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Widerspruch zum Einkommenssteuerbescheid


12.07.2005 18:59 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Sehr geehrte Damen und Herren,

nach Abgabe meiner Steuererklärung mußte ich feststellen, daß versehentlich nicht alle Belege (Ausgaben) verbucht waren und zudem Abschreibungen falsch angesetzt wurden; in Folge von Softwareproblemen in Verbindung mit dem Abgabetermin.

Zwischenzeitlich liegt der Bescheid für 2003 vor - inkl. Gewerbesteuerbescheid.

1. Ist es richtig, daß man innerhalb der Widerspruchsfrist (von vier Wochen ab Erhalt) formal Widerspruch einlegen kann aufgrund einer nicht vollständig eingereichten Steuererklärung?

2. Muß hierbei auch formal Widerspruch gegen Folgebescheide eingelegt werden?

3. Welche Fristen müssen für die Nachreichung der restlichen Unterlagen bzw. der überarbeiteten Steuererklärung eingehalten werden?

Vielen Dank für Ihre Bemühungen!
12.07.2005 | 19:28

Antwort

von


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Sehr geehrter Rechtssuchender,

sollte der Finanzverwaltung nachträglich neue Tatsachen bekannt werden, die zu einer höheren Besteuerung führen, dann kann Sie den Steuerbescheid gem. § 173 Abs.1 Nr.1 Abgabenordnung noch abändern.

Wenn Sie also dem Finanzamt Tatsachen mitteilen, die zu einer höheren Steuer führen, dann wird Sie diese berücksichtigen.
Geben Sie allerdings nachträglich Tatsachen an, die zu einer niedrigeren Steuer führen, dann braucht das Finanzamt diese Angaben nur zu berücksichtigen, wenn Sie an der verspäteten Abgabe kein grobes Verschulden trifft.

Ausser wiederum, dass die Tatsachen, die mit einer erhöhten Besteuerung im Zusammenhang mit Tatsachen stehen, die zu einer niedrigeren Besteuerung im Zusammenhang stehen.

(Beispiel Sie haben Zinsen nicht angegeben (Tatsache die zu einer höheren Steuer führt), diese rühren aber aus einem Darlehen her, das Sie für den Betrieb aufgenommen haben (Tatsache die zu einer niedrigeren besteuerung führt weil Betriebsausgabe). Beide Tatsachen sind dann durch das Finanzamt zu berücksichtigen, egal ob Sie an der verspäteten Abgabe ein Verschulden trifft.

Sollte Ihnen daher der Einkommenssteuerbescheid erst kürzlich zugegangen sein (Monatsfrist) dann legen Sie gegen diesen sofort Widerspruch ein und geben Sie alle Tatsachen an, die zu einer höheren bzw niedrigeren Steuer führen. Alle Tatsachen sind dann noch zu berücksichtigen, da der Steuerbescheid dann noch nicht bestandskräftig geworden ist.

Anders sieht es bei der Gewerbesteuer aus. Hier ergeht zunächst ein Grundlagenbescheid in Form eines Gewerbesteuermessbescheid. Stimmt dieser nicht, dann muss schon dieser Grundlagenbescheid mit Einspruch angegriffen werden und nicht erst der Gewerbesteuerbescheid als Folgebescheid.

Ich rate Ihnen aber trotzdem alle steuererhöhenden und steuerminderenden Tatsachen dem Finanzamt anzugeben, so dass gegen Sie nicht der Vorwurf der Steuerhinterziehung entsteht.

Sollte Ihnen der Einkommensteuer und Gewerbesteuerbescheid kürzlich zugegangen sein, dann legen Sie Einspruch innerhalb eines Monats seit Zugang beim Finanzamt ein und reichen Sie die fehlenden Angaben (Belege) nach.

Mit freundlichen Grüssen

Marcus Alexander Glatzel
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

Nachfrage vom Fragesteller 12.07.2005 | 22:58

Sehr geehrter Herr Glatzel,

vielen Dank für die schnelle Antwort!

Interpretiere ich das jetzt richtig, daß ein Widerspruch
innerhalb der Einspruchsfrist dazu führt also ALLE Ergänzungen
zur (alten) Steuererklärung berücksichtigt werden, weil der
Bescheid noch nicht bestandskräftig ist?

Das würde bedeuten, daß nur außerhalb der Frist die von Ihnen
genannten Nachteile entstehen können!

Vielen Dank vorab!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.07.2005 | 13:14

Sehr geehrter Rechtssuchender,

grundsätzlich sind alle innerhalb der Einspruchsfrist angegebenen Umstände zu berücksichtigen.

Eine Ausnahme kann wie gesagt bzgl des Gewerbesteuerbescheides gelten. Der Gewerbesteuerbescheid fusst auf dem sog Gewerbesteuermessbescheid als Grundlagenbescheid. War aber schon der Gewerbesteuermessbescheid aufgrund fehlender Angaben falsch , dann wird auch der Gewerbesteuerbescheid nicht stimmen. Es kann dann aber normalerweise der Gewerbesteuerbescheid nicht mehr mit dem Einspruch angegriffen werden, wenn sich der Fehler schon im Gewerbesteuermessbescheid ausgewirkt hat.

Mit freundlichen Grüssen

Marcus Glatzel
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