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Widerspruch gegen Kündigung einreichen


28.06.2005 22:28 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich erhielt heute in einem unfrankierten Umschlag, der sich in meinem Hausbriefkasten fand, die Kündigung durch meine Arbeitgeberstelle, die sich 300 km weit von meinem Wohnort befindet.
Jemand muss also den Umschlag direkt eingeworfen statt per Post geschickt haben.

Als Kündigungsgrund wird genannt: unentschuldigtes Fehlen am 15. und 16.06.


Gegen die Kündigung will ich Widerspruch einlegen.
Grund:
Ich arbeite an einer (amerikanischen) Schule. Für die letzte Schulwoche galt, dass sogenannte specialists (Musik. Sport. Kunst. Deutsch = ich)keinen Unterricht abhalten müssen, nur die Klassenlehrer (vollzeit).
Dass Anwesenheitspflicht bestand (bestanden haben soll!), war mir überhaupt nicht klar und von der Schulleitung auch nicht klar gestellt worden.
Am Dienstag, 14.06., bin ich noch extra in der Schule erschienen, um meinen Klassenraum herzurichten. Aber auch dieser Tag wurde von der Schulleitung nicht genutzt, um mich anzusprechen.

Im Kündigungsschreiben steht nun, wie - fast klingt es verzweifelt - die Schulleitung nun versucht habe, mich amd 20., 21. und 22.06 zu erreichen. Telefonisch. (Meine Telefonnr. ist aber geheim, so dass dies nicht ging). Die Schulleitung hat meine Privatadresse und zwei Email-Adressen, um mich zu erreichen.Keiner dieser Wege wurde benutzt.

Statt dessen wurden Anfang letzter Woche meine Eltern belästigt (!), was ich eine Frechheit finde.
(Die Schulleitung hat deren Adresse für extreme Notfälle wie Unfall oder Tod).
Über den Vorgang habe ich mich bei der Schulleitung und deren Vorgesetzten bereits beschwert - zu dem Zeitpunkt noch in Unkenntnis, dass bereits ein Kündigungsverfahren gegen mich in Gang gesetzt worden war.

nebenbei: Arbeitgeberstelle, die mich eingestellt haben, und Arbeitsstelle sind zwei verschiedene Stellen.


Bitte teilen Sie mir mit, wie, wann, bei wem und mit welchen Argumenten ich gegen das Kündigungsschreiben Widerspruch/Einspruch einlegen muss.

Danke!


(P.S. Abbuchung ab 30.06. möglich. Dennoch wäre ich dankbar, wenn - vielleicht durch RA Kah, der mich bereits in anderen Sachen beraten hat - ich bereits morgen eine Auskunft erhalten könnte).














28.06.2005 | 23:03

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

zunächst vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:


Nach Ihren Schilderungen durfte Ihr Arbeitgeber keine automatische Kündigung wegen unentschuldigtem Fehlen aussprechen, weil Sie davon ausgegangen sind, dass für Sie keine Anwesenheitspflicht bestand. Ein Fehlen, das hier auf ein organisatorisches Verschulden der Schulleitung zurückzuführen ist, berechtigt daher nicht zur Kündigung.

Im Übrigen hätte zunächst eine Abmahnung aussprochen werden müssen (ArbG Frankfurt a. M. , Az.: 22 Ca 8289/04).
Da Sie mitteilen, dass der Schule Ihre email-Adresse und Anschrift bekannt gewesen ist, waren Sie auch erreichbar. Eine Abmahnung hätte somit schriftlich erfolgen können. Dass Ihnen die Kündigung unfrankiert in den Briefkasten geworfen worden ist, macht die Zustellung nicht unwirksam, auch wenn das Ganze etwas sonderbar abgelaufen ist.

Aus den genannten Gründen rate ich Ihnen dringend, eine Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht einzulegen. Denn gem.§ 4 Satz 1 Kündigungschutzgesetz müssen Sie innerhalb von drei Wochen nach Zugang der schriftlichen Kündigung Klage einlegen. Hierzu müssen Sie unverzüglich einen Anwalt aufsuchen, diese Frist muß unbedingt eingehalten werden.

Ferner ist es auch nicht notwendig, dass Sie gegenüber Ihrem Arbeitgeber der Kündigung widersprechen. Dies ist keine Voraussetzung für eine Kündignungschutzklage.

Ich hoffe,Ihnen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Marcus Alexander Glatzel
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

Nachfrage vom Fragesteller 29.06.2005 | 15:36

Ich habe einen unbefristeten Arbeitsvertrag:
Wie sieht es aus, wenn mir ab Juli (jetzt ist Sommerpause) kein Gehalt mehr gezahlt wird?
Ich habe keine Reserven und bin auf mein monatliches Gehalt für meinen Lebensunterhalt angewiesen.

Mit freundlichen Grüßen.


Weitere Fragen folgen über neue Eingabe ´Frage stellen´.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.06.2005 | 16:22

Sehr geehrte Ratsuchende,

in Ihrer neu gestellten Frage habe ich gelesen, dass es sich bei der Schule um eine amerikanische Militärschule handelt. Es stellt sich daher die Frage, ob hier überhaupt deutsches Zivilrecht Anwendung findet. Dies müssen Sie unbedingt von einem Fachanwalt für Arbeitsrecht überprüfen lassen.

Sollte in Ihrem Fall allerdings deutsches Arbeitsrecht Anwendung finden, dann haben Sie bis zum Abschluss des Kündigungsverfahrens vor Gericht Anspruch auf weitere Gehaltszahlung. Sollte sich Ihr Arbeitgeber allerdings weigern, Ihnen das Gehalt zu zahlen, dann könnten Sie im Wege einer einstweiligen Anordnung die Weiterzahlung erstreiten.Auch dies gilt aber nur, wenn deutsches Arbeitsrecht anwendbar ist.

Aufgrund Ihrer neuen Frage, ist Ihr Problem weitaus schwieriger als anfangs angenommen. Ich rate Ihnen dringend, einen Fachanwalt für Arbeitsrecht aufzusuchen. Wie ich Ihnen bereits mitgeteilt habe, laufen auch Fristen, die Sie unbedingt einhalten müssen.

Mit freundlichen Grüßen

Marcus Alexander Glatzel
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