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Wie gegen Bonitätsindex 600 von der Creditreform rechtlich vorgehen?

16.09.2019 18:39 |
Preis: 48,00 € |

Datenschutzrecht


Beantwortet von


14:00
Sehr geehrte Damen und Herren,

wir sind eine GbR, bestehend aus zwei natürlichen Personen als Gesellschafter.

Unser Unternehmen besteht seit 2011.
Seit Bestehen haben wir keinerlei Unternehmensdaten an die Creditreform übermittelt.

Die Creditreform hat somit bislang ihren Bonitätsindex für uns anhand von Branchendurchschnittswerten ermittelt. Bislang gab es unsererseits keinen Grund, dies zu beanstanden.

Im Dezember 2018 wurde ein gegen uns geführtes Inkassoverfahren zu unserer GbR eingetragen. Die Hauptforderung beträgt 500,00 €.
Sowohl am 25.06.2019 als auch am 30.07.2019 wurden zwei Negativmerkmale in Form der Nichtabgabe einer Vermögensauskunft eingetragen.
Diesen zwei Eintragungen liegen insgesamt Hauptforderungen inkl. Nebenforderungen von zusammengefasst unter 2.000,00 € zugrunde.
Die Forderungen aus den zuvorgenannten Eintragungen sind zwischenzeitlich beglichen.
Die Begleichung der Forderungen fand jedoch erst statt, nachdem die Eintragungen bereits vorhanden waren.

Anfang August wurden wir telefonisch von unserem Leasinggeber darüber informiert, dass wir bei der Creditreform einen Bonitätsindex von 500 haben und man dort sehr besorgt sei, ob wir unsere Leasingraten weiter zahlen können.
Die Leasinggesellschaft drohte an, den Vertrag aufgrund des Bonitätsindex ggf. zu kündigen.

Bis zu diesem Zeitpunkt haben wir uns mit der Creditreform nie auseinander gesetzt.

Nachdem im August ein Leasingantrag für einen zweiten Firmenwagen bei einer anderen Bank abgelehnt worden ist und man sich als Grund für die Ablehnung ebenfalls auf den Bonitätsindex der Creditreform berief, beantragten wir am 23.08.2019 online eine Selbstauskunft. Nachdem wir diese nicht erhalten haben und keine Rückmeldung der Creditreform erhielten, forderten wir diese am 13.09.2019 auf, uns umgehend eine Selbstauskunft zukommen zu lassen. Die Selbstauskunft ist uns sodann am 16.09.2019 übermittelt wurden.

Die Selbstauskunft weist nun für unsere GbR einen Bonitätsindex von 600 auf.
In diversen Publikationen veröffentlich die Creditreform selbst, dass der Bonitätsindex von 600 eine „Zahlungseinstellung" und „ungenügenden Bonität" bedeutet.
Der Bonitätsindex in Höhe von 500, welchen wir zuvor bereits im August hatten, steht für „massiver Zahlungsverzug" und „mangelhafte Bonität".

Sowohl den Index von 500, als auch den jetzigen von 600, empfinden wir als nicht gerechtfertigt und somit massiv geschäfts- und rufschädigend.

Wie bereits geschildert, können wir zudem keinen zweiten Leasingvertrag abschließen, obwohl wir als GbR mit zwei Gesellschaftern auf ein zweites Fahrzeug angewiesen sind.
Sollte die Leasinggesellschaft des bereits vorhandenen Wagens den Vertrag aufgrund des schlechten Bonitätsindex außerordentlich kündigen, so würde weiterer Schaden entstehen.
Wir nutzen unsere Fahrzeuge als Gesellschafter sowohl privat als auch beruflich.

Seit 2014 hatten wir durchgehend bis zum heutigen Tag mehrere Leasingfahrzeuge, deren Raten immer pünktlich und ohne Ausfall beglichen wurden.

Der Bonitätsindex spiegelt unsere tatsächliche Bonität überhaupt nicht wider.
Im Juli diesen Jahres hatte unsere GbR Ausgaben von ca. 12.000,00 €. Im August beliefen sich unsere Ausgaben auf knapp 50.000,00 €.
Vom 01.09.2019 bis zum heutigen Tag, dem 16.09.2019 hatten wir Betriebsaufgaben von ca. 12.000,00 €. Alle Rechnungen wurden in den genannten Zeiträumen pünktlich beglichen.
Wir empfinden es daher als inakzeptabel, dass die Creditreform uns seit Juli nachsagt und an Dritte übermittelt, unsere GbR sei zahlungsunfähig.

Vom 01.01.2019 bis zum heutigen Tag haben wir Überweisungen zu 240 Eingangsrechnungen getätigt.
Die zwei Negativmerkmale aus dem Jahr 2019 machen somit von der Anzahl aller bisherigen dem Geschäftsjahr zuzuordnenden Eingangsrechnungen weniger als 1% aus.
Diese zwei Negativmerkmale sind auch nur Zustande gekommen, da wir uns aufgrund von hoher Auftragslage und zahlreichen Geschäftsreisen nicht rechtzeitig um unsere Post gekümmert haben.

In Anbetracht aller hier geschilderten Gesamtumstände, können wir nicht hinnehmen, von der Creditreform als absolut zahlungsunfähig und vor einer Insolvenz stehen eingestuft zu werden.

Wir verfügen über eine gute Auftragslage und haben außer eines Leasingfahrzeugs keinerlei Kreditverbindlichkeiten.

