Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Widerspruch gegen befristeten Vertrag

30.07.2008 17:32 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Habe vom 01.08.1990 - 31.01.2008 bei Firma X gearbeitet. Arbeitsverhältnis wurde von mir zum 31.01.08 gekündigt

01.02. - 31.01. - Stelle bei neuem Arbeitgeber. Mitte Februar kam Angebot von der "alten Firma", daß ich zurückkomen soll
Befristeter Vertrag vom 01.04. - 30.09. nach dem Motto: Ist nur Formasache, das machen wir bei Neueinstellungen immer so. Ich sollte mir keine Sorgen machen

Am 19.07. Info, daß Vertrag nicht verlängert wird

Habe mich schon hier im Forum und beim Anwalt hier vor Ort erkundigt und erfahren, daß der befristete Vertrag nicht zulässig ist , da ich vorher in einem unbefristeten Arbeistverhältnis mit dem Arbeitgeber stand. Eine Befristung ohne Sachgründe gemäß § 14 , Absatz 2, Satz 2 TzBfG ist nicht zulässig. Die dort genannten Sachgründe treffen auf meinen Fall nicht zu.
Auch die gesamten 18 jahre Betriebzuegehörigkeit werden deswegen angerechnet.

Habe jetzt schriftlich meinen Widerspruch eingelegt mit den o.g. Gründen und auch mit dem Hinweis, daß ich somit in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis dort stehe oder ich alternativ gern einen Vorschlag zur offenen Einigung entgegennehme.

Morgen habe ich mein Gespräch beim Personalchef. Nehme auch den Betriebsrat mit. Habe kein gutes Gefühl für das Gespräch.

Bitte um Tips, wie ich mich hier am besten verhalten soll, denn offen gesagt, wäre mir nach allem was vorgefallen ist, eine ordentliche Kündigung mit Abfindung am liebsten.

Möchte aber keine Klage, da ich keine Rechtsschutzversicherung habe. Wie soll ich argumentieren ?






Sehr geehrte Fragestellerin,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und insbesondere unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Die Rechtslage ist Ihnen ja nach Ihren Angaben bekannt – eine Befristung des Arbeitsvertrages ohne Grund war nicht möglich, somit gilt das Arbeitsverhältnis als unbefristet geschlossen.

Eine ordentliche Kündigung mit Abfindung werden Sie kaum erreichen können. Denn wenn eine ordentliche Kündigung möglich ist, hat der Arbeitgeber keinen Nutzen mehr in einer Abfindung.
Der Arbeitgeber braucht für eine wirksame Kündigung einen Kündigungsgrund. Ob dieser vorliegt, ist Sache des Einzelfalls und dementsprechend zu prüfen. Kein Kündigungsgrund ist dabei, daß Sie sich gegen die Befristung wehren. Dies ergibt sich aus dem sogenannten Maßregelungsverbot.
Sie müssen also dem Arbeitgeber klar machen, daß Sie sich in jedem Fall gegen eine Kündigung wehren werden. Das bedeutet, daß Sie eine Kündigung, die Ihnen schriftlich zugehen muß (dies kann auch beim Gespräch geschehen!), innerhalb von 3 Wochen mit einer Kündigungsschutzklage vor dem zuständigen Arbeitsgericht angreifen müssen. Hierfür sollten Sie grundsätzlich einen Anwalt nehmen, auch wenn Sie vielleicht die Kosten scheuen. Dennoch zahlt sich eine anwaltliche Vertretung in den meisten Fällen aus!

Generell gilt: unterschreiben Sie nichts, was Ihnen der Arbeitgeber vorlegt! Sie sind nicht verpflichtet, irgendein Schriftstück ohne Prüfung zu unterschreiben! Tun Sie dies doch, hilft Ihnen auch nicht, daß Sie möglicherweise überrumpelt wurden! Daher: eventuelle Schreiben mit nach Hause nehmen, dort in Ruhe prüfen!

Eine Abfindung kommt nur mit einem Aufhebungsvertrag des Arbeitsverhältnisses in Betracht. Hier kauft der Arbeitgeber sich sozusagen frei, d.h. das Arbeitsverhältnis wird vorzeitig beendet, dafür erhalten Sie in der Regel einen Ausgleich. Sie haben aber keinen gesetzlichen Anspruch auf einen bestimmten Ausgleich, dieser ist frei zu verhandeln. Bedenken sollten Sie bei einem solchen Aufhebungsvertrag, daß die Arbeitsagentur in der Regel einen Aufhebungsvertrag als freiwillige Aufgabe des Arbeitsverhältnisses ansieht und daher eine Sperrzeit für den Bezug von Arbeitslosengeld verhängen wird! Sie bekommen also im Normalfall für mehrere Monate kein Arbeitslosengeld! Diesen Nachteil sollte Ihr Arbeitgeber finanziell in der Höhe der Abfindung ausgleichen. Im übrigen hat er Sie grundsätzlich auf diese Sperrzeit hinzuweisen. Bedenken sollten Sie auch, daß Sie möglicherweise noch Urlaubsansprüche haben; kann der Urlaub wegen der Aufhebung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr gewährt werden, ist er abzugelten, d.h. Sie können Urlaubsabgeltung in Geld verlangen.

Kommen Sie zu keinem Ergebnis, besteht Ihr Arbeitsverhältnis weiter. Sie müssen daher auch weiterhin zur Arbeit erscheinen bzw. Ihre Arbeitskraft tatsächlich anbieten. Eine Selbstbeurlaubung ist nicht möglich, sondern führt zu einem Kündigungsgrund für den Arbeitgeber.

Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen. Gerne stehe ich Ihnen auch für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70760 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Auf den Punkt kommend deutlich erklärt. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
bin zufrieden ...
FRAGESTELLER