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Widerruf offener Immobilienfond

22.10.2018 13:55 |
Preis: 50,00 € |

Wirtschaftsrecht, Bankrecht, Wettbewerbsrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Ein Widerrufsrecht bei offenen Immobilienfonds kommt nur dann in Betracht, wenn der Abschluss des Vertrages nicht in den Geschäftsräumlichkeiten des Verkäufers oder Vermittlers der Fondsanteile stattfindet.

Sehr geehrte Damen u. herren
meine Frage kann ich ohne weiteres innerhalb von 14 Tagen diesen Fond Widerrufen?
(Abschluss fand am 19.10.2018 bei der berliner Volksbank statt)
24.10.2018 | 07:49

Antwort

von


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18055 Rostock
Tel: 0381-2024687
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Leider habe ich keine guten Nachrichten für sie. Ein Widerrufsrecht ist nicht ersichtlich.

Das Widerrufsrecht bei offenen Immobilienfonds richtet sich nach § 305 Abs. 1 und 3 KAGB .

Dieser besagt :
(1) 1Ist der Käufer von Anteilen oder Aktien eines offenen Investmentvermögens durch mündliche Verhandlungen außerhalb der ständigen Geschäftsräume desjenigen, der die Anteile oder Aktien verkauft oder den Verkauf vermittelt hat, dazu bestimmt worden, eine auf den Kauf gerichtete Willenserklärung abzugeben, so ist er an diese Erklärung nur gebunden, wenn er sie nicht innerhalb einer Frist von zwei Wochen bei der Verwaltungsgesellschaft oder einem Repräsentanten im Sinne des § 319 in Textform widerruft; dies gilt auch dann, wenn derjenige, der die Anteile oder Aktien verkauft oder den Verkauf vermittelt, keine ständigen Geschäftsräume hat. 2Bei Fernabsatzgeschäften gilt § 312g Absatz 2 Nummer 8 des Bürgerlichen Gesetzbuchs entsprechend.
......
(3) Das Recht zum Widerruf besteht nicht, wenn der Verkäufer nachweist, dass

1. der Käufer kein Verbraucher im Sinne des § 13 des Bürgerlichen Gesetzbuchs ist oder
2. er den Käufer zu den Verhandlungen, die zum Verkauf der Anteile oder Aktien geführt haben, auf Grund vorhergehender Bestellung gemäß § 55 Absatz 1 der Gewerbeordnung aufgesucht hat.


Sie schreiben, dass der Abschluß des Kaufvertrages über Anteile am offenen Immobilienfond bei der Berliner Volksbank stattfand. Ich gehe also davon aus, dass die Berliner Volksbank Verkäuferin bzw. Vermittelerin der Fondsanteile ist. Somit fand der Verkauf in den ständigen Geschäftsräumen statt und ein Widerrufsrecht kommt nicht in Betracht. Auch ein Fernabsatzgeschäft, welches unter zur Hilfe Nahme von Fernkommunikationsmitteln ( Fax, Post, Mail) zu Stande kommt, liegt damit nicht vor. Folglich besteht leider kein Widerrufsrecht für sie.

Damit kommt für sie leider nur die Möglichkeit der Rückgabe der Fonds-Anteile in Betracht.
Dies ist an strenge und langwierige Fristen gebunden. Nach einer Mindesthaltedauer von 24 Monaten. Zudem müssen Anlager bereits 12 Monate vor der Rückgabe unwiderruflich erklären, ihre Anteile zurückgeben zu wollen. Die Rückgabe bzw. Kündigung kann bereits während der 24 monatigen Mindesthaltefrist erklärt werden, nach Ablauf der Rückgabeerklärungsfrist, können die Anteile bei den meisten Fonds börsentäglich zurückgegeben werden, manche Fonds haben hier aber - gesetzeskonform- feste Termine eingerichtet, so dass ein Rückgabetermin z.B. nur eionmal im Kalenderjahr möglich ist und zu diesem rechtzeitig die Rückgabe erklärt werden musste, sonst ist eine Rückgabe erst im kommenden Jahr möglich ( vgl. § 255 KAGB ) .

Als Alternative ist es ihnen nur möglich, die Fondsanteile nicht zurückzugeben , sondern selbst mit ihnen zu handeln, sprich diese zu verkaufen. Dies kann natürlich mit Risiken und Verlusten verbunden sein.

Fazit zu ihrer Frage: Ein Widerrufsrecht steht ihnen leider nicht zu, da die Beteiligung am Fond direkt in den Räumlichkeiten der Bank vereinbart wurde.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Doreen Prochnow

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