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Wie Verhalten im Gericht ?


| 08.05.2006 12:52 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



GRundsätzlich interessiert mich mal die Tatsache, wie man sich eigentlich bei Gericht aus Sicht des Angeklagten verhalten soll, durch die Gerichtsshows wird einem ja einiges gesagt, allerdings wird dort immer gesagt, was Milderungsgründe bei einem Urteil sind und das ein Geständnis, strafmildernd ist.
Können sie mir dazu die nötigen Paragraphen nennen ?
Und vielleicht auch sagen, welches Verhalten vor Gericht bei Straftaten Milderung gibt ?

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Sehr geehrte Fragestellerin bzw. sehr geehrter Fragesteller,

die Vorbereitung des Verhaltens in der Hauptverhandlung gehört zu den umfassendsten Aufgaben der Strafverteidigung und lässt sich deshalb nicht pauschal beantworten.

Ausgehend von der gewählten Verteidigungsstrategie ist vor allem zunächst zu klären, ob sich zur Sache geäußert wird oder (zunächst) geschwiegen wird. In den Gerichtsshows äußert sich der Angeklagte meistens, weil das für die Show mehr Konfliktstoff verspricht. In der Praxis ist Schweigen (und das Abwarten der Beweisaufnahme) ebenso an der Tagesordnung, und es wird dem Angeklagten auch nicht negativ angekreidet.

Bei der sogenannten Strafmaßverteidigung geht es nur noch darum, ein möglichst güntsiges Strafmaß herauszuholen, und da macht Schweigen wenig Sinn.

Was Strafmilderung angeht, so spielt das von Ihnen angesprochene Geständnis im Rahmen der Strafzumessung eine Rolle. Dazu sagt § 46 Strafgesetzbuch etwas: Die Schuld des Täters ist Grundlage für die Zumessung der Strafe. ... Bei der Zumessung wägt das Gericht die Umstände, die für und gegen den Täter sprechen, gegeneinander ab. Dabei kommen namentlich in Betracht: ... sowie sein Verhalten nach der Tat ... (hierher gehört die Würdigung eines Geständnisses, wobei es Geständnisse von unterschiedlichem Wert gibt, es hat z.B. nicht viel Gewicht, wenn es nur aus prozeßtaktischen Gründen erfolgt oder Leugnen völlig aussichtlos wäre.)

Generell zum Verhalten ist zu sagen, daß man durch Kleidung und Auftreten Staatsanwaltschaft sowie Richterbank natürlich (unbewußt) beeinflußt. Hier dürften sich Extreme im großen und ganzen meist negativ auswirken.

Nachfrage vom Fragesteller 08.05.2006 | 13:42

Vielleicht darf ich ihnen noch eine mehr persönliche Frage stellen, ärgern sie sich aus Anwaltlicher Sicht, wenn ein Mandat sie anlügt, ihnen also kein Vertrauen schenkt oder sehen sie das manchmal als taktische Handung die legitim ist.
Gibt es gewisse Straftaten, die vom Gericht her tendenziel höher bestraft werden als andere, obwohl im Gesetz die gleichen Strafen stehen ?
MFG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.05.2006 | 14:50

Sehr geehrter *****,

ich ärgere mich darüber nicht, ich sehe das nüchtern. Angesichts des Drucks, unter dem jemand steht, der mit Strafvorwürfen konfrontiert ist, kann ich das verstehen. Und der Angeklagte ist ja
auch der einzige, der ungestraft vor Gericht die Unwahrheit erzählen darf.
Ich erörtere mit meinen Mandanten jedoch genau, welche Konsequenzen
diese oder jene Einlassung hat.

Ihre Frage, ob einige Straftaten tendenziell höher bestraft werden als andere, obwohl im Gesetz die gleichen Strafen stehen, lässt sich schwer beantworten: Denn die Vergleichbarkeit - für dieses Delikt gibt es die Strafe, für ein anderes dieselbe - ist nicht gegeben. Auch wenn die Strafrahmen gleich sind, ist der Spielraum für ein Gericht doch immens groß, was Ihnen ja auch aus der Lektüre des § 46 StGB deutlich wird. Studien haben ergeben, daß viele verschiedene Richter, denen ein und derselbe Fall vorgelegt wurde, diesen völlig unterschiedlich gelöst haben, da kam alles mögliche vor.
Daß man manchmal das Gefühl hat, dies oder jenes Urteil sei zu hart, ein anderes erstaunlich milde, ist dann daraus die natürliche Konswquenz.

Mit freundlichen Grüßen

Volker Hensdiek
Rechtsanwalt

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