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Wie hoch sind seine Chancen auf Umgangsrecht?

| 01.10.2018 11:44 |
Preis: 50,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Kurze Infos:
Alleiniges Sorgerecht der Mutter für Tochter (geb. 2014), alleinerziehend seit Geburt des Kindes (Kindsmutter war mit Kindsvater nicht verheiratet), Lebten fast ein Jahr gemeinsam, wegen häuslichen gewaltes (mit Polizeieinsatz) endete das Zusammenleben mit KV,Mutter zieht mit Kind in eine andere Stadt,Kind lebte permanent bei Mutter, Umgang mit KV war anfangs schon sehr sporadisch, seit Anfang 2017 kompletter Kontaktabbruch.KV kommt für Unterhalt nicht auf, Mutter erhält Unterhaltsvorschuss.

Nun, hat sich der Vater gemeldet und möchte das Kind sehen. Ich habe nicht darauf reagiert.
Wie würden die nächsten Schritte laufen, sollte er sich an einen Anwalt wenden?
Ich möchte ihn weder Umgang-, noch Sorgerecht gewähren. Hat er Chancen diese zu bekommen?
Wenn er diese beantragen würde, könnte ich das ablehnen und somit das ganze Prozedere in die Länge ziehen?Da ich nicht denke, dass er soviel Ausdauer hat.
Meine Tochter und ich haben ein geregeltes Leben, ich gehe arbeiten, sie in die Kita, nachmittags betreuten sie die Großeltern mit den sie eine sehr enge Bindung aufgebaut hat. Meine Sorge ist, dass er jetzt in ihr Leben tritt und alles kaputt macht, sie kennt ihn als Vater überhaupt nicht, für sie ist er ein fremder Mann.

Ich danke Ihnen für Ihre Zeit.

Mit freundlichen Grüßen


01.10.2018 | 14:41

Antwort

von


(1019)
Aachener Strasse 585
50226 Frechen
Tel: 02234-63990
Web: http://www.ra-raab.de
E-Mail:
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Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Grundsätzlich steht dem Elternteil, bei dem das Kind nicht seinen ständigen Aufenthalt hat, ein Umgangsrecht mit dem Kind zu. D.h., der Kindesvater kann das Umgangsrecht, notfalls mit gerichtlicher Hilfe, versuchen geltend zu machen.

Ob Sie Ihr Ziel, das Umgangsrecht des Vaters zu verhindern, erreichen können, ist zumindest fraglich.

Allerdings ergeben sich aus dem Sachverhalt Anhaltspunkte dafür, dass ein „normales" Umgangsrecht dem Wohl des Kindes abträglich sein könnte. Hierfür spricht, dass der Kindesvater gewalttätig geworden ist (vermutlich Ihnen gegenüber) und dass dadurch die Trennung erfolgt war.

Darüber hinaus zahlt der Kindesvater keinen Unterhalt. Der Kindesvater ist barunterhaltspflichtig und müsste daher zumindest den Mindestunterhalt zahlen.

Das sind Gründe, die in rechtlicher Hinsicht ein Umgangsrecht des Vaters mit dem gemeinsamen Kind zumindestens infrage stellen können.


2.

Normalerweise wird dem umgangsberechtigten Elternteil ein Umgangsrecht alle zwei Wochen für ein Wochenende zugebilligt. Hinzu kommen ein Teil der Ferien sowie die zusätzlichen Feiertage an Weihnachten, Ostern und Pfingsten.

Erschwert kann das Umgangsrecht bezüglich seiner Ausübung auch dadurch sein, dass der Kindesvater in einer anderen Stadt lebt, wobei auch die Frage der Entfernung eine Rolle spielen kann.

Andererseits gibt es auch die Möglichkeit des so genannten begleiteten Umgangs. D.h., eine Person ist bei der Ausübung des Umgangsrechts des Vaters mit dem Kind zugegen. Hierbei handelt es sich um eine neutrale Person, beispielsweise vom Jugendamt.


3.

Wissen müssen Sie, das jede Entscheidung über die Ausübung des Umgangsrechts eine Einzelfallentscheidung ist. Hinzu kommt weiterhin, dass die Gerichte sehr unterschiedlich entscheiden, so dass es unmöglich ist, eine Prognose bezüglich Ihrer Erfolgsaussichten zu stellen.


4.

Da Sie auf die außergerichtliche Aufforderung des Kindesvaters, ihm den Umgang mit der gemeinsamen Tochter zu gewähren, nicht reagiert haben, müssen Sie damit rechnen, dass der Kindesvater einen entsprechenden Antrag bei Gericht stellt. Wenn Ihnen ein solcher Antrag zugestellt wird, rate ich dringend, einen Rechtsanwalt vor Ort aufzusuchen. Ihnen wird voraussichtlich Verfahrenskostenhilfe gewährt werden.

Sodann können in dem Rechtsstreit alle Punkte erörtert werden, insbesondere wird Ihr Rechtsanwalt vortragen, welche Gesichtspunkte unter Berücksichtigung der Rechtsprechung gegen einen Umgang des Vaters mit dem Kind sprechen.


5.

Sollte der Vater das gemeinsame Sorgerecht beantragen, dürfte er meiner Einschätzung nach diesbezüglich kaum Aussicht auf Erfolg haben.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 01.10.2018 | 15:19

Danke erstmal für ihre informative und präzise Antwort, Herr Raab.

Zu Punkt 2.

Wenn er ein Umgangsrecht zugebilligt bekommen sollte, heißt das mein Kind dürfte bei ihm übernachten? Ich frage mich das, weil wenn eine Person vom Jugendamt dabei sein sollte, das ja nicht möglich wäre.
Müsste ich das Kind dann zum KV bringen?Wir leben ca 400 km voneinander entfernt.







Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.10.2018 | 15:33

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Angenommen, dem Vater würde ein Umgangsrecht eingeräumt, heißt das keineswegs zwingend, dass das Kind auch bei ihm übernachten dürfte.

Gerade im Hinblick auf das Alter Ihrer Tochter von vier Jahren und dem nicht bestehenden Kontakt mit dem Kind bestehen zumindest Bedenken gegen eine Übernachtung bei dem Vater.

Hinsichtlich des Umgangsrechts gibt es eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten.

So könnte beispielsweise der Umgang auch dahingehend ausgeübt werden, dass der Vater in Ihre Heimatstadt kommt und dort, begleitet, einen Tag mit der Tochter verbringt.


2.

Wie in meiner Antwort schon gesagt, kommt es auf die genauen Umstände des Einzelfalls und natürlich auf die Auffassung des Gerichts an.


3.

Dass Sie das Kind über eine Distanz von 400 km zum Vater bringen müssten, halte ich ebenfalls für eher unwahrscheinlich. Aber auch bei einer großen räumlichen Entfernung werden unterschiedliche Regelungen getroffen.

Wenn das Gericht einen Umgang des Vaters mit dem Kind für unumgänglich im Sinne des Kindeswohls ansieht, sollte man darauf hinwirken, dass zum einen ein begleiteter Übergang stattfindet und zum anderen dass der Vater zu Ihrer Stadt kommt.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt


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Bewertung des Fragestellers 03.10.2018 | 01:31

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"Herr Raab hat alles sehr verständlich erklärt und mir damit gut damit weitergeholfen. Ich würde ihn jederzeit weiterempfehlen."
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 03.10.2018
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