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Wie berechnet man nach Düsseldorfer Tabelle dann die Werte wenn man für eine Ehefrau und für 2 Kinde


16.12.2010 15:24 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Guten Tag,
ich habe folgende Fragen zur Berechnung des Trennungsunterhaltes:

1) Düsseldorfer Tabelle.
Könnten Sie mir bitte bestätigen, daß die Düsseldorfer Tabelle für 2 Unterhaltsberechtige gilt. Wie berechnet man dann die Werte wenn man für eine Ehefrau und für 2 Kinder (6 und 11 Jahre) bezahlten muß?
Ist es richtig, daß man dann einen Abschlag durch Einstufung in die nächst kleinere Gruppe
machen darf?

2)Trennungsunterhaltsberechnung
Könnten Sie mir bitte folgendes Berechnungschema bestätigen:

Unterhaltsrechtliches Einkommen Ehemann
abzgl. Kindesunterhalt
abzlg. Erwerbstätigen Bonus von 10%
= Resteinkommen Ehemann = a)

Unterhaltsrechtliches Einkommen Ehefrau
abzlg. Erwerbstätigen Bonus von 10%
= Resteinkommen Ehefrau = b)

a) + b) = Gesamtbedarf
=> Einzelbedarf = Gesamtbedarf / 2

=> Unterhalt = Einzelbedarf
abzgl. Eigeneinkommen des
Geringverdieners

Vielen Dank vorab!

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Sehr geehrter Fragensteller,

Die Unterhaltsberechnung nach der Düsseldorfer Tabelle ist lediglich ein Leitfaden und hat keinen Gesetzesrang.

Wird sie zur Berechnung herangezogen, so wird als "Normalfall" eine Unterhaltspflicht gegenüber einer Partnerin und 2 Kindern zu Grunde gelegt.

Bei anderen Konstellationen kann eine Höher- bzw. Herabstufung von bis zu 2 Stufen vorgenommen werden.

In dem von Ihnen geschilderten Fall stimmt Ihre Situation exakt mit dem Regelfall überein, eine Abstufung kann daher nicht vorgenommen werden.

Die Berechnung des Unterhaltes ist in der Praxis äußerst kompliziert und enthält viele zu berücksichtigende Details. Spezialisierte Kollegen verwenden daher in aller Regel eine computergestützte Berechnung unter Beachtung aller Variablen.

Aber folgendes grobe Schema kann bestätigt werden:

Bereinigtes Erwerbseinkommen
- tatsächlich geleisteter Kindesunterhalt

Sodann erfolgt die Berücksichtigung des Erwerbstätigen Bonus und die Berechnung des jeweiligen Bedarfs:
Der Bedarf des berechtigten Ehegatten beträgt 3/7 der Erwerbseinkünfte des anderen
Ehegatten und 4/7 der eigenen Erwerbseinkünfte sowie 1/2 der sonstigen Einkünfte beider
Eheleute. Der Bedarf des Verpflichteten beträgt 4/7 der eigenen Erwerbseinkünfte und 3/7
der Erwerbseinkünfte des anderen Ehegatten sowie 1/2 des sonstigen Einkommens beider
Eheleute.

Der von Ihnen pauschal angesetzte Betrag von 10% ist daher unzutreffend.

Nach der vorstehenden Formel der sogenannten Quotenbedarfsmethode wird der Bedarf des geringer Verdienenden errechnet. Hiervon wird sein bereinigtes Einkommen zu 100% abgezogen. Es verbleibt der auszugleichende Unterhaltsbetrag.

Allerdings existieren noch eine Vielzahl weiterer Berechnungsmethoden, die je nach Einzelfall zur Anwendung gelangen können.

Außerdem ist immer zu überprüfen, ob es sich im Einzelfall um prägendes oder nicht prägendes Einkommen handelt.

Eine verbindliche Unterhaltsberechnung würde den Rahmen dieses Forums jedoch sprengen. Ich schlage vor diesbezüglich einen direkten Auftrag zu erteilen.


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