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Wie hoch ist mein Anteil?

05.03.2013 14:02 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Meine Mutter war Eigentümerin eines Einfamilienhauses. Nach ihrem Tod 2001 erbten mein Vater und ich das Haus, Grundbucheintrag je zur Hälfte.
Seitdem bewohnt mein Vater das ganze Haus allein, d.h. er trug sämtliche Kosten (Hypothek und sonstige Kosten) sowie Einnahmen aus der Vermietung der Einliegerwohnung allein. Er hat also meinen Anteil unentgeltlich genutzt. Ich hatte auf meinen Anteil verzichtet, solange er darin wohnen will. da ich damals wollte, dass er in seiner gewohnten Umgebung weiterleben konnte. Hierzu gibt es keine schriftliche Vereinbarung. Mein Vater hat während dieser Zeit die Abzahlung der Hypothek durch Umschuldung stark reduziert, so dass jetzt immer noch ein großer Berg Schulden darauf lastet.
Jetzt will mein Vater das Haus verkaufen und ist der Meinung, dass mir nur der 1/2 Wert zum Zeitpunkt des Todes meiner Mutter zusteht.
-Hat er damit Recht? (wie ist die rechtliche Lage in unserem Fall)
-Hat er durch die weitere Abzahlung der Hypothek seinen Anteil beim Verkauf vergrößert?
-wenn ja,welche Rolle spielen dabei Inflation und die enormen Ausgaben für die Zinsen bei geringer Tilgung?
-Oder habe ich meinen Anteil verändert, indem ich von ihm keine Miete verlangt habe?
vielen dank für eine Auskunft,
mfG Ute Krupski

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1.
Ihre Schilderung verstehe ich so, dass Ihr Vater und Sie Miterben zu je 1/2 Anteil des Einfamilienhauses sind.

Sie bilden dann insoweit eine Erbengemeinschaft
(§§ 2032 ff. BGB ).

Nach § 2038 Abs. 1 BGB steht die Verwaltung des Nachlasses den Erben gemeinschaftlich zu. Nach § 2038 Abs. 3 BGB gelten ergänzend die Vorschriften der §§ 743, 745, 746 und 748 über die Gemeinschaft.

Nach § 743 Abs. 1 BGB gebührt jedem Teilhaber ein seinem Anteil entsprechender Bruchteil der Früchte (z.B. Mieteinnahmen).

Nach § 743 Abs. 2 BGB ist jeder Teilhaber zum Gebrauch des gemeinschaftlichen Gegenstandes insoweit befugt, als nicht der Mitgebrauch der übrigen Teilhaber beeeinträchtigt wird.

2.
Wenn Sie und Ihr Vater übereingekommen sind, dass Ihr Vater das Grundstück allein nutzt und (dafür) auch die Kosten allein trägt, sehe ich darin eine Regelung der Verwaltung des gemeinsamen Gegenstandes.

Diese Regelung der Verwaltung schließt es m.E. aus, dass nachträglich Ihr Vater von Ihnen einen Ausgleich für von ihm getragene Kosten verlangen könnte oder auch umgekehrt Sie vom Ihrem Vater eine Nutzungsentschädigung verlangen könnten.

3.
Ihr Vater kann das Grundstück nicht allein verkaufen. Nur er und Sie gemeinsam können das Grundstück verkaufen.

4.
Wenn das gemeinschaftliche Grundstsück verkauft wird, steht grundsätzlich jedem Miterben ein seinem Anteil entsprechender Anteil von 1/2 am Erlöss zu.

Der abweichenden Argumentation Ihres Vaters kann ich aus den oben unter Ziff. 2 dargestellten Erwägungen nicht folgen.

Die Eigentumsverhältnisse am Grundstück haben sich nicht geändert.

Die Hypothek hat Ihr Vater abbezahlt, weil er das Grundstück allein genutzt hat und eine entsprechende Verwaltungsregelung getroffen war.
Regelungen dieser Art sind auch nicht unüblich und meist auch interessengerecht.

Natürlich kann zur Verteilung des Verkaufserlöses etwas anderes vereinbart werden. M.E. können und sollten Sie jedoch auf einem hälftigen Anteil am Verkaufserlös bestehen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Reinhard Moosmann, Rechtsanwalt

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