch kann darüber hinaus Unterhalt geschuldet werden, wenn aufgrund der Pflege und Erziehung des Kindes eine Erwerbstätigkeit nicht erwartet werden kann. Dieser Anspruch endet 3 Jahre nach der Geburt, es sei denn es wäre unter Berücksichtigung der Belange des Kindes grob unbillig den Unterhaltsanspruch zu versagen. Folglich besteht hier die Möglichkeit zumindest für die ersten drei Jahre Unterhalt für Sie zu verlangen.

Ich rate Ihnen einen ortsansässigen Anwalt aufzusuchen und sich von diesem eingehend beraten zu lassen. Dieser kann eine exakte Unterhaltsberechnung vornehmen und das weitere Vorgehen genau mit Ihnen abstimmen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit der Antwort weiterhelfen. Sollten Sie noch weiteren Klärungsbedarf haben, nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.

Mit freundlichen Grüßen

Christopher Tuillier
Rechtsanwalt

info@rechtsanwalt-tuillier.de
www.rechtsanwalt-tuillier.de


§ 1615l BGB Unterhaltsanspruch von Mutter und Vater aus Anlass der Geburt

(1) 1Der Vater hat der Mutter für die Dauer von sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt des Kindes Unterhalt zu gewähren. 2Dies gilt auch hinsichtlich der Kosten, die infolge der Schwangerschaft oder der Entbindung außerhalb dieses Zeitraums entstehen.

(2) 1Soweit die Mutter einer Erwerbstätigkeit nicht nachgeht, weil sie infolge der Schwangerschaft oder einer durch die Schwangerschaft oder die Entbindung verursachten Krankheit dazu außerstande ist, ist der Vater verpflichtet, ihr über die in Absatz 1 Satz 1 bezeichnete Zeit hinaus Unterhalt zu gewähren. 2Das gleiche gilt, soweit von der Mutter wegen der Pflege oder Erziehung des Kindes eine Erwerbstätigkeit nicht erwartet werden kann. 3Die Unterhaltspflicht beginnt frühestens vier Monate vor der Geburt; sie endet drei Jahre nach der Geburt, sofern es nicht insbesondere unter Berücksichtigung der Belange des Kindes grob unbillig wäre, einen Unterhaltsanspruch nach Ablauf dieser Frist zu versagen.

(3) 1Die Vorschriften über die Unterhaltspflicht zwischen Verwandten sind entsprechend anzuwenden. 2Die Verpflichtung des Vaters geht der Verpflichtung der Verwandten der Mutter vor. 3Die Ehefrau und minderjährige unverheiratete Kinder des Vaters gehen bei Anwendung des § 1609 der Mutter vor; die Mutter geht den übrigen Verwandten des Vaters vor. § 1613 Abs.2 gilt entsprechend. 5Der Anspruch erlischt nicht mit dem Tode des Vaters.

(4) Wenn der Vater das Kind betreut, steht ihm der Anspruch nach Absatz 2 Satz 2 gegen die Mutter zu. In diesem Fall gilt Absatz 3 entsprechend.

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