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Wie berechnet sich der Kindesunterhalt für beide Kinder?

28.01.2008 22:43 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Sehr geehrte Damen und Herren
Ich bin unterhaltspflichtig gegenüber meiner Tochter, 19 Jahre (kein eigenes Einkommen) und meinem Sohn, 17 Jahre (Ausbildungsvergütung netto € 610)
Beide wohnen bei der Mutter. Ich zahle keinen Ehegattenunterhalt.
Meine Exfrau hat ein monatliches Einkommen von € 1.160,-; mein Einkommen beträgt monatlich netto € 1.840,-. Das Kindergeld erhält die Mutter.
Ich wohne schuldenfrei im eigenen Haus.
1. Wie berechnet sich der Unterhalt für beide Kinder?
2. Wie hoch ist mein Selbstbehalt?
3. Erfolgt die Zahlung des Unterhalts an die volljährige Tohter direkt?
Besten Dank für eine ausführliche Antwort... und freundliche Grüße

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich möchte Ihre Fragen auf Grund des dargelegten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

Ich weise darauf hin, dass dies einer ersten Orientierung über die bestehende Rechtslage dient und ein ggf. persönliches Beratungsgespräch bei einem Anwalt Ihrer Wahl nicht ersetzt.

Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann die rechtliche Beurteilung beeinflussen.

Eine konkrete Unterhaltsberechnung kann in dieser Form nicht erfolgen, da hierfür mehrere Faktoren noch maßgeblich sind. Dies gilt vor allem für berufsbedingte Aufwendungen, die von Ihrem Einkommen noch abzusetzen wären, sowie die berufsbedingten Fahrtkosten. Der Wohnvorteil durch mietfreies Wohnen im eigenen Heim ist als wirtschaftliche Nutzung des Vermögens wie Einkommen zu behandeln, wenn sein Wert die Belastungen übersteigt, die unter Berücksichtigung der staatlichen Eigenheimförderung durch die allgemeinen Grundstückskosten und -lasten, durch Annuitäten und durch sonstige nicht nach § 556 BGB umlagefähige Kosten entstehen. Ich empfehle Ihnen daher, sich ggf. mit einem Kollegen vor Ort einen persönliches Beratungsgespräch zu vereinbaren, so dass dort eine konkrete Unterhaltsberechnung erfolgen kann.

Ich möchte Ihnen jedoch eine Darstellung der möglichen Berechnung des Kindesunterhalts im Allgemeinen geben.

Frage 1)

Aus Ihren Ausführungen lässt sich nicht entnehmen, ob sich Ihre Tochter noch in der allgemeinen Schulausbildung befindet. Sollte dies nicht der Fall sein, Ihre Tochter weder die Schule besuchen, noch sich in einer Ausbildung befinden und sozusagen - derzeit ohne Beschäftigung sein - besteht Ihrerseits gar keine Unterhaltsverpflichtung, da Ihre Tochter dann selbst für ihren Lebensunterhalt aufkommen muss. Dies würde sich erst mit Aufnahme einer Ausbildung ändern. Dann würden Sie Ausbildungsunterhalt schulden.
Sofern sich Ihre Tochter noch in der algemeinen Schulausbildung befindet, wird Ihr Einkommen von € 1.840,00 zum Einkommen Ihrer Exfrau von € 1.160,00 addiert und dann durch zwei addiert. Das sich daraus ergebende Einkommen ist für die Eingruppierung in die Düsseldorfer Tabelle maßgeblich. Der sich daraus ergebende Betrag ist um das hälftige Kindergeld zu kürzen, da Ihre Tochter noch im Haushalt eines Elternteils wohnt. Demnach ergäbe sich ein Bedarf Ihrer Tochter in Höhe von € 312,00 monatlich, wenn diese sich noch in der allgemeinen Schulausbildung befindet.

Sofern Ihre Tochter sich nicht mehr in der allgemeinen Schulausbildung befindet ist Ihr Unterhalt erst nach dem Unterhalt Ihres Sohnes zu bedienen.

Der Bedarf Ihres Sohnes, richtet sich nach der 3. Alterstufe der Düsseldorfer Tabelle, dort entsprechend Ihres Einkommens. Die entspräche monatlich 349,00 Euro.
Die Ausbildungsvergütung wird nach Abzug ausbildungsbedingten Mehrbedarfs (in der Regel 90,00 Euro mtl.) zur Häfte zu Ihren Gunsten auf den Unterhaltsbedarf angerechnet. Demnach wären dies die Hälfte von 520,00 Euro.
Die Ausbildungsvergütung von 520 Euro wird hälftig auf den durch Sie zu zahlenden Unterhaltsbetrag angerechnet. Vorher erfolgt ein Vorwegabzug des hälftigen Kindergeldes. Daraus ergibt sich folgendes:

349,00 Euro - 77,00 Euro - 260,00 Euro = 12,00 Euro
Sie müssten demnach 12 Euro für Ihren Sohn an Unterhalt zahlen, unter den von Ihnen angegebenen Tatsachen.