Welche Möglichkeiten haben wir gegen diese offensichtlich nicht zutreffende Bewertung unsere Unternehmens und den daraus entstandenen und entstehenden Folgen gegen die Creditreform vorzugehen?
Wird hier seitens der Creditreform gegen ein Recht verstoßen und wenn ja welches?

Vielen Dank und beste Grüße

O.
16.09.2019 | 19:33

Antwort

von


(30)
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Sehr geehrter Fragesteller,

auf Grundlage des mitgeteilten Sachverhalts beantworte ich Ihre Frage wie folgt.

In Betracht kommt eine Löschung der Daten bei Creditreform zu verlangen, weil die dort angegebenen Daten unvollständig oder falsch sind. Auf Grundlage der durch Sie mitgeteilten Informationen besteht jedoch kein Anhaltspunkt dafür, dass die dort hinterlegten Einträge unzutreffend sind.

Problematisch ist vor allem, dass es sich um drei titulierte Forderungen handelt und jedenfalls in zwei Fällen auch gegen Sie vollstreckt worden ist. Das alles innerhalb eines relativ kurzen Zeitraumes. Die von Ihnen geschilderten Gründe für die Zahlungsausfälle sind dabei für die Angaben im Bonitätsindex unerheblich.

Es ist grundsätzlich trotzdem möglich, dass Sie, unter Hinweis auf den in Ihrer Frage geschilderten Sachverhalt, bei Creditreform eine Überprüfung der Einträge anregen. Dabei kann ich Sie gerne unterstützen.

Mit freundlichen Grüßen


Nachfrage vom Fragesteller 18.09.2019 | 13:16

Sehr geehrte Frau Stadler,

erstmal vorab danke für Ihre bisherige Rückmeldung.

Ja, die zwei Negativmerkmale sind zutreffend.
Aus zwei Negativmerkmalen aus unbezahlten Rechnungen dem gegenüber aber hunderte bezahlte Rechnungen im selben Geschäftsjahr stehen, kann man uns doch keine Zahlungsunfähigkeit (Score 600) unterstellen.

Die Creditreform beschreibt den Score 600 in ihren eigenen Prospekten als "Zahlungsausfall" und "bevorstehende Insolvenz".

Dies ist eine unzutreffende Einstufung.
Ein solcher Score ist auch keine Auslegungssache mehr, es handelt sich um keinen mittleren Score und einen etwas schlechteren, sondern um den Schlechtesten, den Unternehmer halten, die insolvent sind.
Ein Gleichsetzung mit unserem Unternehmen ist nicht zu vertreten.

Daher zielte unsere Frage eher darauf ab, ob die Creditreform mit dieser ganz klar und beweisbar widerlegbaren Einstufung ein oder mehrere Rechte verletzt.
Wir haben hier auch bewusst erwähnt, dass wir eine GbR mit zwei persönlichen Gesellschaftern sind, wodurch uns auch privat enorme Schäden entstehen. Hier sollte in Betracht gezogen werden, ob wir die Verbrauchereigenschaft erfüllen.

Durch die falsche Einschätzung ist uns bereits ein erheblicher Schaden entstanden, da wir am Abschluss eines Leasingvertrages gehindert werden und ein bestehender gekündigt werden soll.

Die Creditreform könnten wir selber kontaktieren und eine Löschung beantragen, wir haben uns hier jedoch gemeldet, um eben zu erfahren, wie wir auf rechtlichem Wege gegen die Kreditreform und den falschen Score rechtlich vorgehen können.
Werden hier Rechte verletzt und welche rechtlichen Mittel stehen uns zur Verfügung um dagegen vorzugehen (Unterlassung, Datenschutz etc.)?

Vielen Dank und beste Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.09.2019 | 14:00

Sehr geehrter Fragesteller,

auf Ihre Nachfrage antworte ich wie folgt.

Eine rechtliche Handhabe gegenüber Creditreform besteht nur insofern, als die dort gemachten Einträge auf falschen Fakten beruhen. Da das nicht der Fall ist, sehe ich tatsächlich keine Möglichkeit, wie Sie Ihren Score dort kurzfristig, d.h. vor Ablauf der übliche dreijährigen Speicherfrist für Einträge, verbessern können.

Die Einstufung mit dem Score von 600 scheint mir auch nicht willkürlich, sondern Sie basiert auf drei Zahlungsausfällen innerhalb kurzer Zeit.

Die Scoringagenturen legen Ihre Bewertungssysteme nicht vollständig offen. Aber anscheinend ist der Anteil der püntklich gezahlten Rechungen im Verhältnis zu den Zahlungsausfällen nicht mit dem Prozentsatz identisch mit dem ein künftiger Zahlungsausfall vorhergesagt wird. Also nur weil Sie in der Vergangenheit 99% der Rechnungen gezahlt haben, bedeutet das eben für eine Ratingagentur nicht zwangsläufig, dass auch in Zukunft 99% der Rechnungen gezahlt werden.

Das hohe Insolvenzrisiko, das durch Ihren Score ausgedrückt wird, spiegelt eben gerade wider, dass es bereits mehrere Zahlungsausfälle gab und deshalb das Risiko einer Zahlungsunfähigkeit besteht.

Für Ihre persönliche Bonität gilt ebenfalls, dass Sie direkt nur gegen Falscheinträge vorgehen können oder aber alte Einträge nach drei Jahren löschen lassen können.

Mit freundlichen Grüßen

ANTWORT VON

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