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Wie ist der 'Materialwert Parkettboden' definiert?

30.04.2008 17:26 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Hallo, ich habe eine Wohnung gekauft in der ein Parkettboden mit der folgenden Baubeschreibung eingebaut werden sollte: Die entsprechenden Räume werden mit "... oder Massiveichenparkett (keine Fichte bzw. Kiefer!), Materialwert ca. 40 € /m², versehen (kein Laminat bzw. Teppichboden)." Es wurde tatsächlich Massiveichenparkettboden eingebaut, allerdings hat dieser nach Angaben des Verkäufers nur einen Wert von 26 €/m². Der Verkäufer behauptet aber, dass maßgeblich der Materialwert des Parkettbodens und der dazugehörigen Materialien (wie Lack und Kleber) sei. Der Gesamtwert dieser Materialien inkl. Parkett beträgt über 50 €/m². Insofern behauptet der Verkäufer, dass ich keine Kaufpreisminderung geltend machen kann. Stimmt das?
Weiterhin behauptet er, dass die Baubeschreibung bezügl. des Parkettbodens durch eine Musterwohnung, die diesen Massiveichenboden hat, konkretisiert wurde. Habe man sich für Massiveichenparkettboden entschieden, sei der Boden wie in der Musterwohnung vorgezeigt, eingebaut worden (wie das bei mir der Fall ist). Allerdings gibt es zu der Konkretisierung über die Musterwohnung weder etwas Schriftliches noch wurde in diesem Zusammenhang jemals über den Materialwert des Parketts gesprochen. Kann der Verkäufer über den Verweis auf die Konkretisierung der Baubeschreibung den angegebenen Materialwert aushebeln?

Sehr geehrte Ratsuchende,

ich möchte Ihre Frage auf Grund des dargelegten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

Ich weise darauf hin, dass dies einer ersten Orientierung über die bestehende Rechtslage dient und ein ggf. persönliches Beratungsgespräch bei einem Anwalt Ihrer Wahl nicht ersetzt.

Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann die rechtliche Beurteilung beeinflussen.

Dies vorangestellt beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Wie Ihren Angaben zu entnehmen ist, begehren Sie eine Minderung des Kaufpreises, sofern der Wert des Parkettbodens nicht einem Materialwert von 40 € /qm entspricht.

Um eine Minderung des Kaufpreises erfolgreich durchsetzen zu können muss zunächst ein Mangel der Kaufsache vorliegen.

Diese Voraussetzung ist gegeben, wenn die tatsächliche Ist-Beschaffenheit von der vereinbarten Soll-Beschaffenheit abweicht.

Hieran bestehen jedoch schon erhebliche Zweifel, ob dem so ist.

Vereinbart war, dass ein Massiveichenparkett verlegt werden soll, was letztendlich auch geschah. Damit liegt zunächst die vereinbarte Ausstattung vor.

Eine andere Frage dabei ist, welcher Qualität der verlegte Parkettboden aufweisen muss. Der Materialwert spielt dabei keine Rolle, zumal hier nur eine Zirka-Angabe von 40,00 €/qm erfolgte. Man kann vom Preis nicht zwangsläufig auf die Qualität schließen. Durch die Zirkaangabe lässt sich eine verbindliche Qualität des Parkettbodens nicht schlussfolgern.

Es ist nicht davon auszugehen, dass der Verkäufer durch die Angabe des Quadratmeterpreises eine Gewähr für eine bestimmte Beschaffenheit übernehmen wollte.

Der Parkettboden muss demnach für die gewöhnliche Verwendung geeignet sein und die Beschaffenheit aufweisen, die bei Sachen der gleichen Art üblich sind.

Nur sofern die tatsächlichen Gegebenheiten diesem nicht entsprechen würde ein Mangel vorliegen, woran aber nach derzeitigem Kenntnisstand erhebliche Zweifel bestehen, so dass Sie zur Minderung nicht berechtigt sind.

Zudem sei zuzugeben, dass im Rahmen einer ergänzenden Verragsauslegung viel dafür spricht, für den Wert maßgeblich all das mit zu berücksichtigen, was zur Herstellung des verlegten Bodens erforderlich war. Dazu gehören nun mal auch die Lacke und Kleber, so dass ohne Berücksichtigung der oben dargelegten Gründe eher die Auffassung des Verkäufers den Vorzug verdient und der Materialwert des Parkettbodens (inkl. Lack + Kleber) bei 50,00 €/qm liegt.

Eine definitive Sicherheit würde wahrscheinlich nur ein Sachverständigengutachten bringen.

Sofern im Vorfeld eine Musterwohnung besichtigt wurde, nach der entsprechend gebaut werden sollte und deren Ausstattung auch für Ihre Wohnung gelten sollte, sprechen auch hier eine Menge Gründe für die Auffassung des Verkäufers, da Sie dadurch wussten, was für ein Fußbodenbelag verlegt wird und dies so akzeptierten, sofern durch Sie nicht das Verlegen eines anderen Fußbodenbelages gefordert wurde und dies vertraglich fixiert wurde.

Bedauerlicherweise lässt sich kein günstigeres Ergebnis für Sie mitteilen.


Ich hoffe dennoch, dass ich Ihnen einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage geben konnte und Ihre Frage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet habe.

Mit freundlichen Grüßen

Marco Liebmann
Rechtsanwalt


Hinweis:
Wer anwaltliche Dienstleitungen in Anspruch nimmt und hierfür selbst einen Betrag als Honorar einsetzt, hat dieses auch zu zahlen.

Ich bitte Sie daher, dafür Sorge zu tragen, dass der von Ihnen eingesetzte Betrag von Ihrem Konto eingezogen werden kann.

Andererseits müsste ich davon ausgehen, dass nie beabsichtigt wurde, diesen Betrag zu zahlen, was den Straftatbestand des Eingehungsbetruges erfüllt und die Möglichkeit in Betracht gezogen werden muss, eine Strafanzeige zu stellen.

Mit freundlichen Grüßen

Marco Liebmann
Rechtsanwalt

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