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Wie funktioniert Abtretung / Schenkung eines Erbteils aus einer Erbengemeinschaft?

04.02.2016 08:27 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Ich habe vor wenigen Jahren ein Erbe angetreten, bei dem neben Bargeld und Aktien auch Anteile an zwei Immobilien an mich weitervererbt wurden. Das Bargeld und die Aktien habe ich anteilsmäßig komplett erhalten bzw. übertragen bekommen.
Bei besagten beiden Immobilien bin ich nunmehr Eigentümer eines Sechzehntels innerhalb einer mehrköpfigen Erbengemeinschaft.
Die Immobilien werden (wie bereits schon vor Erbantritt) als Mietimmobilien geführt. Die Mieteinnahmen werden gegen die Aufwendungen gerechnet und der Gewinn / Verlust am Ende eines Jahres auf die einzelnen Erben der Gemeinschaft anteilsmäßig aufgeschlüsselt und verteilt.
Aufgrund der allgemeinen Lage des Immobilienmarktes hatte ich vor 1 Jahr den Verkauf der beiden Immobilien vorgeschlagen. Die anderen "kleineren" Erben wollen dieses Thema allerdings aussitzen, wahrscheinlich bis der Inhaber des größten Erbanteils (3/4) auch verstirbt.
Anfragen und Vorschläge zur Verwaltung der Erbschaftssache von meiner Seite werden nicht sachlich aufgenommen und geprüft, sondern mit Sarkasmus und wüsten Beschimpfungen beantwortet. Vor diesem Hintergrund kann ich also keinen direkten Einfluss auf den Werterhalt bzw. die Wertentwicklung der Immobilien nehmen, was mir aber wichtig ist. Außerdem will ich meine Nerven schonen und mir weitere unnötige Auseinandersetzungen ersparen.
Nun frage ich mich, wie ich diesen Erbteil an den Immobilien, gesetzlich klar geregelt, loswerden kann, ich also de facto die Erbengemeinschaft verlassen kann, so dass mir - wenn schon kein Gewinn beschert wird, mir dann wenigstens mögliche Kosten bei Werteverlust, anfallenden Reparaturen etc. erspart bleiben.
1) Brauche ich dazu irgendeine Art Zustimmung der übrigen Erbengemeinschaft? Müßte ich sie vorab über meine Absicht informieren? Oder genügt die (wahrscheinlich notarielle?) Inkenntnissetzung der geänderten Rechtsverhältnisse bzgl. meines (dann: früheren) Immobilienanteils?
2) Könnte ich z.B. gezielt einen Erben aus dieser Erbengemeinschaft auswählen und dann - nach ausschließlicher Rücksprache mit ihm - meinen Anteil an ihn abtreten? Wie würde das jeweils rechtskräftig funktionieren und welche Kosten würden mir dabei entstehen?
3) Oder wäre es am einfachsten, meinen Immobilien-Anteil einfach an die übrige Erbengemeinschaft abzutreten? Wie müßte ich dazu rechtlich vorgehen? Welche Kosten entstünden mir dabei?

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


I.

Bezüglich der Immobilie besteht eine sogenannte ungeteilte Erbengemeinschaft.

Ihr Ziel ist es, aus dieser Erbengemeinschaft auszuscheiden.

Das BGB regelt Angelegenheit der Erbengemeinschaft in §§ 2032 ff. BGB.


II.

Zunächst müssen Sie berücksichtigen, dass alle Erben Eigentümer des Nachlasses, hier also der Immobilien, geworden sind. Damit können auch nur alle Mitglieder der Erbengemeinschaft den Nachlass gemeinsam verwalten bzw. aufteilen. Der einzelne Erbe ist nicht befugt, gewissermaßen eigenmächtig, diesbezügliche Entscheidungen zu treffen.

Dies vorausgeschickt, gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie Sie erreichen können, die Erbengemeinschaft zu „verlassen".

1.

