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Wie berechnet sich der Unterhalt für ein erwachsenes Kind?

07.06.2009 15:56 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe einen 20 jährigen Sohn. Ich bezahle bis dato Unterhalt. Da mein Sohn mit der Schule aufgehört hat und sich auch um keinen Ausbildungsplatz bemühte ist ihm von der Kindergeldkasse das Kindergeld verweigert worden. Laut Auskunft meiner geschiedenen Frau ist es ihm im Moment aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich (grauer oder grüner Strar) sich um eine Ausbildung zu kümmern. Es besteht ein Unterhaltstitel vom Jugendamt, welcher allerdings schon etwa 10 Jahre alt ist. Darin verpflichte ich mich, den aktuellen Regelbetrag in Höhe von 128 % zu zahlen.Meine Frage: Muß ich Kindesunterhalt leisten, wenn das Kind keiner Ausbildung nachgeht? Zum 31.10.09 werde ich arbektslos werden. Wie berechnet sich der Unterhalt für ein erwachsenes Kind. Ursprünglich wurde ich mal in Klasse 3 der Düsseldorfer Tabelle eingruppiert, da ich nur für 1 Kind unterhaltspflichtig bin wurde ich aber um 2 Klassen höher in Klase 5 eingeordnet. Mehrfach habe ich nun gehört, daß sich der Unterhalt für ein erwachsenes Kind nach Gruppe 4 der Düsseldorfer Tabelle richtet. Ist das korrekt?

Sehr geehrter Ratsuchender ,

vielen Dank zunächst für Ihre Anfrage!

Nachfolgend möchte ich gerne unter Berücksichtung des von Ihnen geschilderten Sachverhalts zu Ihren Fragen wie folgt Stellung nehmen:


Zu 1.) Muß ich Kindesunterhalt leisten, wenn das Kind keiner Ausbildung nachgeht?


Sie als Unterhaltspflichtiger müssen dann keinen Unterhalt (mehr) leisten, wenn keine planvolle und zielstrebige Aufnahme einer Ausbildung beim Unterhaltsberechtigten, also Ihrem volljährigen Sohn, erkennbar ist.

Dies hat damit zu tun, dass ein volljähriges Kind grundsätzlich für seinen Lebensunterhalt selber aufkommen muss, wobei die Eltern dem Kind allerdings grundsätzlich die erste berufsqualifizierende Ausbildung hindurch finanzieren müssen.

Dies aber wie bereits gesagt auch nur dann, wenn eine solche ernsthaft angestrebt und nicht zwischendurch auf Initiative des unterhaltsberechtigten Kindes wieder abgebrochne wird.
So hat es etwa das OLG Schleswig jüngst ausgeurteilt (vgl. Urteil des OLG Schleswig, Az. 15 WF 225/07).

Somit könnten Sie Ihr Kind darauf hinweisen, dass wenn er sich nachdrücklich weigert eine Ausbildung aufzunehmen, Sie seinen Unterhalt kürzen werden und im Extremfall sogar gar nicht mehr zur Zahlung verpflichtet sind.

Ob in Ihrem Fall allerdings eine planvolle und zielstrebige Ausbildungsaufnahme gegeben ist, kann ich abschließend aus der Ferne nicht beurteilen.

Hierzu müsste man auch Ihr Kind anhören, um eventuelle Argumente für das zögerliche Verhalten mit in diese Wertung einzubeziehen. Sicherlich ist auch die gesundheitliche Situation von Bedeutung .

Hierbei wird es darauf ankommen, ob es sich lediglich um eine Schutzbehauptung der Mutter handelt, oder ob die Krankheiten am Auge der Wahrheit entsprechen. Ein grauer Star ist aber sehr unwahrscheinlich, da es sich hierbei um eine Alterserscheinung, nämlich eine Trübung de Augenlinse handelt.

Ein grüner Star, welcher mit einem erhöhten Augeninnendruck einhergeht, ist aber auch bei einem jungen Menschen grundsätzlich möglich.

Die sollten einen ärztlichen Attest einfordern und für den Fall, dass dieser nicht beigebracht werden kann, Ihren Sohn auffordern, auf den Titel ( die Jugendamtsurkunde) zu verzichten.

