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Widerspruch gegen Inkassogebühren

| 06.03.2013 20:42 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Lars Liedtke


Zusammenfassung: Die Frage zielt auf die richtige Reaktion bzgl. eines Inkassoschreibens ab. Es wird verdeutlicht, dass eine berechtigte Hauptforderung, um weitere Kosten zu vermeiden, anerkannt werden sollte, auch wenn Nebenforderungen bestritten werden. Letztlich geht es um das Hinwirken auf eine Ratenzahlung.

Sehr geehrte Damen und Herren,

leider habe ich von einem Inkassounternehmen Post bekommen. Die Hauptforderung ist gerechtfertigt, aber die Gebühren sind meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt ( z.B. Kontoführungsgebühr ). Das Unternehmen hat mir nur bis 10.03.13 Frist eingeräumt um zu zahlen. Der Brief ist heute eingetroffen und am 04.03. abgestempelt.
Habe ich das Recht auf einen Widerspruch ( wenn ja bis wann muß dieser erfolgen? ) oder muß ich in der gesetzten Frist zahlen? Habe ich die Möglichkeit zur Ratenzahlung und muß ich dafür meine Einkünfte offen legen, da ich die gesamte Summe nicht auf einmal aufbringen kann?

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben. Eine persönliche Beratung/Vertretung kann und soll hierdurch nicht ersetzt werden. Hinzufügen oder Weglassen wesentlicher Tatsachen kann zu einer anderen Beurteilung des Falles führen. Unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsangaben und des von Ihnen gebotenen Einsatzes beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Zunächst einmal ist klarzustellen, dass auch ein Inkassounternehmen auf privatrechtlicher Ebene handelt. Es hat keine hoheitlichen Befugnisse wie etwa eine Behörde oder Gerichtsvollzieher. Die Aufforderung durch das Inkassounternehmen ist letztendlich vergleichbar mit einem anwaltlichen Aufforderungsschreiben.

Daher steht es Ihnen selbstverständlich frei, sich an das Inkassounternehmen zu wenden und Einwendungen z.B. in Bezug auf die Nebenforderungen vorzutragen. Die Frist ist auch nicht als Auschlussfrist zu verstehen. Der Fristablauf schließt - anders als z.B. bei einem gerichtlichen Mahnverfahren - Ihre Möglichkeit, sich gegen die Forderungen zu verteidigen, nicht etwa aus. Das bedeutet, dass Sie nicht zwingend fristgerecht reagieren müssen, allerdings sollten Sie dies aus eigenen Interessen - wenn möglich - trotzdem tun. Die Fristsetzung bedeutet, dass die Gegenseite Ihnen bis Fristablauf Zeit lassen wird, ohne weitere Maßnahmen zu veranlassen wie etwa das Einleiten eines Gerichtsverfahrens. Nach Fristablauf ist davon auszugehen, dass das Inkassobüro früher oder später ein Gerichtsverfahren, vermutlich ein Mahnverfahren, gegen Sie einleiten wird. Dies gilt insbesondere, da die geltend gemachte Hauptforderung, wie Sie selbst ausführen, zu Recht geltend gemacht wird. Nun wird dies sicher nicht unmittelbar sofort nach Fristablauf geschehen, sondern - je nach Arbeitsauslastung des Inkassobüros - erst ein wenig später. Darauf sollten Sie es aber nicht ankommen lassen. Sollte nämlich erst einmal ein Gerichtsverfahren eingeleitet werden, entstehen dadurch dann weitere Kosten (die durchaus erheblich sein könnten), die am Ende Sie zu tragen hätten, wenn sich die Forderung als berechtigt erweist. Ich empfehle daher dringend, ein Antwortschreiben zu verfassen, in dem Sie mitteilen, die Hauptforderung grds. anzuerkennen, nicht jedoch die (bzw. manche) Nebenforderungen. Sie sollten auch vortragen, wieso Sie welche Nebenforderungen beanstanden. Sie sollten sicherstellen, dass das Schreiben nachweisbar vor Fristablauf bei der Gegenseite eingeht (am besten per Telefax oder per Einschreiben mit Rückschein). Des weiteren sollten Sie in diesem Schreiben eine angemessene Ratenzahlung vorschlagen.

Ebenso müssen Sie nicht innerhalb der Frist bezahlen, gehen aber das Risiko ein, andernfalls mit einem Gerichtsverfahren überzogen zu werden. Einen Anspruch auf Ratenzahlung haben Sie nicht. Der Gläubiger muss Teilleistungen nicht annehmen sondern kann auf vollständiger Zahlung bestehen bzw. klagen. Ob Sie eine Ratenzahlungsvereinbarung werden durchsetzen können, hängt also ausschließlich vom "guten Willen" der Gegenseite ab. Wenn Sie allerdings schildern, gegenwärtig in wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu sein, und eine angemessene Ratenzahlung anbieten, ist es jedoch wahrscheinlich, dass sich die Gegenseite aus eigenen Interessen darauf einlassen wird (auch ohne Offenlegung Ihrer Vermögensverhältnisse im einzelnen). Würde sie das nämlich nicht tun, müsste sie mit den Gerichtskosten erst einmal in Vorleistung gehen und hätte zu befürchten, am Ende vielleicht leer auszugehen, falls Sie z.B. Privatinsolvenz anmelden müssten.

Ich hoffe, Ihre Fragen hinreichend und verständlich beantwortet zu haben. Andernfalls nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion. Sollten sich im weiteren Verlauf der Sache Schwierigkeiten ergeben oder sollte es zu einem Gerichtsverfahren kommen, können Sie sich gern - am besten per Email - mit mir in Verbindung setzen.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Liedtke
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 06.03.2013 | 21:47

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"da ich dachte mich in kurzer Form ausdrücken zu müssen ( bin das erste mal auf dieser Seite ) und nicht sehr viele Informationen zur verfügung gestellt habe, ist die erhaltene Antwort mehr als zufriedenstellend - hat mir jetzt sehr geholfen und ich würde den weiteren Verlauf gern hier abklären lassen."