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Wie hoch ist in meinem Fall der von mir an meine Exfrau zu überweisende Kindesunterhalt?

| 20.03.2009 23:30 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger


Ich würde gerne wissen wie hoch in meinem speziellen Fall der aktuelle Kindesunterhalt ist:
>Ich bin seit 10 Jahren geschieden und habe eine Tochter mit 13 Jahren ( geb.14.07.1995).
>bin 41 Jahre,verheiratet, 1 Stieftochter, Steuerkl.4 +1Kind
>Ich bin Fernfahrer für Schwertransporte und habe einen sehr unterschiedlichen Lohn,je nach Arbeitslage
>mein Stundenlohn beträgt 11,05 Euro (30 Tage Urlaub/Jahr) und
Spesen 24 Euro/Arbeitstag mit 24std. von Zuhause weg
>ich habe folgende Menge Arbeitsstunden in den letzten 12 Monaten:
März 2008: 245,25 std.
April 2008: 283,75 std.
Mai 2008: 145,25 std
Juni 2008: 278,25 std
Juli 2008: 286,75 std
August 2008: 146,5 std
September 2008. 204,25 std
Oktober 2008: 300,0 std
November 2008: 265,50 std
Dezember 2008: 219,00 std
Januar 2009: 154,50 std
Februar 2009 164,75 std - sind 2693,75 std,
das macht dann einen Stundendurchschnitt von 224,5 std. im letzten Jahr!
Seit März habe ich Kurzarbeit und bin habe diesen Monat bis jetzt nur 69 std. gearbeitet!
>>Nun meine Fragen:
?Wie hoch ist in meinem Fall der von mir an meine Exfrau zu überweisende Kindesunterhalt?
?Wie hoch ist er nach alter Düsseldorfer Tabelle und nach neuer?
?Wie stellt sich der Kindesunterhalt zusammen ( Anrechnungen
von Kindergeld etc.). Ich bekomm kein Kindergeld!
?Wie sieht es in Zeiten von Kurzarbeit aus wo ich 67% vom Lohn bekomme?

Im Voraus schon mal vielen herzlichen Dank!


Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre online-Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehme:

Ausgehend von einem monatlichen Bruttoeinkommen in den letzten 12 Monaten von EUR 2.480,75 ( = EUR 11,05 X 224,5 Stunden) errechnet sich bei der Steuerklasse IV und einem Kind sowie unterstellter Kirchensteuerpflicht ein Nettoeinkommen von mtl. EUR 1.552,01.

Spesen werden vom Arbeitgeber zur Deckung arbeitsbedingten Mehraufwands gezahlt. Werden Spesen pauschal gezahlt, also ohne den Nachweis tatsächlich in dieser Höhe entstandener Kosten, ist es allgemein üblich, 1/3 der pauschal gezahlten Spesen dem Einkommen zuzurechnen . Zu dem Nettoeinkommen von mtl. EUR 1.552,01 sind daher EUR 160,- hinzuzurechnen, vorausgesetzt dass an 20 Tagen im Monat Spesen anfallen. (Fallen monatlich an weniger als 20 Tagen Spesen an, reduziert sich die Summe von EUR 160,- entsprechend. ) Abzüglich von pauschal 5 % für berufsbedingte Aufwendungen errechnet sich Ihr unterhaltsrechtlich relevantes Nettoeinkommen in den letzten 12 Monaten mit EUR 1.626,41. Hiernach sind Sie in die zweite Einkommensgruppe der geltenden Düsseldorfer Tabelle (Stand 01.01.2009) einzuordnen, so dass der Unterhalt für das 13 jährige Kind in der dritten Altersstufe unter Anrechnung des hälftigen Kindergeldes EUR 314,- beträgt. Nachdem die Düsseldorfer Tabelle von 3 unterhaltsberechtigten Personen ausgeht, Sie jedoch nur Ihrer Ehefrau und einem Kind gegenüber unterhaltspflichtig sind, ist die Höhergruppierung Ihres Einkommens um eine Stufe gerechtfertigt, so dass sich der Kindesunterhalt hiernach auf EUR 333,- erhöht, wobei das Kindergeld zuvor angerechnet wurde. Bei Anwendung der Unterhaltstabelle für das Jahr 2008 ergeben sich unter Anrechnung des Kindergeldes Unterhaltsbeträge von EUR 307,- (Einkommensgruppe 2 ) bzw. 325,- (Einkommensgruppe 3).

Weiterhin ist ein Einkommensrückgang grundsätzlich unterhaltsrechtlich beachtlich, es sei denn die Einkommensminderungen beruhen auf einer Verletzung der Erwerbsobliegenheit oder sind durch freiwillige oder berufliche Dispositionen des Unterhaltsverpflichteten veranlasst, was bei Ihnen jedoch nicht der Fall ist. Folglich werden Sie bei Einkünften in Höhe von 67 % Ihres bisherigen Einkommens künftig allenfalls Unterhalt nach der ersten Einkommensgruppe der geltenden Düsseldorfer Tabelle von EUR 377,- abzüglich EUR 82,- (hälftiges Kindergeld) , also EUR 295,- zu zahlen haben, wobei allerdings sichergestellt sein muss, dass Ihr Selbstbehalt von EUR 900,-gewahrt ist.

Abschließend weise ich darauf hin, dass eine konkrete Unterhaltsberechnung die Einsichtnahme in sämtliche Belege voraussetzt, weshalb ich Ihnen dringend empfehle, einen Rechtsanwalt vor Ort mit Ihrer Interessenwahrnehmung zu beauftragen.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen
J. Petry-Berger
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 22.03.2009 | 09:05

Vielen herzlichen Dank Frau Petry-Berger.

Bis zum welchen Alter geht denn der Kindesunterhalt und ab wann wäre die nächste Erhöhung fällig?
Wie ist es dann in der Lehre oder Berufschule/Studium?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.03.2009 | 19:00

Sehr geehrter Fragesteller,

Grundsätzlich schulden Eltern ihren Kindern Unterhalt bis zum Erreichen eines Ausbildungsabschlusses. Eine einheitliche Ausbildung liegt nach der Rechtsprechung auch dann vor, wenn sie aus mehreren an sich selbständigen Ausbildungsabschnitten besteht, die aber inhaltlich miteinander korrespondieren und in zeitlich enger Abfolge durchlaufen werden. Beginnt Ihr Kind nach der Lehre ein Studium und steht dieses in einem engen sachlichen und zeitlichen Zusammenhang zum Lehrberuf, werden Sie auch während des Studiums unterhaltspflichtig sein. Eine Unterhaltspflicht für eine Zweitausbildung besteht hingegen nicht. Im Ergebnis endet Ihre Unterhaltspflicht nicht automatisch mit Eintritt der Volljährigkeit, sondern erst mit Beendigung des jeweiligen Ausbildungsganges. Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang, dass ab Volljährigkeit beide Elternteile entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit anteilig haften. Im Übrigen ist der Unterhalt Ihres Kindes mit Erreichen der Volljährigkeit bzw. bei Veränderung Ihres Einkommens oder Änderung der Düsseldorfer Tabelle neu zu berechnen.

Mit freundlichen Grüßen
RA Petry-Berger

Bewertung des Fragestellers 26.03.2009 | 17:01

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