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Widerspruch gegen mündlichen Werksvertrag


| 23.12.2013 16:12 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von



An dem Kamin meines Hauses bröckelte der Verputz.
Der Handwerker bot sich an eine Aluminium Verkleidung zu erstellen zu einem Festpreis von 500,-€.
Da ich weder den Materialaufwand noch die nötige Arbeitszeit abschätzen konnte, stimmte ich dem Festpreis zu.
Nach Ausführung der Arbeiten kamen mir an dem Preis aber erhebliche Zweifel.
Ich bat um eine Rechnung, mit detaillierter Aufstellung nach Zeitaufwand und Materialverbrauch.
Auf diesen Vorschlag wollte der Handwerker aber nicht eingehen und verlangte per Rechnung die Pauschalsumme.
Nun meine Frage: Kann ich auf die Rechnung Widerspruch einlegen und eine detaillierte Aufstellung verlangen?
Um die ausführliche Rechnung habe ich schriftlich schon gebeten.
Der Handwerker sagt ich bin an meine mündliche Zusage gebunden.

M.F.G. Manfred
23.12.2013 | 18:23

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Fragen auf Grundlage der übermittelten Informationen. Bitte berücksichtigen Sie, dass dieses Forum nur eine erste Orientierung bieten und keine umfassende Rechtsberatung ersetzen kann.

Es handelt sich bei dem Vertrag, den Sie mit dem Handwerker abgeschlossen haben, um einen Werkvertrag im Sinne des § 631 BGB. Als Unternehmer schuldet der Handwerker die Herstellung des versprochenen Werkes, hier also der Verkleidung, Sie als Besteller schulden die vereinbarte Vergütung. Insoweit kann auch ein Festpreis vereinbart werden. Bei einer Festpreisvergütung trägt dann der Unternehmer das Kalkulationsrisiko. Die Schriftform ist bei einem Werkvertrag nicht erforderlich. Die Anforderungen an die Prüffähigkeit einer Rechnung auf Basis einer solchen Vereinbarung sind gering, das heißt Sie können keine vollständige detaillierte Aufschlüsselung aller Positionen mit Kostenansatz verlangen.

Grundsätzlich sind Sie an die Vereinbarung einer Vergütung zu einem Festpreis auch gebunden. Nur im Ausnahmefall kommt eine Anpassung der Vergütung in Betracht. Das kann etwa dann der Fall sein, wenn bei Vertragsschluss von einem weit höheren Leistungsumfang ausgegangen wurde, dieser also entsprechend in höherem Umfang in die Berechnung dieses Festpreises einbezogen wurde, als tatsächlich ausgeführt wurde. Ihrer Schilderung entnehme ich dazu erstmal keine Anhaltspunkte. Dies wäre dann gegebenenfalls weiter konkret durch einen Kollegen vor Ort zu prüfen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen so in einer ersten Einschätzung weiterhelfen konnte und stehe Ihnen gegebenenfalls auch gern weiter zur Verfügung.


Rechtsanwalt Arne Pfaus

Bewertung des Fragestellers 25.12.2013 | 09:27


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