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Widerrufsrecht bei individuell hergestelltem Sofa ausgeschlossen?

19.08.2013 20:27 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Zusammenfassung: Bei Fernabsatzgeschäften hat der Verbraucher ein gesetzliches Recht zum Widerruf. Das Risiko von Beschädigungen der Sache trägt beim Versendungskauf der Verkäufer. Der Käufer ist berechtigt die Sache Auszuprobieren und dazu auch aufzubauen.

Sehr geehrte Anwälte,

wir haben bei einem online Möbelhaus ein Funktionsledersofa im Wert von über 3.000€ bestellt.
Das Sofa haben wir gemeinsam mit den Lieferleuten ausgepackt und diese haben uns beim Zusammenstellen des Sofas geholfen. Bei der Lieferung schien augenscheinlich alles ok, so dass wir den Lieferschein unterschrieben haben. Nach einigen Stunden haben wir jedoch einen Riss im Leder entdeckt und gleich den Verkäufer telefonisch informiert. Der Riss befindet sich an einer Eckstelle, die ziemlich versteckt ist.
Der Verkäufer teilte uns mit, ihm Bilder des Defekts zu schicken um damit den Hersteller zu konfrontieren.
Zeitgleich wollten wir die Schlaffunktion des Sofas testen. Diese war jedoch nicht so wie wir uns das vorgestellt haben (viel zu hart für eine Kaltschaummatratze mit Lattenrost). Am folgenden Tag haben wir von unserem Widerrufsrecht schriftlich gebrauch gemacht.

Der Verkäufer hat uns erst mit dem Argument abwürgen wollen, das geht nicht, da das Sofa nur auf unseren Wunsch so gefertigt wurde. Der Online Shop bietet jedoch hauptsächlich nur individuell zusammengestellte Sofas an und in den AGB´s steht nichts von einem eingeschränkten oder gar keinem Widerrrufsrecht für selbst zusammengestellte Sofas.

Nachdem wir dem Verkäufer unsere Käuferrechte und seine eigenen AGB´s nochmal geschildert haben, bat er uns ihm mitzuteilen wann die Ware transportfertig abgeholt werden kann.

Mit dem Abholtermin schickten wir ihm nochmal die Bilder des Lederrisses, damit es nach der Abholung nicht heißt, wir hätten den Schaden verursacht und das noch ein weiteres Problem darstellt. Die Bilder haben wir ihm 1 Woche nach dem Empfang des Sofas geschickt.

Nach dieser Information will der Verkäufer nun, dass wir die Kosten Risses tragen. Er hat angeblich Zeugen (Mitarbeiter der Spedition, die das Sofa geliefert haben) die ihm bestätigen, dass die Ware unbeschädigt war. Nach Rücksprache mit der Spedition gab es jedoch nie einen Kontakt mit dem Verkäufer und die vermeintlichen Mitarbeiter befinden sich zudem noch im Urlaub.

Wir drehen uns nun seit 14 Tagen mit dem Verkäufer im Kreis. Er kommt immer wieder mit den selben fadenscheinigen Argumenten wie den angeblichen Zeugen. Er weigert sich zudem uns einen Kontakt zu seinem Vorgesetzten zu geben, der eine kundenorientiert Abwicklung und Entscheidung hervorbringt.
Die Ware steht seit über 10 Tagen bei uns verpackt im Wohnzimmer - was für eine Familie mit Baby kein Zustand ist.
Unser Ziel ist es, so schnell wie möglch einen Abholtermin für die Ware zu bekommen und unser Geld.

Unsere Fragen:
- Welche weitere Vorgehensweise raten Sie uns um die Abholung so schnell wie möglich zu erzielen, unser Geld zurück zu bekommen sowie den Schaden nicht zahlen zu müssen?
- Kann er uns tatsächlich dazu zwingen den Schaden zu zahlen?
- Sollten wir einen Anwalt einschalten der einen offiziellen Anwaltsbrief an den Verkäufer schreibt und so einen schnellen Abholtermin erzwingt?
- Wie können wir uns absichern, dass der Verkäufer uns nach dem Rücktransport keinen weiteren Transportschaden anhängen kann?

Vielen Dank im Voraus
Mit freundlichen Grüssen




Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:


1. Setzen Sie dem Verkäufer schriftlich eine Frist zur Abholung des Sofas und verlangen Sie Zug um Zug Rückzahlung des Kaufpreises. Da das Sofa nicht per Paket verschickt werden kann, ist nach § 357 I S. 1 BGB der Verkäufer verpflichtet die Ware abzuholen.
Die Frist sollte mindestens eine Woche betragen. Teilen Sie mit, dass Sie nach Fristablauf einen Anwalt beauftragen. Wegen § 474 BGB trägt in Ihrem Fall der Verkäufer das Risiko einer Beschädigung bei der Anlieferung. Sie sollten in Ihrem Schreiben nochmals auf die Bilder hinweisen und darauf, dass der Riss beim Auspacken nicht sichtbar war.
Nach § 357 III muss der Verbraucher keinen Wertersatz bei Verschlechterung der Sache leisten, wenn er Sie nur bestimmungsgemäß gebraucht hat. Sie waren also berechtigt das Sofa aufzubauen und zu testen.

2. Ich sehe keine Verpflichtung den Schaden zu tragen, da Sie ihn nicht verursacht haben. Gegen Sie spricht zwar der Lieferschein, wenn aber der Schaden an einer nicht sofort sichtbaren Stelle liegt, lässt sich auch dieser Anschein entkräften. Das Problem könnte nur sein, dass der Verkäufer Ihnen nicht den vollen Preis erstattet, dann müssten Sie den Rest geltend machen.

3. Das könnte sinnvoll sein, wenn Sie bereits vorher schriftlich einen Abholtermin gesetzt hatten, weil dann der Verkäufer schon im Verzug ist. Wenn Sie selbst noch einmal schreiben und dann einen Anwalt einschalten, sind Sie auf der sicheren Seite und können die Anwaltskosten als Verzugsschaden zurück verlangen.

4. Das ist nicht weiter nötig, weil das Risiko einen Transportschadens bei Rücksendung wegen § 357 II S. 2 BGB beim Verkäufer liegt.
Sie müssen das Sofa nur ordentlich verpackt übergeben, das Risiko von Schäden tragen Sie dann nicht.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Oliver Wöhler, Rechtsanwalt

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