Zunächst haben Sie die Möglichkeit, Ihren Anteil an den Immobilien zu verkaufen. Diese Möglichkeit dürfte aber eher theoretischer Natur sein, da sich nur schwerlich ein Käufer finden wird, der bereit ist, Ihren Anteil zu erwerben und sich dann mit den Miterben auseinanderzusetzen.

Nur am Rande sei darauf hingewiesen, dass dann, wenn Sie die Absicht haben, Ihren Anteil zu verkaufen, die Miterben ein gesetzliches Vorkaufsrecht haben.

Allerdings halte ich diese Verfahrensweise, also den Verkauf Ihres Miteigentumsanteils, als wenig realistisch.

2.

Die Immobilien können nicht, wie beispielsweise Geld oder Aktien, quotenmäßig unter den Erben aufgeteilt werden. ie sind also unteilbar.

Eine Aufteilung kann damit nur in der Weise erfolgen, dass die Immobilien verkauft und der Verkaufserlös unter den Erben entsprechend ihrer Quote aufgeteilt wird.

Die beste Möglichkeit ist, wenn sich alle Erben über den Verkauf einigen und den Verkauf in die Wege leiten. Die Meinungen, wie mit dem Nachlass bezüglich der Immobilien verfahren werden soll, sind aber, wie Sie es schildern, innerhalb der Erbengemeinschaft unterschiedlich.

Gleichwohl können Sie den Miterben mitteilen, dass Sie die Auflösung der Erbengemeinschaft anstreben, weil Sie aus der Erbengemeinschaft aussteigen wollen und anregen, dass sich die Miterben darüber verständigen, ob sie Ihren Anteil erwerben wollen.

Sind die Miterben diesem Vorschlag einverstanden, muss man sich noch über den Preis unterhalten.

3.

Sind die mit Erben indes nicht bereit, Ihren Miteigentumsanteil käuflich zu erwerben, haben Sie die Möglichkeit, Ihren Anspruch auf Auseinandersetzung durch eine sogenannte Teilungsklage gemäß § 2042 BGB durchzusetzen. Um diese Teilungsklage durchzuführen, empfehle ich Ihnen, einen Rechtsanwalt einzuschalten, weil eine solche Klage nicht ganz einfach ist und weil ohnedies das Landgericht zuständig sein dürfte, wo Anwaltszwang herrscht.


III.

Anstelle einer Teilungsklage, die, wie gesagt, nicht unkompliziert ist, besteht auch die Möglichkeit, dass Sie die Teilungsversteigerung beantragen. Hierzu sind Sie als mit Erbin befugt. Sinn der Teilungsversteigerung ist es, dass ein Dritter die Immobilien erwirbt und dass der Erlös aus der Versteigerung unter den Miterben aufgeteilt wird.

Sie können sich sicherlich vorstellen, dass bei einer Teilungsversteigerung der Erlös geringer ist, als wenn sich die Erben zu einem freihändigen Verkauf der Immobilien entschließen. Versperren sich die Miterben aber dem (vernünftigen) freihändigen Verkauf, bleibt nur die Teilungsversteigerung, um das Ziel, das Sie anstreben, zu erreichen.


IV.

Sie können also nicht einfach, so wie es aus Ihren konkret formulierten Fragen hervorgeht, einen beliebigen Miterben bestimmen, indem Sie Ihren Miteigentumsanteil an den Immobilien ihm "auf das Auge drücken". Niemand muss Ihren Anteil übernehmen. Sie haben die Möglichkeiten, die ich oben aufgezeigt habe.

In Ihrer zweiten Frage haben Sie den Fall angesprochen, dass Sie Ihren Erbteil an einen Miterben "abtreten", und damit aus der Erbengemeinschaft ausscheiden. D.h., Sie würden durch eine Notarvertrag Ihren Anteil an einen bestimmten, an dem Erwerb interessierten Miterben veräußern.

Zu den Kosten kann man nichts sagen, weil diese von der Höhe des Werts der Immobilie bzw. des Kaufpreises abhängen.

Die in Ihrer dritten Frage geschilderte Verfahrensweise ist rechtlich so nicht möglich.


Mit sich freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

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