Berücksichtigt man bei Ihnen noch berufsbedingte Aufwendungen und Fahrtkosten, ist davon auszugehen, dass eine Unterhaltspflicht für Ihren Sohn entfiele.

Frage 2)

Gegenüber minderjährigen Kindern beträgt Ihr notwendiger Selbstbehalt nach den Unterhaltsleitlinien des OLG Koblenz beim erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen monatlich 900 EUR. Hierin sind 360 EUR für Unterkunft einschließlich umlagefähiger Nebenkosten und Heizung (Warmmiete) enthalten.
Der notwendige Selbstbehalt gilt gegenüber minderjährigen unverheirateten und ihnen gleichgestellten volljährigen Kindern (§ 1603 Abs. 2 Satz 2 BGB), also Kindern, die sich noch in der Schulausbildung befinden und noch im Haushalt eines Elternteils wohnen.

Er beträgt gegenüber volljährigen Kindern in der Regel mindestens monatlich 1.100 EUR, darin ist eine Warmmiete bis 450 EUR enthalten.

Frage 3)

Wenn eine Unterhaltspflicht tatsächlich besteht, sollte der Unterhalt direkt an Ihre Tochter gezahlt werden, da mit Volljährigkeit Ihrer Tochter die elterliche Vermögenssorge für das Kind endet.

Ich hoffe ich konnte Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Marco Liebmann
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 29.01.2008 | 18:49

Sehr geehrter Herr Liebmann,
Danke für prompte und schnelle Beantwortung:
Ist es richtig, dass Sie als Grundlage die Düsseldorfer-Tabelle 2007 verwendet haben? Wenn ja, bitte in aller Kürze nach Tabelle 2008 neu berechnen.
Und nochmal zum besseren Verständnis: Bei unserer 19jährigen Tochter wird das Einkommen beider Eltern addiert und dann durch zwei geteilt und daraus errechnet sich der Unterhaltsanspruch, den ich zu bezahlen habe?
Oder errechnet sich der Anspruch aus den € 3.000 und wird dann zwischen den Eltern entsprechend des jeweiligen Einkommens aufgeteilt.
MIt bestem Dank für eine umgehende Antwort....und freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.01.2008 | 11:33

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich möchte Ihre Nachfrage wir folgt beantworten:

Es ist zutreffend, dass der Unterhalt zunächst nach der Düsseldorfer Tabelle 2007 berechnet wurde.

Hier die Berechnung nach der maßgeblichen Düsseldorfer Tabelle 2008:

Danach ergibt sich ein Bedarf für Ihren Sohn entsprechende der Eingruppierung in die entsprechende Altersstufe und Ihrem Einkommen in Höhe von monatlich € 384,00.

Unter den bereits dargelegten Grundsätzen berechnet sich der Unterhalt wie folgt:

384,00 Euro - 77,00 Euro - 260,00 Euro = 47,00 Euro

Demanch beträgt der Unterhaltsanspruch Ihres Sohnes monatlich 47,00 Euro. Ich weise jedoch auf meine bisherigen Ausführungen in.

Hinsichtlich des Unterhalts Ihrer Tochter ist das Einkommen beider Elternteile maßgeblich.
Die Ausführungen mögen etwas unglücklich und misverständlich gewesen sein, deshalb hier nochmal:

Der angemessener Unterhaltsbedarf Ihrer Tochter bestimmt sich grundsätzlich nicht mehr allein nach dem Einkommen des (früher allein) barunterhaltspflichtigen, sondern nach den zusammengerechneten Einkünften beider Elternteile, die anteilig nach ihren Erwerbs- und Vermögensverhältnissen für den Unterhalt aufzukommen haben (§ 1606 III 1 BGB).

Bei im Haushalt der Eltern oder eines Elternteils lebenden volljährigen Kindern wird der Unterhalt einkommensabhängig in der Weise ermittelt, dass der Bedarf der 4. Altersstufe der Tabelle Kindesunterhalt entnommen wird (vgl. Anm. A 7 I der Düsseldorfer Tabelle).

Demnach ergibt sich in Ihrem Fall ein zusammengerechnetes Einkommen von € 3.000,00. Danach beträgt der Unterhaltsbedarf Ihrer Tochter entsprechend der Düsseldorfer Tabelle (2008) monatlich € 490,00, gekürzt um das Kindergeld, weshalb sich hier ein monatlicher Bedarf Ihrer Tochter in Höhe von € 336,00 monatlich ergibt.

Dieser Gesamtbedarf ist durch die Elternteile anteilig entsprechend ihrer Einkommen und Vermögensverhältnissen zu zahlen.
Diese Ausführungen gelten, sofern sich Ihre Tochter in der allegemeinen Schulausbildung befindet.

Ich hoffe ich konnte Ihnen nunmehr insofern Klarheit verschaffen.

Mit freundlichen Grüßen

Marco Liebmann
Rechtsanwalt

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