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Widerruf Ausland


27.09.2006 13:32 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen



Hallo,

wie jeder Verkäufer, so auch wir bekommen langsam aber sicher die Ausnutzung seitens der Verkäufer zu spüren.

Null Zusammenarbeit, keine Kooperation - NICHTS

Hier der Fall:
Wir haben eine Kundin aus dem europäischen Ausland, die angeblich behauptet hat, eine falsche Farbe des Artikels bekommmen zu haben. Da Sie mir Photos zusandte auf denen der Unterschied Ivroy und Weiß nicht zu erkennen war (meinte fast, die hat sich den ivory Artikel von einer Freundin ausgeliehen und dann fotografiert bzw. das Foto so manipuliert)

Auf jeden Fall sagte ich, dass ich es nicht einschätzen kann, welche Color das ist, glaube aber nicht, aufgrund unserer Vorabprüfung, dass wir falschen Artikel zusenden würden. Zudem behauptet Sie ich hätte in der Auktion nicht darauf hingewiesen, dass es kein Reinweiss wäre.

Ich habe sehr darauf hingewiesen sogar in Punktschriftgröße 19, dass es sich um gebrochenes Weiss (Kittweiss) handelt.

Auf jeden Fall waren meine Zeilen noch nicht mal beendet, hatte ich die Ware schon als Rückversand vorliegen.

Natürlich war es wie gewünscht die Weiße. Worüber ich mich aber maßlos aufregte, war der Brief mit dem frechen Zusatz, wenn es sich doch um eine Weiße handelt, dann will Sie den Verkaufspreis + die Versandkosten auf Ihrem Konto zurückhaben, da wir dies ja in unseren AGBs anbieten.

und das Beste kommt noch:

Jetzt ist am Samstag die andere Tasche, wie durch ein Wunder, auch noch kaputt gegangen. Innere REißverschluß funktioniert angeblich nicht mehr.

Nun will die nochmals die Rücksendeversandkosten + Rückstattung + Versandkosten fürs Hinsenden.

Wir zahlen der doch nicht über 50 Euro Versandkosten.

Muss man sich sowas bieten lassen.

Was tun?

Muss ich den ausländischen Kunden, egal ob EU oder Drittland, die Versandkosten zahlen oder nicht?

Es kann doch nicht sein, dass ich für Ausländische Sendungen auch noch bezüglich den Versandkosten aufkommen muss. Es ist eh schon unfair dem Verkäufer gegenüber die völlig überzogenen Versandkosten aufzubrummen, für Sachen, was die bestellen aber das! Ich weigere mich wirklich der irgendwas zu ersetzen oder einen Euro zu viel zu zahlen.

Vielen Dank.
Eingrenzung vom Fragesteller
27.09.2006 | 14:03

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Sehr geehrte Ratsuchende,

grundsätzlich gilt deutsches Recht im Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland. Deutsches Recht ist also auch "im" Internet anwendbar, soweit Internet-Aktivitäten in Deutschland abgerufen werden können oder von Deutschland ausgehen

Damit sind in dem von Ihnen geschilderten Fall auch die §§ 312b ff. BGB anzuwenden, also das Recht für Fernabsatzverträge.

Ihrem Vertragspartner steht das zweiwöchige Widerrufsrecht zu. Hat der Käufer den Vertrag widerrufen bzw. die gekaufte Sache fristgerecht zurückgegeben, sind Sie zur Erstattung des bereits gezahlten Kaufpreises und der Käufer zur Rücksendung der Kaufsache verpflichtet, wenn die Sache als Paket versandt werden kann.

Kosten und Gefahr der Rücksendung tragen bei Widerruf und Rückgabe Sie als Unternehmer. Gleiches gilt im Regelfall auch für alle Versendungskosten, wenn der Wert der Bestellung 40 EUR übersteigt. Dieses ist hinsichtlich der Hinsendekosten zwar noch umstritten, es lohnt in der Regel jedoch nicht, sich allein hierüber zu streiten.

Nimmt der Verbraucher die Ware bestimmungsgemäß in Gebrauch und entsteht dadurch eine Verschlechterung der Kaufsache, muss er dem Unternehmer den dadurch entstehenden Wertverlust ausgleichen. Die Haftung besteht aber nur dann, wenn er spätestens bei Vertragsschluss auf diese Rechtsfolge in Textform hingewiesen wurde und der Unternehmer auf eine Möglichkeit zur Vermeidung der Verschlechterung hingewiesen hat.

Der Verbraucher muss keinen Wertersatz wegen Verschlechterung der Ware leisten, wenn diese allein auf die Prüfung der Kaufsache zurückzuführen ist.

Eine Pflicht zum Wertersatz besteht allerdings dann, wenn die Verschlechterung oder der Untergang der Kaufsache eingetreten ist, weil der Verbraucher bei der Benutzung nur diejenige Sorgfalt beobachtet hat, die er in eigenen Angelegenheiten anzuwenden pflegt. Auch hier ist allerdings Voraussetzung der Haftung, dass der Verbraucher ordnungsgemäß über sein Widerrufsrecht belehrt wurde oder anderweitig Kenntnis hierüber erlangt hat.

Insoweit ein erster Überblick über die Rechtslage. Im Zweifel werden Sie die angesprochenen Kosten Wohl oder Übel tragen müssen.

Mit freundlichem Gruß


Kaussen
Rechtsanwalt
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