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Widerruf einer Generalvollmacht durch Erben

| 27.10.2008 18:47 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Guten Tag,

es geht um folgenden Sachverhalt:

meine Schwester ist vor kurzem verstorben. Sie war unverheiratet und hatte keine Kinder. Die nächsten, lebenden Verwandten sind drei Brüder, einer davon bin ich.

Meine Schwester hat einer Freundin kurz vor ihrem Tode Patientenverfügung und Generalvollmacht über den Tod hinaus erteilt. Ob ein Testament besteht, ist unklar. Die Freundin hat in einem formlosen Brief 14 Tage nach dem Sterbefall zwei Cousinen informiert, dass meine Schwester verstorben ist. Weitere Angaben zur Beisetzung hat sie nicht gemacht. Meine Brüder und ich sind von ihr nicht informiert worden.

Nachdem meine Cousine mich informiert hatte, habe ich mehrfach telefonisch und schriftlich versucht, mit der Freundin meiner Schwester in Kontakt zu treten. Leider ohne Erfolg. Sie verweigert die Kontaktaufnahme zu mir. Ich weiß aber sicher, dass sie meine Nachrichten erhalten hat.

Ich weiß jetzt nicht, was ich machen soll, bzw. welche Möglichkeiten ich überhaupt habe. Ich habe gelesen, dass Erben eine erteilte Generalvollmacht widerrufen können. Wie kann ich das machen und wie kann ich mich überhaupt als möglicher Erbe legitimieren (ich habe keine Geburtsurkunde und keine Sterbeurkunde)?

Wie kann ich die Freundin dazu bewegen, mit mir Kontakt aufzunehmen und mir und meinen Brüdern unsere Fragen zum Tode unsere Schwester sowie zur Beisetzung, Wohnungsauflösung und Nachlassregelung zu beantworten? Wir haben Sorge, dass möglicherweise Fakten geschaffen werden könnten, die nicht oder nur sehr schwierig wieder rückgängig zu machen sind.

Was soll ich jetzt machen?

Vielen Dank für eine schnelle Antwort.

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage. Beachten Sie bitte, dass an dieser Stelle nur eine erste Einschätzung möglich ist, eine anwaltliche Vertretung wird nicht ersetzt.

Zunächst ist von Bedeutung, ob der Freundin Ihrer Schwester eine unwiderrufliche Vollmacht erteilt worden ist, wovon ich nicht ausgehe. Die Generalvollmacht auch über den Tod hinaus, ist der Regelfall.
Jeder Miterbe ist auch einzeln befugt die Vollmacht zu widerrufen. Das Vertretungsrecht des Bevollmächtigten ggü. den anderen Miterben wird davon aber nicht betroffen, sondern besteht weiter. Dem Bevollmächtigten sind aber bei nur einem Widerruf schon die Befugnisse entzogen, soweit Rechtsgeschäfte betroffen sind, die die Zustimmung aller Miterben bedürfen.
Sie sollten also schriftlich per Einschreiben den Widerruf erklären und Ihren Brüdern raten dies auch zu tun. Bis zum Widerruf ist die Freundin voll vertretungsberechtigt. Natürlich besteht aber eine Auskunftspflicht den Erben gegenüber.

Sie sollten zum Notar gehen (alle Brüder) und einen Erbschein beantragen, dies geht auch ohne Urkunden. Nach dem Widerruf sollten Sie alle Unterlagen Ihrer Schwester herausverlangen, ebenso die Vollmachtsurkunde!!! Die Vollmacht kann Sie nicht hindern das Erbe anzutreten, solange nicht widerrufen ist, kann die Freundin über das Vermögen der Schwester verfügen.

Ich rate Ihnen einen Anwalt zu beauftragen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick geben.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Familienrecht und Arbeitsrecht

Rückfrage vom Fragesteller 28.10.2008 | 10:40

Guten Tag Herr Wöhler,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Eine Verständnisfrage habe ich noch:

Sie sagten, dass jeder Miterbe einzeln befügt sei, die Vollmacht zu widerrufen, aber, dass das Vertretungsrecht des Bevollmächtigten ggü. den anderen Miterben nicht betroffen ist und weiter besteht.

Da ich meine beiden Brüder aber zurzeit nicht erreichen kann und die somit ihrerseits den Widerruf der Generalvollmacht nicht erklären können, frage ich mich, ob mein Widerruf dausreicht, um mögliche Verfügungen über das Vermögen meiner Schwester durch die Freundin zu verhindern?

Vielen Dank schon mal im Voraus für die ergänzende Antwort.


Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 28.10.2008 | 13:24

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihr Widerruf reicht aus um Verfügungen zu verhindern die Ihren Erbteil (1/3) betreffen. Über den Nachlass als Ganzes kann die Freundin dann nicht mehr verfügen. Insbesondere wäre eine Verfügung über Sachen oder Grundstücke nicht möglich, dies steht nur der gesamten Erbengemeinschaft zu. Die Verwaltung des Nachlasses obliegt allen Erben gemeinsam, jeder ist aber verpflichtet bei Maßnahmen ordnungsgemäßer Verwaltung mitzuwirken. Die Freundin wäre also berechtigt, etwa eine Rechnung für Beerdigungskosten aus dem Nachlaß zu bezahlen. Sie sollten schnellstmöglich für Klarheit sorgen, insbesondere muss Ihnen die Freundin Auskunft über die bisherigen Verfügungen erteilen. Ihr Widerruf nimmt der Freundin der Schwester bereits einen Großteil der Handlungsbefugnisse.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 30.10.2008 | 10:13

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