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Widerspruch Uni-Exmatrikulation

| 14.09.2015 15:25 |
Preis: ***,00 € |

Schule, Hochschule, Prüfungen


Guten Tag,

Ich habe per Einschreiben einen Exmatrikulationsbescheid bekommen in welchem beschrieben wird, dass ich meinen Prüfungsanspruch für mein Hauptfach nach § 30 Abs 1 Ziff. c) der Fachbereichsordnung "endgültig verloren habe".

Begründung ist eine Modulteilprüfung die ich im Wintersemester 2012 dann wegen Nichterscheinen nicht bestanden habe. Konkret: es handelt sich um eine Hausarbeit eines Seminars, das ich belegt habe, durch die Seminaranwesenheit war ich automatisch zur Hausarbeit/Prüfung angemeldet, habe diese aber nie geschrieben, konnte mich auch nicht mehr im Nachhinein abmelden.
Gem. § 29 Abs. 4 i. V. Abs 2 gilt eine Modulteilprüfung als "endgültig nicht bestanden" wenn der verbindliche Widerholungstermin ohne triftige Gründe versäumt wird.
Gem. § 30 Abs. 1 Ziff. c) ist die BA Prüfung "endgültig nicht bestanden", wenn der Prüfungsanspruch wegen Überschreitens der Wiederholungsfristen erloschen ist.

Ich entnehme aus der Rechtsbehelfsbelehrung, dass ich nun innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen kann, und ich möchte das natürlich unbedingt tun.
Der Anruf Im Prüfungsamt war ohne Erfolg und Hilfsbereitschaft abgewürgt worden.

Hintergrund:
Ich studiere seit dem Wintersemester 2010/11 einen B.A. mit Haupt und Nebenfach, habe im Sommersemester 2014 ein Doppelstudiumsantrag gestellt, studiere nun also auch das Staatsexamen auf Lehramt und konnte mir viele Kurse anrechnen lassen. Durch diese Doppelbelastung, kam auch das Versäumnis zu Stande, da ich nie wieder an diese Prüfung erinnert wurde, sondern jedesmal ohne Aufforderung zur Prüfung erwartet wurde, ohne es zu wissen (außer des letzten Briefes)

Meine Fragen:
1. gibt es eine Aussicht auf Erfolg eines Widerspruchs? Welche "triftigen Gründe" könnten genannt werden? und welche schriftlichen Belege (Krankschreibung?) wären rechtskräftig?Auf welche Formulierungen muss ich achten? Wie oft müsste ich tatsächlich informiert werden? (habe nur einen Brief bekommen Mai 2014)
2. Können/Dürfen Professoren mir nachwirkend evtl. die Modulteilprüfung bescheinigen, da ich neben dem Studium viele Weiterbildungen und Mehrleistungen erbracht habe?
3. Kann ich einen Härtefallantrag stellen? Wenn ja, was dürfen Gründe sein?
4. Wenn mir tatsächlich schlimmstenfalls der Prüfungsanspruch für den B.A. genommen wird, wird die Modul/Kurs-Anerkennung für das Gymnasial-Lehrer Studium (anderes Prüfungsamt: Amt für Lehrerbildung, Staatsexamen) auch hinfällig?

freundliche, hoffnungsvolle Grüße

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zu Frage 1:

Gemäß § 59 Abs. 2 Nr. 6 des Hessischen Hochschulgesetzes (HHG) sind Studierende zu exmatrikulieren, wenn sie eine für die Fortsetzung des Studiums erforderliche Prüfungsleistung endgültig nicht erbracht haben. Das ist hier offenbar der Fall, die Fakten bestreiten Sie ja auch nicht. Damit dürfte der Bescheid zunächst richtig sein, ein Widerspruch dürfte keinen Erfolg haben.

Um sich Ihren Prüfungsanspruch zu erhalten, hätten Sie zum damaligen Zeitpunkt (WS 2012) aktiv werden müssen. Die Prüfungsordnungen/Fachbereichsordnungen sehen regelmäßig vor, dass bei Versäumnis einer Prüfung der nächste Nachholtermin verbindlich wahrgenommen werden muss, um den Anspruch zu sichern. Wenn Sie damals aufgrund der Doppelbelastung oder Krankheit nicht antreten konnten, hätten Sie dies auch (mit amtsärztlichem Attest) umgehend anzeigen und geltend machen müssen. Jetzt - nach über drei Jahren - ist es dafür rein formal zu spät, Sie werden ja auch keine nachträgliche Krankschreibung erhalten können.

Zu Frage 2:

Dazu müsste man die Prüfungs-/Fachbereichsordnung kennen. Möglicherweise sind dort alternative Möglichkeiten genannt, den Leistungsnachweis zu erbringen. Ich halte das aber für sehr unwahrscheinlich.

Zu Frage 3:

Natürlich können Sie jederzeit einen individuellen Antrag stellen, erneut zur Prüfung für das Modul zugelassen zu werden. Aufgrund des Zeitablaufs (siehe Frage 1) sehe ich dafür aber keine Erfolgschancen, da die Verhinderungsgründe ja damals schon vorlagen, aber nicht rechtzeitig vorgetragen wurden.

Zu Frage 4:

Ich gehe davon, dass eine Anerkennung einzelner Prüfungsleistungen/Module nicht beeinträchtigt wird, wenn Sie den B.A.-Abschluss nicht erreichen. Denn diese Anerkennungsmöglichkeiten sind ja gerade auch für die Fälle gedacht, dass ein anderweitiges Studium (aus welchen Gründen auch immer) nicht abgeschlossen wird. Die einzelnen Teil-Leistungen haben Sie ja offenbar auch zweifelsohne erbracht.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 20.09.2015 | 00:44

Vielen herzlichen Dank für die Antwort!

Sehr kompetent und gründlich geantwortet, ich hätte das gut nutzen können.

Glücklicherweise hat sich die Situation geändert, und ich konnte direkt über meinen Professor -Gott sei Dank - feststellen, dass es sich nur um eine einzelne Teilleistung handelte, die ich nur nicht eingereicht hatte. Dieses nachgeholt habe ich das Modul und alles angerechnet bekommen.

Also - danke!
Ich werde NICHT exmatrikuliert, habe schon Bescheid bekommen vom Prüfungsamt und freue mich den B.A. Bald fertig zu haben.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 20.09.2015 | 09:29

Um so besser. Herzlichen Glückwunsch und alles Gute für das weitere Studium!

Bewertung des Fragestellers 20.09.2015 | 00:35

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