Sollte er auf den Titel nicht verzichten, so sollten Sie wenn gewünscht, einen Kollegen vor Ort mit der Wahrnehmung Ihrer rechtlichen Interessen beauftragen, damit dieser Ihnen helfen kann, die Abänderung notfalls auf dem Rechtswege durchzusetzen.

Solange der Titel nämlich in der Welt ist, kann auch grundsätzlich aus ihm vollstreckt werden!

Sollte Ihr Kind nicht krank sein, so muss er nachweisen, dass er sich redlich um eine Ausbildung bemüht, wozu er entsprechende Bewerbungen nachweisen muss auf Ihr Verlangen.

Eine genaue Zahl an Bewerbungen, die Ihr Kind anstreben muss, um seiner Ausbildungsobliegenheit nachzukommen, kann aus der Ferne leider nicht abschließend festgesetzt werden, da dies vom Einzelfall abhängt, also der gewählten Ausbildungsart (Hochschulstudium, Berufsausbildung, Fachrichtung, etc.).

Es muss eine angemessene Zahl sein, wobei eine Zahl von 10 Bewerbungen pro Monat ein Richtwert sein kann, aber auch nicht zwingend ist, da es wie gesagt erheblich auf den Einzelfall ankommt.


Zu 2.) Wie berechnet sich der Unterhalt für ein erwachsenes Kind. Ursprünglich wurde ich mal in Klasse 3 der Düsseldorfer Tabelle eingruppiert, da ich nur für 1 Kind unterhaltspflichtig bin wurde ich aber um 2 Klassen höher in Klase 5 eingeordnet. Mehrfach habe ich nun gehört, daß sich der Unterhalt für ein erwachsenes Kind nach Gruppe 4 der Düsseldorfer Tabelle richtet. Ist das korrekt?


Der Unterhalt berechnet sich grundsätzlich genau wie bei einem minderjährigen Kind.

Es muss also erstmal das unterhaltsrelevante Familieneinkommen herausgefunden werden.
Hierzu wird das Nettoeinkommen von Ihnen sowie der Kindesmutter herangezogen und um einige Positionen, wie etwa berufsbedingte Aufwendungen, Zahlungen an die Krankenversicherung, etc bereinigt.

Der dann herauskommende Betrag bestimmt, in welche Einkommensstufe der Tabelle einzustufen ist.

Sie haben Recht, dass bei einem ab 18-jährigen Kind die vierte Gruppe der Tabelle maßgeblich ist.

Auch ist korrekt, dass bei lediglich einem unterhaltspflichtigen Kind die Einkommensstufen um bis zu zwei Stufen, also beispielsweise von 3 auf 5 oder 6 auf 8 erfolgen kann.

Es muss aber zwischen Einkommensstufen ( dieses regelt die Einkommensklassen, also beispielsweise Stufe 1: bis 1500 €, Stufe 2: 1501-1900.- € (netto) , usw.) und den Altersstufen , von denen es maximal vier gibt, unterschieden werden.


Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann.

So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben.
Sie können mich natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.

Auch stehe ich Ihnen sehr gerne für eine weitergehende Interessenvertretung zur Verfügung.
Den hier im Forum geleisteten Erstberatungsbetrag würde ich Ihnen im Fall einer Beauftragung in voller Höhe anrechnen.

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Sonntagnachmittag!


Mit freundlichem Gruß

Dipl.-jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
kanzlei.newerla@web.de
Tel. 0471/3088132
Fax 0471/3088316

Nachfrage vom Fragesteller 07.06.2009 | 16:48

Sehr geehrter Herr Newerla,

vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Meiner Auffassung nach ist der Titel des Jugendamtes auf ein Minderjähriges Kind beschränkt, da er sichauf §1615 BGB stützt. Zur Überprüfung würde ich Ihnen diesen Titel gerne per Mail zukommen lassen.

Mit freundlichen Grüßen
Siegfried Hammann
Heidelberger Straße 18
65462 Ginsheim-Gustavsburg
Tel.: 06144 402615
Mobil 0172 6119459
www.jshammann.de

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.06.2009 | 16:59

Sehr geehrter Ratsuchender,

sehr gerne können Sie mir den Titel per Mail zukommen lassen, damit ich zu Ihrer Nachfrage abschließend Stellung nehmen kann.

Mit freundlichem Gruß

Dipl.-jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
kanzlei.newerla@web.de
Tel. 0471/3088132
Fax 0471/3088316

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