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Wie hoch ist der gesetzliche Pflichtteilsanspruch des einen Kindes?

| 26.08.2011 18:14 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Eine Ehepaar lebt im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft.
Ein Ehepartner verstirbt, das Gesamtvermögen
beträgt zum Todeszeitpunkt 100.000 Euro.
Es besteht ein Berliner Testament zwischen
den Ehepartnern.
Neben dem Ehepartner gibt es zwei Kinder.

Eines der Kinder fordert den gesetzlichen Pflichteil aus dem Erbe.

Wie hoch ist der gesetzliche Pflichtteilsanspruch des einen Kindes.
Auf welcher Rechtsgrundlage basiert dies.

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Frage beantworte ich unter Berücksichtigung der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt:

Da das Gesamtvermögen sich auf 100.000 Euro beläuft, besteht die Erbmasse in der Hälfte, also 50.000 Euro.

Der Pflichtteil ist die Hälfte des gesetzlichen Erbanspruchs. Hierzu bestimmt § 2303 BGB: "Ist ein Abkömmling des Erblassers durch Verfügung von Todes wegen von der Erbfolge ausgeschlossen, so kann er von dem Erben den Pflichtteil verlangen. Der Pflichtteil besteht in der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbes." Dabei handelt es sich um einen schuldrechtlichen Anspruch, nicht um einen Anspruch auf Herausgabe bestimmter Gegenstände aus dem Nachlass.

Vorliegend besteht die Verfügung von Todes wegen, dass nur die Ehefrau erbt. Damit sind die Abkömmlinge jedenfalls für diesen Erbfall von der Erbfolge ausgeschlossen. (Zum Teil enthalten Berliner Testamente die Regelung, dass nach dem Tod des Längstlebenden die Abkömmlinge als Nacherben eingesetzt werden.)

Es ist also nun festzustellen, wie hoch der gesetzliche Erbanteil wäre. Dazu bestimmt zunächst § 1924 BGB, dass Abkömmlinge - also Kinder - Erben der ersten Ordnung sind und zu gleichen Teilen erben.

Außerdem bestimmt § 1931 BGB, dass die Ehefrau neben Erben erster Ordnung - also Kindern - zunächst zu einem Viertel als Erbin berufen ist.
Eine weitere Vorschrift aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch, § 1371 BGB, besagt darüber hinaus, dass dann, wenn der Güterstand der Zugewinngemeinschaft durch Tod eines Ehegatten beendet wird, der Ausgleich des Zugewinns - und zwar unabhängig davon, ob es konkret einen solchen gab - sich "dadurch verwirklicht, dass sich der gesetzliche Erbteil des überlebenden Ehegatten um ein Viertel der Erbschaft erhöht".

Das heißt also konkret:

Die Ehefrau des Verstorbenen erbt gemäß § 1931 BGB und gemäß § 1371 BGB jeweils ein Viertel, insgesamt also die Hälfte. Für die Kinder steht somit die andere Hälfte - 25.000 Euro - zur Verteilung an, so dass sich für jeden der gesetzliche Erbanteil auf 12.500 Euro beliefe.

Da aber - wie oben erwähnt - der Pflichtteil nur in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbanteils besteht, beläuft sich der Pflichtteilsanspruch lediglich auf 6.250 Euro.

Ich hoffe, dass ich mich verständlich ausgedrückt habe. Ansonsten zögern Sie bitte nicht, eine - selbstverständlich kostenlose - Zusatzfrage zu stellen.

Nachfrage vom Fragesteller 27.08.2011 | 17:12

Vielen Dank für die umfassende und
ausführliche Anwort.

Eine kleine Nachfrage, wenn es neben den beiden
leiblichen Kindern noch ein Kind aus erster
Ehe des überlebenden Ehepartners(also kein leibliches Kind, nicht adopdiert)gibt , hat dies Einfluss auf den Pflichtanteil des leiblichen Kindes i.H.v 6250,00 oder bleibt dieser bestehen ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.08.2011 | 17:21

Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage:

Das Kind des überlebenden Ehepartners, das nicht adoptiert wurde, wäre bei gesetzlicher Erbfolge aus dem ersten Erbfall nicht zum Zuge gekommen, weil die gesetzliche Erbfolge sich - abgesehen vom Erbrecht des Ehepartners oder der Verwandtschaft durch Adoption - nach der sog. Blutlinie richtet.

Wäre der Ehepartner, der dieses Kind hat, zuerst gestorben, hätte es allerdings einen Pflichtteilsanspruch gehabt und dann hätte sich die Berechnung verändert. Gegenüber seinem Elternteil ist es ja Erbe ersten Grades.

Bewertung des Fragestellers 26.08.2011 | 19:51

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