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Wie 'einfach' ist eine Enterbung?

| 03.07.2018 17:12 |
Preis: 80,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Saeger


Typischer Erbschaftsstreit:

Meine Mutter ist vor 2 Monaten verstorben. Ein Testament gibt es nicht und die gesetzliche Erbfolge tritt ein. Mein Vater lebt noch und es gibt neben mir noch einen Bruder.
Meine Eltern sind sehr vermögend gewesen, weshalb nun mein Bruder alle Angelegenheiten an sich reißt.
Vor 5 Jahren gab es eine Schenkung an mich. 15.000€ , welche mein Bruder 12 Jahre zuvor für seinen Hausbau ebenso bekommen hat.

Nun der Fall: Mein Bruder fordert mich auf, die 15.000€ an den Vater zurückzugeben. Da ich die Verjährungsfristen kenne und es an sich einfach unfair finde, lehnte ich es ab, den vollen Betrag zurück zu geben. Mein Bruder sagte dann:
"Wenn du dem nicht zustimmst, komme ich mit einem Notar und der Vater wird dich dann enterben!" Was der Vater kopfnickend bestätigte.
Dazu ist zu sagen, dass mein Vater mit fast 91 Jahren, erblindet und nicht mehr ganz im Bilde ist, was seine finanzielle Situation angeht, wahrscheinlich spielt auch schon Demenz eine Rolle, was zu prüfen wäre. Mal glaubt er 300 € mal 1000€ Miete zu zahlen, mal hat er nur 800€ auf dem Konto, mal 200.000€ und an die Schenkung bzw. meinen Hausbau kann er sich nicht mehr erinnern.

Nun meine Frage: Ist es tatsächlich so einfach, dass mein Bruder mit Notar und Zeugen zum Vater geht und mich enterben lässt? Ich weiß, es gibt ja auch einen Pflichtteil, aber ich fühle mich gerade ungerecht behandelt. Auch wollte ich einen Nachlassverwalter beauftragen, da wir uns eh nicht einigen. Sobald ich gegen die Meinung meines Bruders, der auch keine Vollmacht vom Vater hat, spreche, droht er mir mit Enterbung.
Was habe ich für rechtliche Möglichkeiten?

Sehr geehrte Fragenstellerin,

in Fachkreisen nennt man das Verhalten Ihres Bruders auch "versuchte Erpressung". Es kommt natürlich auf die Testier- und Geschäftsfähigkeit Ihres Vaters an.

Was die Schenkung anbelangt: Zu einen können normale Erben an sich keine Pflichtteilsergänzung oder Rückzahlung verlangen. Zum anderen müsste man sehen, ob alleine die Verstorbene Schenkerin war. Außerdem wäre nach 5 Jahren maximal die Hälfte der Summe anzurechnen im Rahmen einer Pflichtteilsergänzung.

Erbin Ihrer Mutter sind die jedenfalls, wenn kein abweichendes Testament vorliegt, entsprechend der gesetzlichen Erbfolge jetzt schon.

"Nun meine Frage: Ist es tatsächlich so einfach, dass mein Bruder mit Notar und Zeugen zum Vater geht und mich enterben lässt? Ich weiß, es gibt ja auch einen Pflichtteil, aber ich fühle mich gerade ungerecht behandelt. Auch wollte ich einen Nachlassverwalter beauftragen, da wir uns eh nicht einigen. Sobald ich gegen die Meinung meines Bruders, der auch keine Vollmacht vom Vater hat, spreche, droht er mir mit Enterbung.
Was habe ich für rechtliche Möglichkeiten?"

Den Pflichtteil kann ich so oder so normalerweise nicht umgehen, außer Sie würden Ihren Vater mit dem Tod oder vergleichbarem drohen. Enterben in Hinblick auf den normalen Erbteil kann man natürlich an sich schon.

Es ist ein Spiel mit dem Feuer. Ich würde Ihren Vater unauffällig in seinem gewohnten Umfeld durch einen spezialisierten Arzt testen lassen: Wenn dieser zu dem Schluss kommt, dass er geschäftsunfähig ist, kann man sicher auch aggressiver im Fall vorgehen.

Mit freundlichen Grüßen
D. Saeger
- RA -

Nachfrage vom Fragesteller 03.07.2018 | 17:52

Danke für die schnlle Antwort. Hier meine Nachfrage:

Ist es Ihrer meinung nach sinnvoller mit dem Hausarzt zusammen den Gesundheitszustand / Geschäftsfähigkeit feststellen zu lassen, oder doch besser einen Antrag auf einen gesetzlichen Betreuer beim Amtsgericht zu stellen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.07.2018 | 18:06

Danke für die Bewertung.

Ich würde erst einmal den vorsichtigeren Weg über den Hausarzt wählen.

MfG
D. Saeger
- RA -

Bewertung des Fragestellers 03.07.2018 | 18:01

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 03.07.2018 5/5,0
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